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Gatestone Institute: Antisemitismus in Europa

Gatestone Institute:

Antisemitismus in Europa




von Guy Millière, Gatestone Institute, 1. Februar 2013

Juden, die das können, verlassen Europa. Diejenigen, die nicht die Mittel haben zu gehen, wissen, dass sie extrem vorsichtig sein müssen: Es ist wieder gefährlich in Europa Jude zu sein. Noch gefährlich ist es, ein Jude zu sein der Israel unterstützt.

2012 stieg die Zahl antisemitischer Verbrechen in Frankreich stark an. Die sechs Monate nach den Morden an einer jüdischen Schule in Toulouse waren besonders brutal. Der Mörder, Mohammed Merah wurde in vielen Vororten zum Helden, sein Name fand sich auf vielen Graffitis. Für einige Menschen ist Kinder in den Kopf zu schießen offenbar gerechtfertigt, denn dass sie Juden sind inspiriert.

Obwohl Taten wie die der Morde in Toulouse nirgendwo sonst ein Äquivalent fanden, ist Frankreich keine Ausnahme: Statistiken zeigen, dass Beleidigungen, Übergriffe und Hassgeschrei gegen Juden ist in ganz Europa vervielfältigen. Jüdische Schulen, Synagogen und jüdische Kulturzentren werden überall bedroht und brauchen dringend strengere Sicherheitsmaßnahmen.

Führungspolitiker sagen, ihnen sei das Problem bewusst und sie seien zum Handeln entschlossen. Im November sagte der französische Präsident François Hollande: „Der Kampf gegen Antisemitismus hat oberste Priorität.“ Angela Merkel benutzte ein paar Wochen später in Deutschland dieselben Worte. Anfang Dezember, nach einer Steigerung verbaler und physischer antisemitischer Vorfälle in Großbritannien, sagte David Cameron, er wolle „den Antisemitismus direkt anpacken“.

Worte wie diese, die in den letzten Jahrzehnten viele Male in den Mund genommen wurden, hatten aber eindeutig keine Wirkung. Die kehrten den Trend nicht um.

Wenn europäische Führungspolitiker und Kommentatoren von Antisemitismus sprechen, sind sie sehr vage und geben fast nie detailliertere Erklärungen. Sie sagen nie, warum Antisemitismus abscheulich und gefährlich ist. Sie führen eine Art abstraktes Ritual durch, das mehr und mehr von der Realität losgelöst zu sein scheint.

Andererseits verweisen europäische Führungspolitiker und Kommentatoren, wenn sie präziser werden, allgemein nur auf einen gewissen Typ Antisemitismus: den faschistischen Antisemitismus. Selbst wenn faschistischer Antisemitismus nicht verschwunden ist, ist er heute in Europa nicht der heftigste Antisemitismus und an dem Großteil der antisemitischen Verbrechen beteiligt. Es ist so, als würden sie eine Krankheit bekämpfen, indem sie nur einen einzigen Aspekt der Krankheit benennen und ihre wichtigste Dimension auslassen.

Europäische Führungspolitiker und Kommentatoren sprechen fast nie vom bösartigsten Strang des Antisemitismus im heutigen Europa: dem islamischen Antisemitismus. Sie haben Angst die beiden Worte „islamisch“ und „Antisemitismus“ zusammen auszusprechen. Sie wissen, wenn sie das tun, werden sie sofort beschuldigt „rassistisch“ und „islamophob“ zu sein. Sie wissen, dass muslimische Organisationen anfangen in den Mainstream-Medien zu sagen, dass Muslime unfair „stigmatisiert“ werden. Sie wissen auch, dass die muslimische Bevölkerung in Europa rasch zunimmt und dass einige ihrer Mitglieder mit Gewalt reagieren werden.

