Nach dem Feuer von Crans-Montana: Jüdische Teenager-Schwestern unter den OpfernNach dem Feuer von Crans-Montana: Jüdische Teenager-Schwestern unter den Opfern
Sie waren 14 und 15 Jahre alt. Alicia und Diana Gunst, zwei jüdische Schwestern aus der Schweiz, sind in der Silvesternacht bei einem Brand in einem Skigebiet ums Leben gekommen. Was als Jahreswechsel in den Alpen begann, endete für ihre Familie, ihre Gemeinde und viele andere in einer Katastrophe.
Der Brand ereignete sich in der Nacht zum Neujahr in einem Wintersportort in den Schweizer Alpen. Nach Angaben der Behörden brach das Feuer gegen 1.30 Uhr morgens in einer Bar aus, offenbar ausgelöst durch Funken von Feuerwerkskörpern, die an Champagnerflaschen befestigt waren. Die Flammen griffen rasch auf die hölzerne Decke über, dichter Rauch füllte den Raum, Panik brach aus. Fluchtwege waren verstopft, Menschen konnten den Ort nicht rechtzeitig verlassen.
Unter den mindestens 47 Todesopfern befinden sich Alicia und Diana Gunst. Die beiden Mädchen, 15 und 14 Jahre alt, stammen aus einer italienisch-jüdischen Familie und waren Teil der jüdischen Gemeinde in Lausanne. Bestätigt wurde ihr Tod durch den israelischen öffentlich-rechtlichen Sender KAN. Ob die Schwestern zusätzlich die israelische Staatsbürgerschaft besaßen, ist bislang nicht bekannt.
Der Unglücksort liegt in Crans-Montana, einem international bekannten Skiresort, das normalerweise für Urlaub, Sport und festliche Atmosphäre steht. In dieser Nacht wurde der Ort jedoch zum Schauplatz eines der schwersten Unglücke der jüngeren Zeit in der Region. Alicia und Diana gelten als die jüngsten identifizierten Opfer der Katastrophe.
Parallel dazu bestätigte das israelische Außenministerium, dass eine weitere Jugendliche, die 15-jährige Charlotte Niddam, weiterhin als vermisst gilt. Ihr Schicksal ist bislang ungeklärt. Die Unsicherheit belastet Angehörige und Gemeinden zusätzlich zu der ohnehin kaum fassbaren Zahl an Todesopfern.
Die Schweizer Behörden reagierten rasch mit der Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens. Die Betreiber der betroffenen Bar stehen im Verdacht der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung sowie der fahrlässigen Verursachung eines Brandes. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Frage, ob Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden und ob der Einsatz von Feuerwerkskörpern in geschlossenen Räumen hätte verhindert werden müssen.
Für die jüdische Gemeinschaft in der Westschweiz ist der Verlust der beiden Schwestern ein schwerer Schlag. Alicia und Diana waren Teil eines aktiven Gemeindelebens, ihre Namen stehen nun stellvertretend für die menschliche Dimension einer Tragödie, die in Zahlen kaum zu begreifen ist. Solche Ereignisse reißen Lücken, die weit über den unmittelbaren Familienkreis hinausgehen.
Der Brand wirft auch grundsätzliche Fragen auf. Wie sicher sind Großveranstaltungen in touristischen Zentren. Welche Verantwortung tragen Betreiber, wenn Unterhaltungselemente wie Feuerwerk eingesetzt werden. Und wie kann verhindert werden, dass sich Panik und Rauch in geschlossenen Räumen zu tödlichen Fallen entwickeln.
Während Ermittler die technischen und rechtlichen Aspekte klären, bleibt für viele vor allem Trauer. Zwei junge Leben wurden ausgelöscht, bevor sie richtig beginnen konnten. Der Jahreswechsel, der Hoffnung symbolisieren sollte, wurde für Dutzende Familien zu einem Einschnitt, der ihr Leben dauerhaft verändert.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild
Sonntag, 04 Januar 2026