Deja-vu mit Mikrowellen-Journalismus

Deja-vu mit Mikrowellen-Journalismus


Im früher relativ seriösen Kurier gab es auf der Horoskop-Seite eine Rubrik mit eher skurrilen News aus aller Welt.

Deja-vu mit Mikrowellen-Journalismus

Von Aron Sperber

Selbst als Kind konnte man erkennen, dass es sich bei den meist aus den USA stammenden schrillen kleinen Episoden (oft kam ein Mikrowellenherd oder eine Maus im Burger vor) nicht um seriösen, nachgeprüften Journalismus handelte.

Heute hatte ich beim ORF ein Déjà-vu:

"So sei Menschen in Indien empfohlen worden, Kuhurin oder -dung zu verzehren, um sich gegen eine Ansteckung zu wappnen. In Saudi-Arabien wurde Kamelurin mit Limone als Wunderwaffe gegen SARS-CoV-2 beworben. Der Konsum von hochkonzentriertem Alkohol zur vermeintlichen Desinfizierung des Körpers kostete weltweit sogar 800 Menschen das Leben. Rund 5.900 landeten nach dem Trinken von Methanol im Krankenhaus, 60 erblindeten."

https://science.orf.at/stories/3201353

Nur dass diese Episoden nicht mehr mit einem Augenzwinkern neben dem Horoskop präsentiert wurden, sondern als seriöse Weltnachrichten. Natürlich nicht nur im ORF, sondern auch in allen anderen wichtigen Medien wie dem heutigen Kurier. Jener hat den journalistischen Vogel abgeschossen, indem er die widerlichen Fake-News elegant mit Putins garstigem Impfstoff verknüpft:

"Experten skeptisch gegenüber russischem Impfstoff; Viele Tote durch Fakenews"

(Kurier)

Die Räuberpistole des bislang völlig unrenomierten „American Journal of Tropical Medicine and Hygiene“ wird zur seriösen Weltnachricht, wenn es darum geht, angebliche Fake News in den Sozialen Medien anzuprangern.

Selbst der ziemlich rassistische Inhalt von den Kampelpisse trinkenden Arabern und Kuhscheiße essenden Indern ist kein Problem, wenn der Spin passt.


Autor: Aron Sperber
Bild Quelle: Der gelehrte hermes / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)


Donnerstag, 13 August 2020

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