Bauern in der Zwickmühle: Rekordergebnisse und drohende Krise

Bauern in der Zwickmühle: Rekordergebnisse und drohende Krise


Trotz aktueller Rekordergebnisse in der Landwirtschaft sieht der Deutsche Bauernverband düstere Zeiten voraus. Investitionsrückgang und politische Unsicherheiten belasten die Branche.

Bauern in der Zwickmühle: Rekordergebnisse und drohende Krise

Die deutsche Landwirtschaft steht vor einem Paradox: Während der Deutsche Bauernverband (DBV) für das Wirtschaftsjahr 2022/23 Rekordergebnisse verkündet, mit durchschnittlichen Erträgen von 115.400 Euro pro Haupterwerbsbetrieb, zeichnet sich bereits eine neue Krise am Horizont ab.

Die Bauern profitierten zuletzt von hohen Preissteigerungen für Nahrungsmittel. Doch der DBV warnt: Die Zukunft sieht weniger rosig aus. Der Verband beobachtet einen Rückgang der Investitionen und eine anhaltende Unsicherheit in der Branche. Besonders die Tierhaltung ist von einem Strukturwandel betroffen, der Arbeitsplätze und Wertschöpfung gefährdet. Zudem sinken die Preise für wichtige Agrarprodukte wie Getreide, Ölsaaten und Milch wieder.

Die Landwirtschaft ist traditionell ein Sektor voller Unsicherheiten. Der jüngste Höhenflug der Nahrungsmittelpreise, beispielsweise, war stark durch den Ukraine-Krieg beeinflusst. Hinzu kommen die komplexen staatlichen Regeln, die eine langfristige Planung erschweren. Landwirte müssen sich mit einem Flickenteppich häufig wechselnder Vorgaben und Förderungen auseinandersetzen.

Die bevorstehende Kürzung der Agrardieselförderung fügt eine weitere Belastung hinzu. Laut Bundesagrarministerium verliert ein Durchschnittsbetrieb dadurch ab 2024 rund 1.000 Euro jährlich. Die Absenkung des Steuernachlasses soll stufenweise erfolgen, was die Unsicherheit weiter verstärkt.

Subventionen spielen in der Landwirtschaft eine entscheidende Rolle. Im Wirtschaftsjahr 2021/22 flossen fast 48.000 Euro an Direktsubventionen an einen Durchschnittsbetrieb. Der Strukturwandel der Branche, mit einer Halbierung der Betriebe in den letzten 25 Jahren und einer Zunahme der ökologischen Landwirtschaft, verdeutlicht die Veränderungen und Herausforderungen, mit denen sich Landwirte konfrontiert sehen.

Die Landwirtschaft ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein bedeutender Arbeitgeber in Deutschland. Mit einer Produktion im Wert von 50 Milliarden Euro und rund einer Million Beschäftigten im Jahr 2020 ist ihre Bedeutung unbestreitbar.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild


Dienstag, 09 Januar 2024

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