Israelische Staatsbürgerin nach Feuerkatastrophe in der Schweiz vermisstIsraelische Staatsbürgerin nach Feuerkatastrophe in der Schweiz vermisst
Was als ausgelassene Silvesternacht in einem der exklusivsten Skiorte Europas begann, endete in einer Tragödie. Unter den Opfern und Vermissten befindet sich nun auch eine israelische Staatsbürgerin.
Zwei Tage nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Wintersportort Crans-Montana hat das israelische Außenministerium bestätigt, dass eine israelische Staatsbürgerin offiziell als vermisst gilt. Der Kontakt zu der Frau sei abgebrochen, ihr Aufenthaltsort bislang unbekannt. Sie besitzt neben der israelischen eine weitere Staatsangehörigkeit. Mitarbeiter der israelischen Botschaft befinden sich vor Ort und stehen in engem Austausch mit den lokalen Behörden sowie mit der Familie der Vermissten.
Die Nachricht trifft Israel in einem Moment, in dem viele Familien die Feiertage noch nicht ganz hinter sich gelassen haben. Für die Angehörigen beginnt nun eine Phase quälender Ungewissheit, während Rettungskräfte und Ermittler weiterhin unter Hochdruck arbeiten.
Ein Feuer in Sekunden
Die Katastrophe ereignete sich in der Nacht zum Neujahr gegen 1:30 Uhr in einer Bar im Zentrum des Nobel-Skiortes. Der Club war bis auf den letzten Platz gefüllt, als es während der Feierlichkeiten zu einem folgenschweren Zwischenfall kam. Nach Angaben der Schweizer Behörden wurde das Feuer durch Feuerwerkskörper ausgelöst, die an Champagnerflaschen befestigt waren. Eine Flamme geriet zu nah an die Decke, die aus Holz bestand. Innerhalb kürzester Zeit stand der gesamte Raum in Flammen.
Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen. Menschen filmten zunächst, ohne das Ausmaß der Gefahr zu begreifen. Dann breitete sich dichter, schwarzer Rauch aus, die Sicht verschwand, Panik brach aus. Einige Gäste versuchten zu fliehen, andere waren eingeschlossen. Berichte über Menschen, die aus Fenstern sprangen, unterstreichen die Dramatik der Lage.
Mindestens 40 Menschen kamen ums Leben, rund 100 weitere wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Unter den Opfern befinden sich Staatsangehörige mehrerer Länder. Die Identifizierung der Toten gestaltet sich schwierig und wird nach Einschätzung der Schweizer Staatsanwaltschaft noch Zeit in Anspruch nehmen.
Israelische Behörden im Dauereinsatz
Das israelische Außenministerium teilte mit, dass die Abteilung für Israelis im Ausland gemeinsam mit der Botschaft in der Schweiz kontinuierlich an der Klärung des Schicksals der Vermissten arbeite. Man stehe in direktem Kontakt mit den Einsatzkräften und begleite die Familie eng. Solange keine eindeutige Identifizierung vorliege, bleibe der Status der Frau offiziell „ohne Kontakt“.
Für Israel ist dies nicht nur ein konsularischer Vorgang, sondern auch ein menschlicher Ausnahmezustand. Jede Meldung aus der Schweiz wird aufmerksam verfolgt, jede Information kann Hoffnung oder Verzweiflung bedeuten.
Die Behörden im Kanton Wallis haben inzwischen bestätigt, dass die Ursache des Brandes menschliches Fehlverhalten war. Die Verwendung von Tischfeuerwerk in geschlossenen Räumen, kombiniert mit brennbaren Materialien, habe das Desaster ausgelöst. Die Ermittlungen richten sich nun auch gegen Verantwortliche des Lokals und mögliche Sicherheitsversäumnisse.
Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf. Wie sicher sind touristische Großveranstaltungen in beliebten Wintersportorten? Welche Verantwortung tragen Betreiber, wenn Unterhaltung und Showeffekte über Sicherheitsbedenken gestellt werden? Und wie schnell kann aus Feierlaune eine tödliche Falle werden?
Während die Schweiz trauert und ermittelt, wartet eine Familie in Israel auf Antworten. Solange das Schicksal der vermissten Frau nicht geklärt ist, bleibt diese Katastrophe nicht nur eine internationale Nachricht, sondern ein persönlicher Albtraum.
Autor: Redaktion
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Freitag, 02 Januar 2026