Kurz, Strache und das Zentrum für politische Schandtaten

Kurz, Strache und das Zentrum für politische Schandtaten


Am vorgestrigen Montag, dem 27. Mai kam es zu zwei gravierenden Folgen der von deutschen Zeitungen ausgelösten Regierungskrise in Österreich.

Von Vera Lengsfeld

Bundeskanzler Kurz und seine Expertenregierung wurden auf Antrag der SPÖ durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Damit haben die Sozialdemokraten bewiesen, dass es ihnen nicht um das Land, sondern um ihren eigenen Vorteil geht. Ob sie nicht einen Pyrrhussieg erzielten, wird sich spätestens nach den Neuwahlen im September herausstellen.
Die Österreicher sind für Überraschungen gut, das hat sich bei der Europawahl gezeigt. Trotz des medialen Trommelfeuers um ein illegal aufgenommenes Video vom ehemaligen Vizekanzler Heinz-Christian Strache, hat die FPÖ nur unwesentlich an Wählerzustimmung eingebüßt. Dafür haben aber mehr als 35.000 Wähler mit ihrer Vorzugsstimme dafür gesorgt, dass Strache, der auf dem letzten Listenplatz seiner Partei für die Europawahl stand, nach oben und damit ins Europäische Parlament befördert wurde.

Dem Volk, dem „großen Lümmel“, wie Heinrich Heine es nannte, ist eben nicht zu trauen. Es gibt immer wieder unabhängige Geister, die es mitten in einer Kampagne nicht lassen können, sich ihre eigenen Gedanken zu machen. Sei es nur, dass sie sich gefragt haben, wieso peinliches betrunkenes Gerede in einem privaten Raum mehr mediale Aufmerksamkeit erhält, als die wirklichen politischen Skandale. Martin Schulz, der den Gerüchten nach in der SPD Andrea Nahles als Bundestagsfraktionsvorsitzende ablösen will, soll als Präsident des Europaparlaments die Ermittlungen gegen einen korrupten rumänischen Europaabgeordneten verzögert haben. Die rumänischen Sozialdemokraten haben einen korrupten Genossen, der wegen seiner Verfehlungen nicht Staatspräsident werden konnte, ins Amt des Parlamentspräsidenten gehievt, was die deutschen Sozialdemokraten nicht dazu bringt, auf Abstand zu gehen. Das ist nur ein Beispiel aus einer langen Liste politischer Vorteilsnahme.

Die Ermittlungen wegen des illegal hergestellten Videos haben schon brisante Ergebnisse erbracht, die in den deutschen Medien aber höchstens am Rande thematisiert werden.

Die Kronen-Zeitung hat bereits vor zwei Tagen berichtet, dass ein deutscher Verein das Video für 600.000 Euro in Krügerrand-Goldmünzen gekauft und anschließend den Medien zugespielt hat. Diese Meldung wurde vom ORF und anderen österreichischen Medien übernommen. In diesem Zusammenhang wurde das ruchlose „Zentrum für politische Schönheit“ genannt. Das Zentrum hat umgehend per Twitter dementiert, dass es das Video käuflich erworben und der Presse zugespielt hätte. „Statt wilder Gerüchte über den Ursprung des Videos zu verbreiten, könnten sich die investigativen Ressorts um die Finanzierungsquelle der #FPÖ kümmern!“, teilte es mit.

Die Frage bleibt aber, warum der Name dieser Gruppe, von der man spätestens seit ihrer Aktion in Chemnitz weiß, dass sie auch vor kriminellen Methoden nicht zurückschreckt, in diesem Zusammenhang überhaupt auftaucht. Kein Rauch ohne Feuer, sagt der Volksmund und jeder Kriminalist weiß, dass in Gerüchten häufig ein wahrer Kern steckt.

Aber ob es nun das ruchlose Zentrum für politische Schandtaten oder der große Unbekannte war, die Geschichte bleibt hochkriminell. Dass für das Video, das in weiterer Folge vom Spiegel und der Süddeutschen Zeitung (SZ) veröffentlicht wurde, in Krügerrand-Goldmünzen bezahlt wurde, ist etwas, das die Öffentlichkeit wissen sollte. Beide Blätter haben ja am Anfang betont, dass sie für das Denunzianten-Material nicht bezahlt haben.

