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Die Rackete der `Sea Watch´: Heldentum mit Ansage

Die Rackete der `Sea Watch´:

Heldentum mit Ansage


Das Gesicht von Carola Rackete kennt mittlerweile jeder von denen, die dem Nachrichtenstrom vergangener Tage auch nur flüchtig (sic!) folgten.

Von Shanto Trdic

Die Frau blickt ziemlich fies, richtig muffig aus der Wäsche. Das tat sie bestimmt auch vorher schon bei jeder sich bietenden Gelegenheit: als sich noch kein Mensch um sie und ihr Anliegen kümmerte (um die begleitenden Straftaten schert sich jetzt die italienische Justiz). Übellaunig und sowas von ernst bei der Sache, als Missionarin mit dem Charme einer herunter gekifften Rastafari weniger auftretend, mehr aufmuckend, scheint sie dir und uns ständig sagen zu wollen: Halt´s Maul, männlicher Rassist! Sie zählt also zu den in Legion angetretenen jung-dynamischen Vollzeit-Emanzen, die aus nicht restlos geklärten Gründen ihr Herz für all jene entdeckt haben wollen, die als mittellose Männer aus dem Orient und Nordafrika Richtung Europa ´flüchten´, um bereits knapp eine Meile jenseits der libyschen Küste von ihr und all den übrigen, zumeist dem deutschen Kulturkreis entstammenden Rettungskohorten abgefangen, genauer: abgeholt zu werden. Das hält den Nachschub bei Laune, das Geschäft, von Schleppern angekurbelt; und bekommt immer dann, geht etwas schief, umso nachdrücklicher die menschenrechtskonforme Rechtfertigung verpasst. Einspruch zwecklos. Auch seitens besagter Justiz, die jetzt als kleinlich, herzlos – ´spielverderberisch´ gebrandmarkt wird.

Sie arbeiten gründlich, diese Rettungsschiffer; das muss man ihnen lassen. Und effektiv, falls ihnen keiner in die lästige Quere kommt. Die aufgefangene ´Fracht´ soll tunlichst ohne zeitliche Verzögerungen, Volldampf voraus sozusagen, im nächsten italienischen Hafen wieder ausgekippt werden. Merke: es sind Menschen, Verzweifelte, Seenot-Anfällige: pausenlos sofort-zu-Versorgende. Es sind auch immer solche dabei, für die Frauen wie die cool-alternative Carola ungläubige Schlampen bleiben, und nicht wenige, nein: Die meisten von ihnen stammen aus jenen Regionen Afrikas, denen schon der frühe Schub Faustfingernder Silvestergäste entsprang. Keiner von denen freilich wurde je belangt. Opfer halt eben. Schwamm drüber.

Frau Rackete kostet derzeit jene vielzitierten ´15 Minuten des Ruhms´ aus, die Andy Warhol früh vorausgesehen hat. Er bezog sie auf die im Digitalzeitalter längst allgegenwärtige, ununterbrochene Flüchtigkeit eines Ruhms, der keinen feuchten Kehricht mehr wert zu sein scheint. Als ich gestern beim zappen zufällig aufs Interview mit der Aktivistin stieß, kam mir fast der Kaffee wieder hoch. Ganz klar: Die Carola hält sich für eine richtige Heldin, sie tut, was getan werden muss, und wer nicht mittut oder beim Tun stört, tut ihr selbst und den Geretteten sowas von Unrecht, ist also ein ziemliches Schwein. Bitte: So hat sie´s nicht gesagt, aber genau so ist es natürlich gemeint gewesen.

Das infolge Masseneinwanderung komplett heruntergekommene Lampedusa wird bereits vom nächsten ´Rettet die Welt´ Schiff angesteuert. Ungerührt von den laufenden Ereignissen oder eben dadurch mal so richtig angestachelt? Keinen dieser Menschenfreunde kratzt auch nur im Mindesten, dass die italienische Bevölkerung strikt gegen die ohnehin illegale Einwanderung eingestellt bleibt, der sie so unermüdlich nachhelfen. Das gilt auch für die Sympathisanten. In Italien als Rucksack- oder Pauschaltourist den Sommer genießen: immer gerne. Ansonsten möge er, der gemeine Italiener mit Mindesteinkommen und kaum noch bezahlbarer Wohnung, bitte und gefälligst die Fresse halten. Keiner von denen, die das Land in ein einziges Auffanglager für Schlauchbootmigranten umwandeln möchten, sieht ja, wie schlecht es den meisten Autochthonen selbst geht, das kann und darf in diesem Zusammenhang nicht einmal eine untergeordnete Rolle spielen. Auch nicht für Frau Rackete. Der hypertrophe Moralismus, mit dem diese Leute hausieren gehen, als gelte es, damit die ganze Welt zu erlösen, ist vor allem an der Rücksichtslosigkeit zu erkennen, mit der die entsprechenden Taten umgesetzt, durchgesetzt – exekutiert werden. Es ist viel Kälte und Gesinnungsterror im Spiel: eine Art Überzeugungsautismus, der jegliche Einwände Lügen straft. Man weiß das gute Gewissen ja stets auf seiner Seite, und stellt damit sämtliche Einwände automatisch ins ätzende Abseits.

Es ist und bleibt unmoralisch, also: fast verboten, auch nur zu erwähnen, dass der so bewerkstelligte Massenimport uns völlig fremder, weil anderen Sozialisationen entstammender Menschen, die Errungenschaften einer über zweitausendjährigen Geschichte nicht einzig in Frage stellen wird. Auf kurz oder lang dürften die entsprechenden Werte erodieren und schließlich ganz verschwinden. Was keiner mehr beklagen mag. Die Nachgeborenen werden es auch gar nicht mehr anders kennen.

Die öffentliche Debatte bleibt verlogen. Und kommt natürlich immer zu spät. Angestoßen wird sie rechtzeitig, aber stets unter der Hand, kleinlaut und knickrig sozusagen. Richtig publik macht man die korrespondierenden Probleme immer erst dann, wenn ihre Häufungen selbst keine Alternative mehr zulassen. Schon vor Jahren erzählten mir, ganz unabhängig voneinander, zahlreiche Mädchen unserer Schule, das sie sich nicht mehr ins heimische Freibad trauen. Sie würden dort dauernd von den Flüchtlingen belästigt, bedroht – betatscht. Nichts davon in den Medien. Sind ja bloß Einzelfälle. Freilich: jetzt nicht mehr. Die entsprechenden Übergriffe, meist Rudeln junger Männer ´südländischen´ Aussehens geschuldet, nehmen überhand. Was will ein einfacher Bademeister dagegen allein unternehmen? Nicht einmal die per Notruf georderten Polizeikräfte werden mit den aggressionsbereiten Mackern fertig. Allen Ernstes stand neulich in meiner Tageszeitung bezüglich solcher und ähnlicher Vorfälle, dass ´bei der Hitze schon mal die Emotionen überkochen können´.

Au Scheiße. Stell dir vor, da vergewaltigt jemand ein junges Mädchen und der Untersuchungsrichter plädiert auf Sonnenstich. Sie haben auch tatsächlich einen: all jene, die solange um den heißen Brei herum reden, bis man ihnen abschließend das eigene Maul stopft. Nicht falsch verstehen: Dafür sorgen einmal etliche derer, denen der Sprung ins gelobte Land gelang. Im Winter auf der Domplatte, im Sommer dann beim Baden. Leute: Da geht noch was.


Autor: Dr. Nathan Warszawsk
Bild Quelle:


Sonntag, 07 Juli 2019