Hisbollah-Anhänger in Berlin festgenommen: Ausbildung im Libanon, Anschlagspläne in DeutschlandHisbollah-Anhänger in Berlin festgenommen: Ausbildung im Libanon, Anschlagspläne in Deutschland
Er soll in der Sonnenallee gewohnt haben – und den Staat Israel auslöschen wollen. Berliner Ermittler haben einen mutmaßlichen Terroristen festgenommen.

Symbolbild Pixabay
In aller Frühe stürmten am Dienstag Spezialeinheiten eine Wohnung in der Berliner Sonnenallee, einem Brennpunkt radikaler Umtriebe. Das Ziel: ein 29-jähriger Mann, der nach Angaben der Behörden eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet hatte. Doch die Ermittlungen gehen tiefer – sie führen direkt in den Libanon und zu einer der gefährlichsten Terrororganisationen der Welt: der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen.
Der Mann, so Staatsanwaltschaft und Polizei, ist ein radikalisierter Islamist. Nach dem Terrorangriff der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen auf IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen am 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen habe er sich entschlossen, aktiv in den Krieg einzusteigen – an der Seite der pro-iranischen Hisbollah. Dafür reiste er gegen Ende des Jahres in den Libanon, wo er nach Erkenntnissen der Ermittler an Schusswaffen und Kriegsgerät ausgebildet wurde. Ziel dieser Ausbildung: Gewaltakte gegen Israel, darunter sogar Mord und erpresserischer Menschenraub.
Die Ermittler kamen dem Mann auf die Spur, als er sich in Haft befand – dort fiel er durch radikale Äußerungen und Verhalten auf. Es war nicht der Staatsschutz, der den ersten Hinweis gab, sondern die Justizvollzugsbeamten. Ein bedrückender Beleg dafür, wie weit die Islamisierung radikaler Subkulturen in deutschen Gefängnissen bereits fortgeschritten ist.
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in der Sonnenallee – einer Straße, die seit Langem auch als Rückzugsort militanter Islamisten gilt – wurden mehrere Mobiltelefone beschlagnahmt. Sie könnten nun entscheidende Hinweise darüber liefern, ob der Beschuldigte Teil eines größeren Netzwerks ist.
Die Hisbollah wird in Deutschland vollständig als Terrororganisation eingestuft. Seit April 2020 sind ihre Aktivitäten hierzulande verboten, inklusive ihrer PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen und Versammlungen. Dennoch gilt Berlin – insbesondere der Stadtteil Neukölln – als ein Milieu, in dem sich immer wieder Sympathisanten radikalislamistischer Organisationen bewegen.
Autor: Redaktion
Dienstag, 15 April 2025