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Berlin finanziert Auftritt von UN Sonderberichterstatterin Albanese trotz massiver Kritik

Berlin finanziert Auftritt von UN Sonderberichterstatterin Albanese trotz massiver Kritik


Eine umstrittene UN Funktionärin soll in einem staatlich geförderten Kino sprechen. Jüdische Organisationen und Politiker warnen vor einer falschen Signalwirkung, doch die Veranstaltung ist bislang weiter geplant.

Berlin finanziert Auftritt von UN Sonderberichterstatterin Albanese trotz massiver Kritik

Berlin steht vor einer kulturpolitischen Kontroverse, die weit über eine einzelne Diskussionsveranstaltung hinausreicht. Ende März ist ein Auftritt von Francesca Albanese im Babylon Kino geplant. Das Haus wird aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Kultur gefördert und ist damit indirekt Teil der öffentlichen Kulturförderung. Albanese ist Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die palästinensischen Gebiete. Zugleich steht sie seit Jahren wegen ihrer öffentlichen Äußerungen über Israel international in der Kritik.

Auslöser der aktuellen Debatte ist ein Schreiben der Organisation Gegen jeden Antisemitismus an die Berliner Kulturverwaltung. Darin fordert die Initiative, die Veranstaltung abzusagen. Zur Begründung erklärte die Organisation, es sei nicht akzeptabel, dass eine mit Steuergeldern unterstützte Einrichtung einer Person eine Bühne biete, deren Aussagen aus ihrer Sicht antisemitische Narrative fördern würden. Die Organisation bezieht sich dabei auf mehrere öffentliche Stellungnahmen Albaneses aus den vergangenen Jahren.

Francesca Albanese hatte Israel wiederholt scharf kritisiert und dem Land schwere Vorwürfe gemacht. Unter anderem sprach sie in öffentlichen Beiträgen von einem angeblichen Genozid durch Israel im Gazastreifen und erklärte, Israel stelle aus ihrer Sicht eine zentrale Bedrohung für grundlegende Menschenrechte dar. Diese Aussagen wurden von verschiedenen Regierungen und Organisationen scharf zurückgewiesen. Kritiker werfen ihr vor, damit die Grenze zwischen politischer Kritik und Delegitimierung Israels zu überschreiten.

Auch auf politischer Ebene gibt es deutliche Vorbehalte. Vertreter der deutschen Bundesregierung äußerten öffentlich Zweifel an ihrer Eignung für das Amt einer UN Sonderberichterstatterin. Sie verwiesen dabei auf die besondere Verpflichtung dieser Position zur Neutralität und Ausgewogenheit. Auch aus Frankreich kamen ähnliche kritische Stimmen, die ihre Äußerungen als problematisch bezeichneten.

Der Betreiber des Babylon Kinos verteidigte die geplante Veranstaltung. Er verwies darauf, dass das Kino ein Ort für öffentliche Debatten sei und unterschiedliche Perspektiven zu Wort kommen sollten. Zudem erklärte er, dass Teile der deutschen Öffentlichkeit eine kritischere Diskussion über den Nahostkonflikt wünschten. Eine direkte inhaltliche Bewertung der Aussagen Albaneses nahm er nicht vor.

Die Kontroverse berührt eine grundsätzliche Frage. Wenn staatlich geförderte Einrichtungen Veranstaltungen durchführen, stellt sich die Frage nach der Verantwortung im Umgang mit besonders umstrittenen Persönlichkeiten. Dabei geht es nicht um ein Verbot von Meinungen, sondern um die Entscheidung, welche Stimmen durch öffentliche Förderung hervorgehoben werden.

Deutschland trägt aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung im Umgang mit Antisemitismus und mit Israel. Deshalb wird genau beobachtet, wie staatliche Institutionen und öffentlich geförderte Einrichtungen mit solchen Kontroversen umgehen. Für jüdische Organisationen ist die Einladung Albaneses ein sensibles Signal, während ihre Unterstützer darin einen Beitrag zur Meinungsfreiheit sehen.

Die Berliner Kulturverwaltung hat sich bisher nicht öffentlich zur inhaltlichen Kritik geäußert. Ob die Veranstaltung wie geplant stattfinden wird, ist derzeit offen. Unabhängig davon zeigt die Debatte, wie stark der Nahostkonflikt auch das kulturelle und politische Leben in Deutschland beeinflusst. Sie macht deutlich, dass Fragen der Meinungsfreiheit, der politischen Verantwortung und der historischen Sensibilität eng miteinander verbunden bleiben.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Fotografía oficial de la Presidencia de Colombia - https://www.flickr.com/photos/197399771@N06/54658333532/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=170214551
Dienstag, 17 Februar 2026

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