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Schwedische Jugendliche als Werkzeuge des Iran: Haftstrafen nach Anschlag auf Israels Botschaft in Kopenhagen

Schwedische Jugendliche als Werkzeuge des Iran: Haftstrafen nach Anschlag auf Israels Botschaft in Kopenhagen


Zwei junge Schweden warfen 2024 Handgranaten auf die israelische Botschaft in Dänemark. Jetzt wurden sie wegen Terrorismus und versuchten Mordes verurteilt. Der Fall offenbart ein gefährliches Zusammenspiel aus kriminellen Banden und iranischer Einflussnahme in Europa.

Schwedische Jugendliche als Werkzeuge des Iran: Haftstrafen nach Anschlag auf Israels Botschaft in Kopenhagen

Ein Gericht in Kopenhagen hat am Dienstag zwei schwedische Staatsbürger zu langen Haftstrafen verurteilt, weil sie im Oktober 2024 einen Anschlag auf die israelische Botschaft in Dänemark verübt hatten. Die Täter, zum Zeitpunkt der Tat erst 16 und 18 Jahre alt, warfen zwei Handgranaten in Richtung des diplomatischen Gebäudes. Nur durch Zufall wurde niemand verletzt. Die Granaten explodierten rund 100 Meter entfernt auf der Terrasse eines nahegelegenen Wohnhauses.

Was auf den ersten Blick wie eine isolierte Gewalttat wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Teil eines viel größeren Problems. Hinter dem Anschlag stehen nicht nur jugendliche Straftäter, sondern ein Netz aus schwedischen Gangstrukturen, die nach Erkenntnissen der Ermittler im Auftrag einer nahöstlichen Terrororganisation handelten. Der Fall ist ein weiteres alarmierendes Beispiel dafür, wie der Iran versucht, seinen Krieg gegen Israel in europäische Städte zu tragen.

Das Gericht sprach beide Angeklagten des versuchten Mordes und des Terrorismus schuldig. Die Strafen fallen entsprechend hart aus. Der ältere Täter erhielt 14 Jahre Haft, der jüngere 12 Jahre. Nach Verbüßung ihrer Strafen sollen beide nach Schweden abgeschoben werden. Ihre Anwälte haben bereits angekündigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Bemerkenswert ist die Verteidigungsstrategie der Angeklagten. Beide gestanden den Angriff ein, bestritten jedoch eine ideologische Motivation. Sie erklärten, lediglich aus finanziellen Gründen gehandelt zu haben. Diese Darstellung überzeugt die dänischen Ermittler jedoch nicht. Staatsanwalt Soren Harbo machte vor Gericht deutlich, dass der Anschlag gezielt gegen die israelische Botschaft gerichtet war und von außen gesteuert wurde.

Nach seinen Angaben fungierte ein schwedisches kriminelles Netzwerk als bewaffneter Arm einer Terrororganisation aus dem Nahen Osten. Das Ziel sei eindeutig vorgegeben gewesen. Die beiden jungen Männer seien gezielt rekrutiert und für den Angriff eingesetzt worden. Einer der Täter gab selbst zu, Mitglied der berüchtigten schwedischen Foxtrot-Gang zu sein und bereits während seiner Schulzeit angeworben worden zu sein.

Die Foxtrot-Gruppe gehört neben der rivalisierenden Rumba-Bande zu den mächtigsten und gewalttätigsten kriminellen Netzwerken Schwedens. Beide Strukturen sind seit Jahren in blutige Bandenkriege verwickelt und haben das Land mit einer Welle von Schießereien und Explosionen überzogen. Doch inzwischen geht ihre Rolle weit über gewöhnliche Kriminalität hinaus.

Bereits im Mai 2024 warnte der schwedische Geheimdienst öffentlich davor, dass der Iran gezielt Mitglieder dieser Banden anwerbe, um Anschläge gegen israelische und jüdische Ziele in Europa zu verüben. Der Angriff in Kopenhagen passt exakt in dieses Muster. Junge, leicht beeinflussbare Kriminelle werden als billige Werkzeuge benutzt, um geopolitische Konflikte auf europäischen Boden zu tragen.

