„F***ing Zionisten“ – Jüdische Familien in Griechenland öffentlich gedemütigt

„F***ing Zionisten“ – Jüdische Familien in Griechenland öffentlich gedemütigt


Ein Familienurlaub auf der griechischen Insel Naxos endete für drei jüdische Familien aus London in einem Albtraum. Ein Wirt beschimpfte sie, warf sie hinaus – während andere Gäste Beifall klatschten. Der Vorfall zeigt, wie alltäglich offener Judenhass in Europa wieder geworden ist.

„F***ing Zionisten“ – Jüdische Familien in Griechenland öffentlich gedemütigt

Was als sommerlicher Urlaub beginnen sollte, verwandelte sich in eine traumatische Erfahrung. Drei jüdische Familien aus London – insgesamt 13 Personen – wollten in einer Taverne auf der griechischen Insel Naxos essen. Wenige Minuten später standen sie auf der Straße, begleitet von Beleidigungen, Hohn und Applaus anderer Gäste.

Auslöser war ein Aufkleber auf der Toilette mit der Parole „Boycott Israeli Apartheid“. Eine Jugendliche aus der Gruppe versuchte, diesen zu entfernen. Eine Kellnerin griff ein, der Besitzer stürmte hinzu und brüllte die Familien an: „Raus aus meinem Restaurant, f***ing Zionisten, Kindermörder!“ Augenzeugen berichten, dass andere Gäste klatschten und „Buh“-Rufe ausstießen, während die Familien gezwungen waren, den Tisch zu verlassen.

Eine der Mütter schildert die Szene gegenüber der britischen Presse: „Das Schlimmste war, dass Fremde klatschten und uns verspotteten. Ich konnte nicht glauben, was geschah.“ Eine andere Frau verglich das Erlebnis mit der öffentlichen Brandmarkung von Juden im Europa der 1930er-Jahre: „Es fühlte sich an, als hätten sie uns ein gelbes Abzeichen aufgezwungen.“

Die Familien zahlten sogar noch ihre Rechnung, weil das Tor des Parkplatzes verschlossen war. Der Wirt verfolgte sie bis dorthin und beschimpfte sie weiter als Unterstützer von „Völkermord“. Für die Kinder blieb ein Gefühl von Angst und Scham – ausgerechnet während eines harmlosen Urlaubs.

Der Besitzer der Taverne, Yannis Vassilas, rechtfertigte sein Verhalten nach der anschließenden Welle an Kritik im Netz: „Wer unsere politischen Ansichten nicht teilt, soll nicht in unser Restaurant kommen.“ Für viele Beobachter offenbart diese Reaktion eine besorgniserregende Normalität: Antisemitismus wird nicht verschleiert, sondern offen als „politische Haltung“ verteidigt.

Der Vorfall reiht sich ein in eine zunehmende Zahl antisemitischer Zwischenfälle in Europa. Ob in London, Paris, Berlin oder nun auf griechischen Inseln – Juden berichten von Anfeindungen, Ausgrenzung und Gewalt, die immer unverhohlener zutage tritt. Besonders perfide ist, dass der Hass oft unter dem Deckmantel angeblicher „Israelkritik“ auftritt – wie in diesem Fall, ausgelöst durch einen simplen Aufkleber.

Dass Gäste Beifall spendeten, während jüdische Familien hinausgeworfen wurden, markiert einen Punkt, der über eine Einzeltat hinausgeht: es ist das Bild einer Gesellschaft, die Antisemitismus nicht nur duldet, sondern aktiv bejubelt. Wer schweigt oder klatscht, macht sich zum Teil des Problems.

Für die betroffenen Familien bleibt ein Urlaub voller Narben zurück – und die Erkenntnis, dass jüdisches Leben in Europa im Jahr 2025 wieder in einer Atmosphäre der Verachtung stattfinden muss.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot


Freitag, 29 August 2025

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