PISA-Studie 2022: Deutsche Schülerleistungen auf historischem Tiefstand

PISA-Studie 2022: Deutsche Schülerleistungen auf historischem Tiefstand


Laut der neuesten PISA-Studie der OECD erreichen deutsche Schüler in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften die niedrigsten Ergebnisse seit dem Jahr 2000.

PISA-Studie 2022: Deutsche Schülerleistungen auf historischem Tiefstand

Die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie, die heute von der OECD in Berlin vorgestellt wurden, zeigen einen alarmierenden Rückgang der Leistungen deutscher Schüler. Laut Pisa-Experte Francesco Avvisati haben 15-jährige Schüler in Deutschland in den Bereichen Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften schlechter abgeschnitten als in jeder vorherigen Erhebung seit dem Jahr 2000. Dies stellt einen historischen Tiefpunkt in der Bildungsgeschichte des Landes dar.

Die Fähigkeiten in Mathematik und Lesekompetenz sind zwischen 2018 und 2022 in einem noch nie gesehenen Ausmaß gesunken. In Mathematik liegen die Ergebnisse der 15-Jährigen nun auf dem Niveau, das früher von 14-Jährigen erwartet wurde. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung zwar beeinflusst, aber die Leistungen waren bereits seit 2015 rückläufig. Der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund lag 2022 bei 26 Prozent, doppelt so hoch wie 2012.

Die Studie zeigt auch, dass der Leistungsabfall zwischen sozial benachteiligten Schülern und anderen Schülern in Deutschland weiter zugenommen hat, wobei akademische Spitzenleistungen weiterhin ein Privileg der sozial Bessergestellten sind. Etwa drei von zehn Schülern liegen in Mathematik unter dem Mindestniveau. Die Wahrscheinlichkeit, das Mindestniveau nicht zu erreichen, ist bei Schülern mit Migrationshintergrund etwa doppelt so hoch.

Der Wirtschaftsexperte Ludger Wößmann warnt vor den langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Bildungskrise. Der Rückgang von 25 PISA-Punkten in Mathematik könnte Deutschland bis zum Ende des Jahrhunderts rund 14 Billionen Euro an Wirtschaftsleistung kosten.

An der PISA-Studie 2022 nahmen mehr als 600.000 Jugendliche aus 81 Ländern teil, darunter etwa 13.000 deutsche Schülerinnen und Schüler. Die Studie, die alle drei Jahre durchgeführt wird, konzentrierte sich diesmal auf mathematische Kompetenzen. Die Ergebnisse sind besonders besorgniserregend, da Deutschland, das in der Vergangenheit über dem OECD-Durchschnitt lag, nun hinter die Spitzenreiter zurückfällt.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild


Mittwoch, 06 Dezember 2023

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