Hamas trotzt nach Angriff in Doha: Unbeirrte Bedingungen, wankende FassadeHamas trotzt nach Angriff in Doha: Unbeirrte Bedingungen, wankende Fassade
Die Terrororganisation Hamas meldet sich erstmals nach dem israelischen Luftschlag in Katar zu Wort – und versucht Stärke zu demonstrieren. Doch das Schweigen um den Verbleib ihrer führenden Köpfe legt eine tiefe Unsicherheit offen.

Der Sprecher der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, Fauzi Barhum, trat am Donnerstag vor die Presse und erklärte, der Angriff Israels habe nicht nur auf einzelne Funktionäre gezielt, sondern sei ein Schlag gegen den gesamten Verhandlungsprozess gewesen. Damit versucht die Organisation, die Attacke politisch aufzuladen – ein Muster, das seit Jahren Teil ihrer Propagandastrategie ist. Barhum beschuldigte nicht nur die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu, sondern auch die Vereinigten Staaten, „Komplizen“ der Operation zu sein. Das Ziel sei, so Barhum, die Verhandlungen über einen Waffenstillstand nach der Initiative von US-Präsident Donald Trump zu untergraben.
Verschleierung statt Transparenz
Während Hamas in ihrer Rhetorik Härte demonstriert, bleiben entscheidende Fragen unbeantwortet. Zwar räumte Barhum ein, dass die Ehefrau und die Schwiegertochter des hochrangigen Hamas-Mannes Chalil al-Hajja bei dem Luftschlag verletzt wurden, doch über dessen Schicksal schweigt die Organisation. Auch bei der Beerdigung der Getöteten in Doha fehlte er auffällig – ein Indiz, dass er schwerer getroffen sein könnte, als die Hamas öffentlich zugibt.
IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen wiederum hält sich bedeckt. Offizielle Stellen betonen, die Auswertung des Bombardements – das sogenannte BDA (Bomb Damage Assessment) – sei noch nicht abgeschlossen. Erfahrungsgemäß ist die Hamas schnell darin, eigene Verluste zu verschleiern, während Israel vorsichtig bleibt, bis eindeutige Bild- und Geheimdienstanalysen vorliegen.
Die unbeirrten „Bedingungen“ der Hamas
Inhaltlich wiederholte Barhum die bekannten Maximalforderungen: vollständiger Abzug der israelischen Armee aus dem GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen, ein umfassender Gefangenenaustausch, internationale Hilfen sowie ein Wiederaufbau unter Hamas-Regie. Dass die Terrororganisation diese Bedingungen als „unverrückbar“ darstellt, passt ins Muster: Israel soll gezwungen werden, die Herrschaft der Hamas über GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen zu legitimieren.
Die Realität ist jedoch eine andere. Die Luftschläge in Doha haben die Hamas empfindlich getroffen – allein schon deshalb, weil ihr enger Führungszirkel, bislang in der sicheren Kulisse Katars, direkt ins Visier genommen wurde. Das Bild der Unantastbarkeit ist dahin. Dass sich ausgerechnet der Emir von Katar an der Seite der Hamas-Funktionäre bei der Beerdigung zeigte, wirft zudem Fragen nach der Rolle des Golfstaates auf. Während Doha sich als Vermittler inszeniert, erlaubt es zugleich der Hamas, auf seinem Boden einen Verhandlungsstab einzurichten – ein offener Widerspruch.
Aus Jerusalemer Sicht ist der Schlag in Doha ein Signal: Wer Kriege gegen Israel anzettelt, darf sich auch außerhalb Gazas nicht sicher fühlen. Zugleich macht die Operation deutlich, dass die israelische Führung die Waffenstillstandsverhandlungen nicht als Selbstzweck betrachtet. Wenn Terrorführer die Gespräche als Deckmantel nutzen, um ihre Macht zu zementieren, nimmt Israel ihnen diesen Schutz.
Die Hamas versucht nun, den Angriff als Beleg ihrer eigenen Opferrolle zu deuten. Doch ihre Beschuldigungen gegen die USA wirken wie ein Ablenkungsmanöver. Denn im Kern hat die Terrororganisation einen empfindlichen Schlag erlitten. Ob ihre Führungsriege tatsächlich geschwächt wurde, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen. Eines aber ist bereits klar: Israel hat den Kriegsschauplatz erweitert – und Hamas muss erkennen, dass kein Rückzugsort dauerhaft sicher ist.
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Freitag, 12 September 2025