Serbien ist Waffenlieferant im Kaukasus-Krieg

Serbien ist Waffenlieferant im Kaukasus-Krieg


„Es gibt dort keine serbischen Waffen, nichts aus serbischer Produktion“, dementierte Präsident Aleksandar Vucic in dieser Woche Berichte, dass neben russischen und türkischen Waffen auch Granaten und Raketen aus serbischen Waffenschmieden im wieder aufgeflammten Krieg um Bergkarabach zum Einsatz kommen.

Serbien ist Waffenlieferant im Kaukasus-Krieg

Kein glaubwürdiges Dementi, wie tagesspiegel.de berichtet.

Mitte August hätte Vucic noch auf die aserbaidschanische Kritik an serbischen Waffenlieferungen an Armenien eine ganz andere Botschaft verkündet. Serbien habe an Aserbaidschan „zehn Mal mehr Waffen“ als an Armenien verkauft, soll er damals erklärt haben. Wenn Serbien eine Rüstungsindustrie wolle, müsse sie deren Produkte auch an jemanden verkaufen, auch wenn man damit „immer irgendjemanden“ vor den Kopf stoße. „Mich interessieren nur unsere Fabriken und unsere Rüstungsindustrie“, habe Vucic betont.

Serbiens geschäftsführender Handelsminister Rasim Ljajic habe bereits im Juli eher verlegen die Genehmigung von Waffenexporten nach Armenien bestätigt: Da das Land unter keinerlei UN-Sanktionen stehe, hätte sich Belgrad „formalrechtlich“ keinerlei Fehler erlaubt.

Russland, die Türkei und Israel gelten als Hauptlieferanten des Kriegsgeräts, mit dem der Konflikt auf dem Kaukasus derzeit ausgefochten wird. Doch ob in Syrien, Jemen, Afghanistan oder Nigeria: Vermehrt würden die Billig-Granaten und Raketenwerfer von Serbiens zumeist staatlichen Rüstungsschmieden auch über Drittländer in Spannungsgebiete gelangen– so wie jetzt im Kaukasus. Belgrad verweise zwar darauf, dass Exportgenehmigungen keineswegs für Kriegsgebiete erteilt würden. Doch auffällig sei, dass private Waffenhändlerfirmen aus dem Dunstkreis der Regierungspartei SNS das lukrative Exportgeschäft in den letzten Jahren weitgehend von der staatlichen „Jugo-Import“-Gesellschaft übernommen haben.

Laut der Zeitung „Danas“ seien Serbiens Waffenlieferungen an Aserbaidschan direkt von den Produzenten und diejenigen an Armenien fast alle über die Firmen des Waffenhändlers Slobodan Tesic abgewickelt worden. Den habe das US-Finanzministerium wegen korrupter Geschäftspraktiken als unerwünschte Person auf seine Sanktionsliste gesetzt.


Autor: AchGut
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Donnerstag, 01 Oktober 2020

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