In einem funktionierenden Rechtsstaat müsste eine Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen, wenn ein deutscher Verein mit kriminellen Methoden auf die österreichische Politik Einfluss nimmt. Das sollte für alle, die aus der unseligen deutschen Geschichte die richtigen Lehren gezogen haben, selbstverständlich sein.

Aber leider leben wir in Zeiten des moralischen Herrenmenschentums, das sich der Welt wieder überlegen fühlt und meint, jedes Mittel sei gerechtfertigt, um das politisch-korrekte Gute zu befördern.

Die Österreicher werden das nicht hinnehmen und deshalb werden wir über kurz oder lang erfahren, wer die Hintermänner waren, die Schicksal für Österreich gespielt haben.

 

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Vera Lengsfeld, Publizistin, war eine der prominentesten Vertreterinnen der demokratischen Bürgerrechtsbewegung gegen die "DDR"-Diktatur, sie gehörte 15 Jahre dem Deutschen Bundestag als Abgeordnete der CDU an. Sie publiziert u.a. in der Achse des Guten und in der Jüdischen Rundschau.


Autor: Vera Lengsfeld
Bild Quelle: Facebook


Mittwoch, 29 Mai 2019






Betrunkene und Kinder sagen die Wahrheit. Dann hat also Strache auf dem Filmchen nur das erzählt, was er wirklich denkt und auch verwirklichen will. Vielleicht sind die Aufnahmen und die Veröffentlichung rechtlich nicht korrekt, aber ob sie legal oder illegal sind bleibt letztendlich scheißegal. Hier wurde ein Politiker einfach nur enttarnt. Bermerkenwert finde ich aber das Frau Lengsfeld versucht, aus dem zumindest ehemaligen rechtsradikalen Politiker nunmehr ein bemitleidenswertes Opfer zu machen. Falls der arme Kerl in Österreich als Politiker keinen Erfolg mehr haben sollte, wird er es ja vielleicht bei uns versuchen. Das hat doch schon einmal hervorragend geklappt. Für eine gute Presse wird Frau Lengsfeld auch ohne Bezahlung in Goldmünzen sorgen. Vielleicht wird ja auch einmal ein solcher Film über unsere links-grün-versifften Kleptokraten gedreht. Für Geld machen die Sozis ja anscheinend alles.

Weißt Du Sio, es gibt eben mehr als das was die Öffis als wichtig erachten und die Merkwürdigkeit mancher Nachrichten ist eben interessant. Vertreter unserer Mehrheitsmeinung sehen das natürlich aus einer anderen Sicht aber diesmal können sich die Filmer nicht auf die "Deutsche Ruhe" verlassen, eventuell hat V. Lengsfeld ja Recht und die Österreicher sind nicht so einfach ruhigzustellen, wir werden sehen.

@2 Mir geht es doch nicht darum ob Fr. Lengsfeld Recht behält oder nicht. Selbst einem angetrunkenen Strache kann man doch die Absicht der schlimmsten Manipulation von Nachrichten oder Meinungen nicht auch noch anerkennen. Mit dieser versuchten Schönschreiberei gibt sie doch klar zu erkennen, daß sie auf ihrem Weg von Links über die Mitte nunmehr sehr weit Rechts angekommen ist. Es wird Österreicher geben, für die Strache weiterhin der große Macher ist. Ich bin aber überzeugt davon, daß eine überwältigende Mehrheit über dieses Videos sehr dankbar ist.

pp..mir geht diese Klasifizierung schwarz oder weiß mächtig auf den Senkel. Ich bin auch eher rechts. Ich glaube nicht an Greta und den von Menschen verursachten Klimewandel. Planeten kommen und vergehen! Alles ist einem Wandel unterzogen. Und ich lese keine Bildzeitung und schon lange habe ich das Abo für die Alpenprawda gekündigt. Wenn mir ein Portal nicht gefällt, bleibe ich fern, bevor ich ständig rumkritisiere.

@3sio Jaja, natürlich ist eine überwältigende Mehrheit in DE über dieses Video dankbar, hat es doch den Wahlkampgf entscheidend angeschoben, den Rest hat der Aufruf der Bischöfe getan aber Sio, mal darüber nachgedacht warum in allen bevölkerungsreicheren Ländern der EU die "Rechtspopulisten" die Wahlsieger waren? Wenn es nur nach der erreichten Stimmenzahl ginge sähe das schon andrrs aus. Wenn mich einer besoffen machen würde wäre ich wahrscheinlich auch anderer Meinung (z.B. Todesstrafe für Kinderschänder) als in nüchternem Zustand.