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Frauenrechte sind Menschenrechte

Frauenrechte sind Menschenrechte


Der 8. März, der Internationale Tag der Frau, mahnt die Rechte der Frauen an. Die Teilhabe von Frauen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens auf der ganzen Welt ist noch lange nicht selbstverständlich.



Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hilft den ärmsten Frauen dieser Welt mit zahlreichen Vorhaben.

Gerade in armen Ländern sind es oft die Frauen, die die Gesellschaft zusammenhalten. Obwohl sie die Hauptlast der Familie tragen, sind sie immer noch vielerorts stark benachteiligt. Ihre Rechte werden ignoriert oder gar mit Füßen getreten.

Hier gibt es noch viel zu tun. Daran erinnert der Jahrestag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden (kurz: Internationaler Tag der Frau).

1910, vor 100 Jahren, wurde auf einer internationalen Frauenkonferenz in Kopenhagen erstmals die Einführung eines jährlichen Weltfrauentages beschlossen. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel: "Dieser Tag steht für die Einforderung von Frauenrechten und die Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Lebenslagen."

Mit vielfältigen Aktionen will der Aktionstag am 8. März an die Rechte der Frauen und Mädchen erinnern und diese immer wieder einfordern.

Der 8. März erinnert auch an historische Ereignisse, wo Frauen sich gegen die vorherrschende Missachtung ihrer Rechte auflehnten. So begannen beispielsweise am 8. März 1857 mutige Textilarbeiterinnen in New York einen Warnstreik. Am 8. März 1917 protestierten tausende russischer Frauen in Sankt Petersburg gegen Krieg und Hunger.

70 Prozent der Armen weltweit sind Frauen

Fast 70 Prozent der Ärmsten der Welt und zwei Drittel aller Analphabeten sind Frauen. Jedes Jahr sterben über eine halbe Million Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt - 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Weltweit erledigen Frauen 66 Prozent der Arbeit und produzieren 50 Prozent der Lebensmittel. Insgesamt gehört ihnen aber nur ein Prozent des globalen Vermögens und sie beziehen nur zehn Prozent der Einkommen.

In vielen Regionen sind es hauptsächlich Frauen, die Lebensmittel für den lokalen Markt anbauen, also für Ernährungssicherung sorgen.

Andererseits sind sie stark benachteiligt und können kein selbstbestimmtes Leben führen. Vor allem auf dem Land sind Frauen Vergewaltigung und Unterdrückung schutzlos ausgesetzt. Viele werden durch ihre materielle Not auch zur Überlebensprostitution und in ausbeuterische Abhängigkeitsverhältnisse getrieben.

Häusliche Gewalt und Irrwege der Traditionen

Gerade in armen Ländern haben Frauen und Mädchen keinen oder einen schlechteren Zugang zu Bildung, zu Gesundheit oder Aufklärung. Die männlichen Nachkommen werden bevorzugt behandelt.

Der Mangel an Geschlechtergerechtigkeit erweist sich als großes Hemmnis für die nachhaltige Entwicklung dieser Länder. Die Vereinten Nationen riefen deshalb 1985 den Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen (UNIFEM) ins Leben. Er versteht sich als Anwalt für Frauenrechte und Gleichberechtigung der Frauen in Entwicklungsländern.

Doch immer noch sind da häusliche Gewalt, Zwangsheirat oder so genannte Ehrenmorde, die das Leben vieler Mädchen und Frauen zerstören. Auch systematische Vergewaltigungen als Waffe bei Konflikten (beispielsweise im Kongo) bringen ungeahntes Leid. Sexuelle Gewalt wird nicht nur eingesetzt, um Macht zu demonstrieren, sondern um die Gegenseite zu demütigen und um das soziale Gefüge zu zerstören. Oftmals werden die Frauen und Mädchen nach einer Vergewaltigung von der eigenen Familie verstoßen und von der Gesellschaft ausgegrenzt.

Schnitt in Leib und Seele

Die Genitalverstümmelung (Beschneidung) an Mädchen und Frauen ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung. Überwiegend wird sie auf dem afrikanischen Kontinent, aber auch in einzelnen Ländern Asiens und Lateinamerikas praktiziert. In verschiedenen Ländern Afrikas sind bis zu 90 Prozent der Frauen davon betroffen.

Die Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo nannte die Genitalverstümmelung eine Menschenrechtsverletzung und sagte ihr den Kampf an.

Entwicklungsprojekte stärken die Rolle der Frau

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) arbeitet mit seinen Partnern daran, die Einfluss- und Entscheidungsmöglichkeiten von Frauen zu erweitern. Mit ihren Partnerorganisationen setzt sie sich vehement dafür ein, der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu setzen. So werden Mädchen und Frauen unterstützt, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind.

Gezielt stärkt die Bundesregierung die Fähigkeit der Frauen zu selbstbestimmtem Handeln. Beispielsweise wird ihnen der Zugang zu Ressourcen wie Land und Bildung oder Finanzdienstleistungen (Kleinstkredite) verschafft. In fast allen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit ist die Stärkung der Rechte der Frau ein Kriterium, das es zu beachten gilt. Ohne das Engagement und das ausgeprägte Verantwortungsbewusstsein der Frauen sind viele Entwicklungsprojekte nur schwer durchführbar.

bro 9.03.2010 / Foto: B. Rocksloh-Papendieck Vergrößerung Immer selbstbewusster: Afrikas starke Frauen


Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Montag, 08 März 2010