London: Pro-palästinensische Aktivisten attackieren Israels Botschafterin [Video]

London: Pro-palästinensische Aktivisten attackieren Israels Botschafterin [Video]


Anhänger der Palästinenser haben Israels Botschafterin in der britischen Hauptstadt London massiv bedrängt, nachdem die Diplomatin an einer Veranstaltung der London School of Economics teilgenommen hatte.

London: Pro-palästinensische Aktivisten attackieren Israels Botschafterin [Video]

Von Manfred W. Black

Die Botschafterin musste von ihren Leibwächtern und britischen Polizeibeamten in Sicherheit gebracht werden.

Dies geschah ausgerechnet am 9. November. Hatten doch am 9. November 1938 „die Nazis in Deutschland einen Pogrom“ angezettelt, „der als ‚Kristallnacht‘ bekannt wurde“, schreibt dazu das jüdische Nachrichtenportal „Mena Watch“ einen Tag nach den Gewaltvorfällen.

Weiter heißt es dort: „Auf den Tag genau dreiundachtzig Jahre später wurde die israelische Botschafterin in Großbritannien, Tzipi Hotovely, von gewalttätigen Rassisten (…) aus der London School of Economics (LSE) vertrieben.“

Eingeladen, zum Thema „Naher Osten“ zu referieren

Die Diplomatin Tzipi Hotovely war eingeladen worden, zum Thema „Neue Ära im Nahen Osten“ zu referieren. Anschließend sollte sie mit Studenten an der renommierten britischen Universität diskutieren.

Die Botschafterin konnte ihren eineinhalbstündigen Vortrag vor einem Publikum von 200 Studenten zwar noch halten. Doch kurz danach eskalierte die Situation, noch bevor die Veranstaltung wirklich zu Ende war: „Der Mob jagte die Botschafterin“ („Bild-Zeitung“).

Als Hotovely das Hochschulgebäude verließ, versuchten pro-palästinensische Demonstranten, „sich auf sie zu stürzen“ („Die Welt“). In der bedrohlichen Lage musste die Diplomatin  „evakuiert werden“, berichtet die Tageszeitung. Zuvor hatten pro-palästinensische Aktivisten versucht, das Hochschulgebäude zu stürmen.

Mehrere Fotos und Videoaufnahmen zeigen die Botschafterin beim Verlassen des Holborn-Campus. Sie trug Blumen, während die Radikal-Demonstranten „Schämst du dich nicht?“ skandierten. Die Aktivisten buhten und suchten, sich an den Polizisten vorbei zu drängen und die Scheiben des Fahrzeugs zu demolieren.

Von ihren Leibwächtern wurde Hotovely in ihr Diplomatenfahrzeug gebracht. Etliche Londoner Polizisten hielten eine große Gruppe von Polit-Aktivisten in Schach. Die Botschafterin wurde davon gefahren. In einem Land Rover folgen weitere Sicherheitsleute der Botschafterin.

Aufruf zur Gewalt

In einem linken Instagram-Profil mit dem Namen „LSE Class War“ („LSE Klassenkampf“) hatten vor der Veranstaltung angebliche LSE-Studenten dazu aufgefordert, die Fenster des israelischen Dienstfahrzeugs „einzuschlagen“ und „das Gebäude zu stürmen“. „Let’s fuckin frighten her“ („Machen wir Ihr verdammt noch einmal Angst“), wurde verlangt. Weiter war zu lesen: „Let’s make her shake” („Lassen wir sie vor Angst erzittern”).

Tzipi Hotovely war 2015 bis 2020 stellvertretende israelische Außenministerin, sie ist eine überzeugte Befürworterin der israelischen Siedlungsbewegung und gilt als entschiedene Gegnerin der Zwei-Staaten-Lösung für Palästinenser und Israelis im Nahen Osten. Seit dem 2. August 2020 arbeitet sie als erste Frau in der Funktion der israelischen Botschaftsleitung im United Kingdom.

Nach dem Ausscheiden Benjamin Netanjahus aus dem Amt des Ministerpräsidenten hatte der neue, links orientierte Außenminister Yair Lapid versucht, einen seiner Vertrauten auf den Botschafter-Posten im Königreich zu setzen. Doch Hotovely, die einen Dreijahresvertrag als Botschafterin hat, weigerte sich, ihre Tätigkeit in London zu beenden.

Britische Minister verurteilen die Attacken

Am Mittwoch verurteilten die britischen Staatsminister Nadhim Zahawi (Bildung) sowie James Cleverly (Naher Osten und Afrika) das „aggressive und bedrohliche Verhalten“ der gewalttätigen Demonstranten. Der konservative Politiker Nadhim Zahawi ist irakischer Kurde, er kam als Einwanderer-Kind nach Großbritannien.

Viele „irakischen Kurden haben herzliche Beziehungen zu Israel und dem jüdischen Volk“, erläutert das jüdische Internetportal „Israel heute“ in seinem Bericht über die Angriffe an der London School of Economics. Zahawi habe „sich an vorderster Front für die Bekämpfung des Antisemitismus in Großbritannien eingesetzt“.

Die israelische Botschaft in London erklärte zu den Zusammenstößen in der Hauptstadt: „Die Gewalt, die wir erlebten, als die Botschafterin nach der Rede das Gebäude verließ, wird israelische Diplomaten nicht davon abhalten, einen sinnvollen Dialog mit allen Teilen der britischen Gesellschaft zu führen.“

 


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Diliff, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons


Freitag, 12 November 2021

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