Es gibt heute in Europa keinen Kampf gegen islamischen Antisemitismus. Wollte ein nicht muslimischer Buchhändler „Die Protokolle der Weisen von Zion“ in Paris, Berlin oder Brüssel verkaufen, würde die Polizei sofort eingreifen und er würde verhaftet und käme vor Gericht. Wenn ein muslimischer Buchhändler dasselbe tun will, dann kann er es, ohne irgendetwas zu riskieren. Würde ein französischer oder deutscher Fernsehsender sich entscheiden eine antisemitische Sendung auszustrahlen, würde er geschlossen und es gäbe einen Skandal. Islamische Fernsehsender strahlen antisemitische Sendungen aus, die in Europa ein breites Publikum anziehen und niemand traut sich darüber zu reden.

Ein weiterer Grund, dass wegen Antisemitismus in Europa niemals jemand wachgerufen wird, ist die Verbreitung von „Antizionismus“. Die „palästinensische Sache“ und das „Leiden des palästinensischen Volks“ sind die Hauptsorge einer wachsenden Zahl von Europäern geworden, die eigenartigerweise nicht am Leiden irgendeines anderen Volks interessiert sind – z.B. dem der Syrer. Israel ist das Land geworden, das zu hassen in Mode gekommen ist. Weit verbreiteter Hass gegen eine israelische Regierung nach der anderen hat zu Hass gegen die jüdische Bevölkerung und Hass gegen Juden allgemein geführt, besonders wenn sie Israel unterstützen.

Europäische Führungspolitiker und Kommentatoren bekämpfen „Antizionismus“ nicht, außer er wird extrem und wenn seine antisemitische Dimension nicht mehr zu verbergen ist. Viele scheinen antiisraelische Vorurteile zu haben und bewusst oder unbewusst zur Verbreitung dieses Hasses beizutragen.

Antisemitismus in Europa ist heute wie ein komplexer, dunkler Nebel. Er schließt Überbleibsel des faschistischen Antisemitismus ebenso ein wie zunehmende Grade an islamischem Antisemitismus; diesem Mix ist noch der „Antizionismus“ hinzuzufügen. Faschistische Antisemiten schließen sich oft, um ihren Antisemitismus zu verbergen, „antizionistischen“ Bewegungen an, wo sie Hand in Hand mit islamischen Antisemiten arbeiten, um Proteste gegen Israel zu organisieren. Islamische Antisemiten nutzen Elemente der faschistischen Propaganda und verbreiten sie ohne Einschränkung.

Europäische Führungspolitiker und Kommentatoren geben vor Antisemitismus zu bekämpfen; einige von ihnen mögen glauben, dass sie tatsächlich Antisemitismus bekämpfen. Doch so lange sie den gesamten Nebel nicht einbeziehen und so lange sie sich nicht klar gegen all seine Komponenten aussprechen, ist das, was sie sagen und was sie tun sinnlos.

Juden, die das tun können, verlassen Europa. Diejenigen, die nicht die Mittel haben zu gehen, wissen, dass sei extrem vorsichtig sein müssen: Es ist wieder gefährlich in Europa Jude zu sein. Noch gefährlich ist es, ein Jude zu sein der Israel unterstützt.

Juden, die öffentlich Israel verachten oder die sagen, das jüdische Volk existiere nicht, werden weithin gelobt. Was Theodor Lessing in einem 1930 in Deutschland veröffentlichten Buch „jüdischen Selbsthass“ nannte, schwängert die Atmosphäre einmal mehr.

Die dunkelste Zeit der Geschichte Europas in Erinnerung zu rufen mag pessimistisch erscheinen. Und diejenigen, die sagen Geschichte wiederhole sich nicht, haben vermutlich Recht, aber gewisse Formen der Heimtücke scheinen besonders fähig neue Kleider zu finden, damit sie überleben und wieder zu gedeihen.

In einem Interview mit einem französischen Magazin sagte vor ein paar Jahren ein Mann, der das Todeslager in Auschwitz überlebte: „In den 1930-er Jahren fanden Pessimisten Wege zu überleben; es waren die Optimisten, die starben.“

 

Übersetzt von unserem Partnerblog Heplev - Foto: Restaurant in Frankreich während der faschistischen Besatzung durch die Deutschen (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S59096 / CC-BY-SA [<font><font>CC-BY-SA-3.0-de</font></font>], via Wikimedia Common)

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Donnerstag, 04 April 2013