Berliner U-Bahn: Angst und Gefahr in der Unterwelt - Sexuelle Übergriffe und Gewalt eskalieren

Berliner U-Bahn: Angst und Gefahr in der Unterwelt - Sexuelle Übergriffe und Gewalt eskalieren


In den Berliner U-Bahnen steigt die Zahl der Kriminalfälle dramatisch an. Besonders besorgniserregend: Eine Zunahme von Gewalttaten und sexuellen Übergriffen verunsichert die Fahrgäste.

Berliner U-Bahn: Angst und Gefahr in der Unterwelt - Sexuelle Übergriffe und Gewalt eskalieren

Die neuesten Zahlen der Polizei und des Berliner Senats zeichnen ein düsteres Bild der Sicherheitslage in der Hauptstadt: Eine Flut von Straftaten, von Diebstählen bis hin zu brutalen Gewaltakten und sexuellen Übergriffen, überschattet den Alltag der Fahrgäste.

In den letzten Jahren hat die Polizei in einem beispiellosen Ausmaß auf Videomaterial aus U-Bahnhöfen, Bussen und U-Bahnen zugegriffen, um Straftaten aufzuklären. Allein bis zum 20. Dezember 2023 wurden in 8926 Fällen Videoaufnahmen angefordert – ein enormer Anstieg im Vergleich zu 6618 Fällen im Jahr 2018. Trotz der intensivierten Überwachung und Auswertung führen diese Maßnahmen jedoch nur selten zum Erfolg: 2023 konnten bis Ende September lediglich etwas mehr als 200 Verdächtige identifiziert werden.

Besonders alarmierend ist die Zahl der Gewaltdelikte in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Von den insgesamt rund 11.700 Delikten, die 2023 bis September gemeldet wurden, waren fast 3400 von Gewalt geprägt. Darunter fallen etwa 2200 Körperverletzungen, 410 Raubüberfälle, knapp 440 Drohungen und rund 300 Sexualdelikte. Die Zunahme der Gewaltdelikte, insbesondere in den U-Bahnhöfen, und die auffällige Häufung von Sexualdelikten in den S-Bahnen, vor allem zu Randzeiten und in abgelegenen Gebieten, sind besonders besorgniserregend.

Der Grünen-Innenpolitiker Vasili Franco stellt fest, dass sich die Sicherheitslage deutlich verschlechtert hat. Er kritisiert, dass die Videoüberwachung weder präventiv wirkt noch viele Taten aufklärt. "Nicht einmal in zwei Prozent der Fälle führte das angeforderte Videomaterial zur Ermittlung von Tatverdächtigen," so Franco. Er fordert eine engere Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben, eine erhöhte Polizeipräsenz an den Brennpunkten sowie Sensibilisierungs- und Präventionsmaßnahmen gegen Diebstähle und sexuelle Übergriffe.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild


Dienstag, 09 Januar 2024

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