Gestiegene Selbstmordrate unter kurdischen Ezidinnen in den Flüchtlingslagern drängt zum Handeln!

Gestiegene Selbstmordrate unter kurdischen Ezidinnen in den Flüchtlingslagern drängt zum Handeln!


In einem dringenden Appell hat sich Beiratsmitglied der Kurdischen Gemeinde Deutschland und Traumatologe Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan an die Öffentlichkeit und Politik gewandt:

Gestiegene Selbstmordrate unter kurdischen Ezidinnen  in den Flüchtlingslagern drängt zum Handeln!

Allein in den letzten zehn Tagen gab es in der Autonomen Region Kurdistan im Irak elf Selbstmorde, hauptsächlich in den Flüchtlingslagern, in denen die kurdischen Ezid*innen leben. Die Gründe für die massiv gestiegene Selbstmordrate werden aktuell von Prof. Kizilhan und seinem Team untersucht. Sie stehen voraussichtlich mit dem schwierigen Leben in den Flüchtlingslagern, der politisch ungeklärten Zukunftsperspektive sowie den wirtschaftlichen und sozialen Problemen, einschließlich der aktuellen Restriktionen aufgrund der Corona-Pandemie, in einem Zusammenhang.

Bei den meisten Betroffenen handele es sich um junge kurdische Ezid*innen aus der Region Shengal. Der Völkermord an den Ezid*innen 2014 durch den Islamischen Staat hat Tausende von Menschenleben gekostet und die Gemeinschaft langfristig traumatisiert.

Seit Jahren ist die kurdische Regierung in Erbil mit der Versorgung und Betreuung von Hunderttausenden, darunter auch traumatisierte Menschen, weitgehend allein gelassen worden“, kritisiert Mehmet Tanriverdi, stellv. Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland. „Wir schließen uns dem Appell von Prof. Kizilhan an: Es braucht hier dringend internationaler Unterstützung, nicht nur bei der psychologischen Betreuung und Suizidprävention.“

Oberste Priorität müsse neben dem Ausbau therapeutischer Einrichtungen der infrastrukturelle Aufbau und die gesicherte Rückkehr der Geflüchteten in die Heimatregion Shengal sein, so Tanriverdi.

Die KGD appelliert an die Bundesregierung, aber vor allem an die gesamte EU sowie die internationale Gemeinschaft, konkrete Schritte zum Wiederaufbau und zur Sicherung der Region Shengal zu unternehmen – um den Menschen dort ein Leben in Sicherheit und Stabilität zu ermöglichen.

 

Foto: Jesiden demonstrieren am Brandenburger Tor in Berlin


Autor: Kurdische Gemeinde D
Bild Quelle: An-d, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons


Montag, 18 Januar 2021

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