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Israel setzt Zeichen in Afrika: Sa’ar erklärt Somaliland zum realen Staat und grenzt sich von Palästina-Debatte ab

Israel setzt Zeichen in Afrika: Sa’ar erklärt Somaliland zum realen Staat und grenzt sich von Palästina-Debatte ab


Mit einem ungewöhnlich klaren Auftritt in Hargeisa positioniert sich Israels Außenminister neu in der Anerkennungsfrage von Staaten. Der Vergleich mit Palästina ist kein Zufall, sondern eine gezielte politische Botschaft.

Israel setzt Zeichen in Afrika: Sa’ar erklärt Somaliland zum realen Staat und grenzt sich von Palästina-Debatte ab

Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar hat mit seiner Reise nach Hargeisa einen diplomatischen Schritt vollzogen, der weit über einen symbolischen Höflichkeitsbesuch hinausgeht. Es ist der erste Besuch eines ranghohen israelischen Regierungsmitglieds in Somaliland seit der offiziellen gegenseitigen Anerkennung Ende Dezember. Damit positioniert sich Israel bewusst in einer Region, die strategisch wie politisch zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Sa’ar wurde in der Hauptstadt Hargeisa von Abdirahman Mohamed Abdillahi, dem Präsidenten von Somaliland, empfangen. Die Gespräche fanden im Präsidentenpalast statt und umfassten neben außenpolitischen Fragen auch sicherheits und wirtschaftspolitische Perspektiven. Begleitet wurde das Treffen von hochrangigen Vertretern der somaliländischen Regierung und des Parlaments.

In seinen öffentlichen Aussagen machte Sa’ar deutlich, warum Israel diesen Schritt gegangen ist. Somaliland existiert seit rund 35 Jahren als eigenständige politische Einheit, verfügt über stabile Institutionen, regelmäßige Wahlen und friedliche Machtwechsel. Für Israel ist das entscheidend. Sa’ar formulierte es unmissverständlich, Somaliland sei ein real existierender Staat mit funktionierender Verwaltung, Rechtssystem und internationaler Handlungsfähigkeit.

In diesem Zusammenhang zog der Außenminister einen klaren Vergleich zur Palästinenserfrage. Während Somaliland seit Jahrzehnten staatliche Strukturen aufgebaut habe, spreche man im Fall Palästinas weiterhin von einem politischen Konstrukt ohne einheitliche Souveränität. Diese Aussage ist weniger Provokation als Positionsbestimmung. Israel macht damit deutlich, dass Anerkennung nicht aus politischen Automatismen entsteht, sondern aus überprüfbarer staatlicher Realität.

Israel und Somaliland haben vereinbart, in naher Zukunft Botschaften zu eröffnen und gegenseitig Botschafter zu entsenden. Beide Seiten betonten, dass die Beziehungen nicht nur auf Regierungsebene beschränkt bleiben sollen. Sa’ar sprach ausdrücklich von einer Partnerschaft zwischen den Völkern, getragen von gemeinsamen Interessen und einer ähnlichen sicherheitspolitischen Wahrnehmung.

Für Israel spielt die Lage Somalilands am Horn von Afrika eine zentrale Rolle. Die Nähe zu wichtigen Schifffahrtsrouten, zum Roten Meer und zum Indischen Ozean macht die Region strategisch relevant. Somaliland gilt zudem als vergleichsweise stabil in einem ansonsten von Krisen geprägten Umfeld.

Präsident Abdillahi nahm die Einladung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu an und kündigte an, Israel zeitnah besuchen zu wollen. Zugleich erklärte er die Bereitschaft seines Landes, eine somaliländische Botschaft in Israel zu eröffnen und eine dauerhafte israelische diplomatische Präsenz in Hargeisa zu ermöglichen.

Die Führung in Somaliland sieht in der Anerkennung durch Israel nicht nur einen außenpolitischen Erfolg, sondern auch einen Schritt hin zu größerer internationaler Sichtbarkeit. Obwohl Somaliland bislang von keinem Mitglied der Vereinten Nationen anerkannt wurde, versteht sich das Land selbst als souveräner Staat und handelt entsprechend.

Mit diesem Schritt zeigt Israel erneut, dass es seine Außenpolitik eigenständig gestaltet. Sa’ar betonte ausdrücklich, dass kein internationales Gremium darüber entscheide, mit wem Israel diplomatische Beziehungen unterhält. Die Anerkennung Somalilands folgt dabei einer klaren Logik, Stabilität, Verlässlichkeit und tatsächliche Staatlichkeit.

Für Jerusalem ist Somaliland kein Randthema, sondern ein langfristiger strategischer Partner. Die Reise Sa’ars markiert den Beginn einer Beziehung, die politisch nüchtern, sicherheitsorientiert und frei von symbolischer Rhetorik angelegt ist.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: GPO


Dienstag, 06 Januar 2026

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