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EU-Staaten stellen UN-Sonderberichterstatterin Albanese wegen Israel-Rhetorik offen infrage

EU-Staaten stellen UN-Sonderberichterstatterin Albanese wegen Israel-Rhetorik offen infrage


Mehrere europäische Regierungen gehen auf Distanz zu Francesca Albanese. Der Vorwurf lautet: ideologische Schlagseite statt unabhängiger Menschenrechtsarbeit.

EU-Staaten stellen UN-Sonderberichterstatterin Albanese wegen Israel-Rhetorik offen infrage

Die Kritik an der UN-Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, nimmt deutlich schärfere Konturen an. Was bislang als politische Kontroverse geführt wurde, entwickelt sich zu einer grundsätzlichen Debatte über die Integrität eines UN-Mandats. Italien, Österreich und Frankreich haben ihre Bedenken in ungewöhnlich klarer Form öffentlich gemacht.

Auslöser waren jüngste Auftritte Albaneses bei einem internationalen Forum, bei dem sie gemeinsam mit Vertretern der Hamas und der iranischen Regierung sprach. In diesem Zusammenhang fielen Formulierungen, die mehrere europäische Außenminister als unvereinbar mit der Rolle einer unabhängigen UN-Expertin bewerteten.

Der Kern der Kritik ist gravierend: Albanese überschreite wiederholt die Grenze zwischen legitimer Kritik an israelischer Regierungspolitik und pauschaler Delegitimierung des Staates Israel. Ihre Wortwahl sei nicht analytisch, sondern politisch aufgeladen. Damit beschädige sie die Glaubwürdigkeit des Mandats, das Neutralität und sachliche Bewertung voraussetzt.

Von Unabhängigkeit zur politischen Agenda

Italiens Vize-Ministerpräsident Antonio Tajani stellte klar, Albaneses Aussagen spiegelten nicht die Position der italienischen Regierung wider und seien für eine Vertreterin der Vereinten Nationen unangemessen. Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sprach von einer Sprache, die die erforderliche Unparteilichkeit untergrabe. Frankreich kündigte an, das Thema beim United Nations Human Rights Council offiziell zur Sprache zu bringen.

Die Kritik bezieht sich nicht nur auf eine einzelne Äußerung. In mehreren europäischen Hauptstädten wird Albanese seit längerem vorgeworfen, Israel systematisch in einer Weise darzustellen, die nicht mehr zwischen politischer Analyse und moralischer Anklage unterscheidet. Begriffe wie „gemeinsamer Feind der Menschheit“ werden als kollektive Zuschreibung verstanden, nicht als präzise juristische Bewertung.

Albanese weist diese Vorwürfe zurück und spricht von Fehlinterpretationen. Sie veröffentlichte die vollständige Aufzeichnung ihrer Rede und erklärte, ihre Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Doch genau diese wiederkehrende Verteidigungslinie überzeugt viele Kritiker nicht mehr. Wenn zentrale EU-Staaten öffentlich Zweifel an der Neutralität äußern, ist das kein Kommunikationsproblem, sondern ein Vertrauensverlust.

Glaubwürdigkeitskrise im Menschenrechtsrat

Für Israel ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung. Jerusalem kritisiert seit Jahren strukturelle Einseitigkeit im Menschenrechtsrat. Dass nun auch europäische Demokratien offen die Eignung einer Mandatsträgerin infrage stellen, verschiebt das Kräfteverhältnis innerhalb der Debatte.

Ein UN-Sondermandat lebt von Autorität und Integrität. Wenn der Eindruck entsteht, dass persönliche politische Überzeugungen die Berichterstattung prägen, verliert das Mandat seine Wirkungskraft. Menschenrechtsarbeit darf nicht selektiv oder rhetorisch zugespitzt sein. Sie muss überprüfbar, juristisch fundiert und ausgewogen bleiben.

Die Auseinandersetzung um Albanese ist daher mehr als eine Personalfrage. Sie berührt die Frage, ob internationale Institutionen bereit sind, interne Fehlentwicklungen zu korrigieren. Für viele Beobachter steht fest: Wer die Rolle einer unabhängigen Expertin innehat, kann nicht gleichzeitig als politische Aktivistin auftreten.

Ob es zu formalen Konsequenzen kommt, wird sich zeigen. Der politische Schaden ist jedoch bereits eingetreten. Die Debatte hat deutlich gemacht, dass das Vertrauen in die Unparteilichkeit dieses Mandats ernsthaft erschüttert ist.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Fotografía oficial de la Presidencia de Colombia - https://www.flickr.com/photos/197399771@N06/54657486809/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=170189368
Freitag, 13 Februar 2026

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