Jüdische Organisationen lehnen Treffen mit französischem Minister nach „verfrühter“ Anerkennung Palästinas ab

Jüdische Organisationen lehnen Treffen mit französischem Minister nach „verfrühter“ Anerkennung Palästinas ab


Sieben große US-amerikanische jüdische Organisationen haben aus Protest gegen die Ankündigung von Präsident Emmanuel Macron, einen palästinensischen Staat anzuerkennen, ein Treffen mit einem französischen Minister abgelehnt.

Jüdische Organisationen lehnen Treffen mit französischem Minister nach „verfrühter“ Anerkennung Palästinas ab
By The Kremlin, Moscow - Visit to France, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=81044969

Frankreich ist damit das größte westliche Land, das diese einseitige Anerkennung ausspricht – eine Position, die IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und die Vereinigten Staaten deutlich ablehnen.

Jean-Noel Barrot, Frankreichs Minister für Europa und Auswärtige Angelegenheiten, hatte die „Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations“ sowie weitere Mitgliederorganisationen eingeladen, um in New York über die Anerkennung Palästinas zu sprechen. Die Einladung wurde jedoch abgelehnt.

In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten die Organisationen: „Wir sind enttäuscht, dass wir eingeladen wurden, eine Entscheidung zu diskutieren, die offenbar bereits getroffen wurde, anstatt als Partner, die sich für nachhaltigen Frieden einsetzen, vorher einbezogen zu werden.“ Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Anti-Defamation League, das American Israel Public Affairs Committee, B’nai B’rith International sowie der World Jewish Congress.

Die Gruppen äußerten zudem tiefe Besorgnis, dass Frankreichs Vorgehen die Aussichten auf eine gemeinsam ausgehandelte Zukunft für Israelis und Palästinenser untergräbt. „Mit diesem einseitigen Schritt ermutigt Frankreich nicht nur Extremisten, sondern gefährdet auch die Sicherheit jüdischer Menschen weltweit. Zudem entfremdet es moderate Stimmen und schwächt die Glaubwürdigkeit der französischen Diplomatie in der Region“, heißt es weiter.

Barrot selbst wies die Kritik zurück und begründete den französischen Schritt auf Twitter: „Die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen hat die Zwei-Staaten-Lösung stets abgelehnt. Mit der Anerkennung Palästinas widerlegt Frankreich diese Terrororganisation und unterstützt die Friedensseite gegen die Kriegstreiber.“

Die israelische Regierung reagierte empört. Außenminister Gideon Sa’ar warnte in einem Tweet, dass Israel angesichts der französischen Anerkennung eine noch unbestimmte Gegenmaßnahme prüfe. Er habe bereits mit seiner kanadischen Amtskollegin über die Entwicklung gesprochen. Sa’ar betonte, einseitige Schritte wie jene Frankreichs würden Israel zu eigenen Reaktionen zwingen. „Die französische Initiative schadet den Chancen auf eine Geiselbefreiung und einen Waffenstillstand. Sie wird keine Stabilität in der Region fördern“, schrieb er.

William Daroff, Geschäftsführer der „Conference of Presidents“, erklärte, die Ablehnung des Treffens sei keine dauerhafte Politik. „Wir treffen uns regelmäßig mit ausländischen Führungspersönlichkeiten, auch wenn wir mit deren Politik nicht übereinstimmen. Doch in diesem Fall war die Entscheidung aller eingeladenen Organisationen einstimmig, das Treffen abzulehnen. Diese Geschlossenheit unterstreicht die Ernsthaftigkeit unserer Ablehnung.“ Künftige Einladungen würden von Fall zu Fall geprüft.

In der gemeinsamen Erklärung von Daroff und Betsy Berns Korn, Vorsitzende der „Conference of Presidents“, heißt es weiter: „Das Timing ist besonders besorgniserregend. Die Hamas lehnt weiterhin glaubwürdige Vorschläge für einen Waffenstillstand und die Freilassung von Geiseln ab, während internationale Vermittler an einer Lösung arbeiten. Frankreichs Entscheidung nimmt jeden Anreiz für Kompromisse weg.“

„Frieden setzt voraus, dass palästinensische Führungspersönlichkeiten sich von der genocidalen Ideologie der Hamas distanzieren und einen echten Dialog anstreben. Solange die Hamas GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen kontrolliert, Geiseln hält und israelische Zivilisten bedroht, wird ein bedeutender Fortschritt außer Reichweite bleiben“, schließen die jüdischen Organisationen.




Autor: Redaktion
Sonntag, 27 Juli 2025

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