Besonders beunruhigend ist das junge Alter der Täter. Ein 16-Jähriger, der mit Handgranaten auf eine Botschaft zielt, ist kein ideologischer Überzeugungstäter, sondern ein Produkt zynischer Ausnutzung. Für einige tausend Euro riskierte er Menschenleben und seine eigene Zukunft. Genau darauf setzen jene Kräfte, die hinter solchen Taten stehen.

Der Fall in Dänemark ist zudem nicht der einzige. Einer der Verurteilten muss sich in Schweden noch wegen weiterer Delikte verantworten. Ihm wird vorgeworfen, auch auf die israelische Botschaft in Stockholm geschossen zu haben. Es handelt sich also nicht um eine spontane Einzeltat, sondern um eine Serie koordinierter Angriffe.

Für Israel und für jüdische Gemeinden in Europa ist diese Entwicklung äußerst bedrohlich. Diplomatische Vertretungen, Synagogen und kulturelle Einrichtungen werden zunehmend zu Zielen. Die Täter sind nicht immer ideologisch motivierte Extremisten, sondern oft junge Kriminelle, die von ausländischen Akteuren instrumentalisiert werden.

Die dänische Justiz hat mit ihrem Urteil ein wichtiges Signal gesetzt. Terrorismus, egal in welcher Form, wird konsequent verfolgt und hart bestraft. Doch die grundlegende Gefahr bleibt bestehen. Solange der Iran in Europa über Netzwerke verfügt, die bereit sind, Gewalt im Auftrag Teherans auszuüben, wird die Bedrohung nicht verschwinden.

Der Anschlag von Kopenhagen zeigt, wie brüchig die Sicherheit jüdischer Einrichtungen in Europa geworden ist. Er macht deutlich, dass der Kampf gegen Antisemitismus und Terror nicht nur eine Frage von Worten, sondern von entschlossenem Handeln ist. Es reicht nicht, nach Anschlägen Betroffenheit zu bekunden. Staaten müssen die Strukturen zerschlagen, die solche Taten ermöglichen.

Für Schweden ist der Fall eine weitere schmerzhafte Mahnung. Das Land kämpft seit Jahren mit einer eskalierenden Bandenkriminalität. Nun zeigt sich, dass diese Milieus auch für internationale Terrorakte missbraucht werden können. Die Verflechtung von organisierter Kriminalität und politischem Extremismus stellt eine neue, gefährliche Dimension dar.

Europa muss sich darauf einstellen, dass der Konflikt zwischen Israel und seinen Feinden zunehmend auf europäischem Boden ausgetragen wird. Der Iran hat erkannt, dass er über kriminelle Netzwerke kostengünstig und relativ anonym zuschlagen kann. Dagegen helfen nur enge internationale Zusammenarbeit, harte Strafverfolgung und ein waches Bewusstsein für die wahren Hintergründe solcher Anschläge.

Das Urteil von Kopenhagen bringt zumindest ein Stück Gerechtigkeit. Doch es kann die Tatsache nicht verdecken, dass der Hass auf Israel und Juden in Europa erneut tödliche Formen annimmt. Die beiden verurteilten Jugendlichen sind nur die ausführenden Hände. Die eigentlichen Drahtzieher sitzen weit entfernt und nutzen die Schwächen westlicher Gesellschaften aus.

Solange diese Strukturen bestehen, bleibt jede israelische Einrichtung in Europa ein potenzielles Ziel. Der Fall sollte daher nicht als abgeschlossene Episode betrachtet werden, sondern als Warnung vor einer wachsenden Gefahr, die ernst genommen werden muss.




Autor: Redaktion
Bild Quelle:
Donnerstag, 05 Februar 2026

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