EU-Verbot von klimaschädlichen F-Gasen in Wärmepumpen: Umweltschutz vs. Heizungswende

EU-Verbot von klimaschädlichen F-Gasen in Wärmepumpen: Umweltschutz vs. Heizungswende


Die Europäische Union befindet sich in Verhandlungen über ein mögliches Verbot von klimaschädlichen F-Gasen, die derzeit in den meisten Wärmepumpen eingesetzt werden. Ein solches Verbot hätte weitreichende Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Wärmepumpen-Industrie, was bei Experten und Branchenvertretern auf Kritik stößt.

EU-Verbot von klimaschädlichen F-Gasen in Wärmepumpen: Umweltschutz vs. Heizungswende

F-Gase und ihre negativen Auswirkungen auf die Umwelt sind seit einiger Zeit in der Diskussion. Wie Corinna Kodim, Energie-Expertin vom Verband Haus & Grund erklärt, arbeiten die meisten Wärmepumpen derzeit mit diesen klimaschädlichen Gasen. Es gibt zwar Modelle, die mit dem umweltfreundlicheren Kältemittel Propan arbeiten, allerdings ist Propan brennbar und erschwert somit den Einbau in Innenräumen. Bei einem Verbot der F-Gase müssten Wärmepumpen aufgrund der Feuergefahr im Freien installiert werden, was in städtischen Gebieten aufgrund von Platzmangel problematisch sein kann.

Die drohende EU-Regulierung wird von Branchenexperten kritisiert, die befürchten, dass die schnelle und umfassende Einführung von Wärmepumpen in den kommenden Jahren gefährdet sein könnte. Der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA), der Fachverband Gebäude-Klima (FGK) und der Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte (RLT) haben bereits im Sommer 2022 zu den Plänen der EU-Kommission Stellung bezogen. Ihrer Meinung nach könnte ein Verbot der entsprechenden Gase die Heizungswende und die Wärmepumpen-Industrie massiv beeinträchtigen.

Robert Habecks Pläne für die Heizungswende könnten durch die mögliche EU-Regulierung ebenfalls betroffen sein. Der Entwurf des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) konkretisiert die Anforderungen an den Betrieb von Wärmepumpen und schafft Vorgaben für die Kältemittelwahl, die strenger sind als die des zukünftigen Unionsrechts. Dem Gesetzentwurf zufolge dürfen Haushaltswärmepumpen nur noch natürliche Kältemittel wie Propan oder CO₂ verwenden. Es sollen jedoch Ausnahmen gelten, wenn Sicherheitsanforderungen die Verwendung von brennbaren Kältemitteln wie Propan nicht erlauben. Der Gesetzentwurf lässt allerdings offen, welche Alternativen in solchen Fällen zulässig wären.


Autor: Bernd Geiger
Bild Quelle: Symbolbild


Dienstag, 02 Mai 2023

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