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Madrid: Israelische Touristinnen aus Museum geworfen und als „Mörderinnen“ beschimpft

Madrid: Israelische Touristinnen aus Museum geworfen und als „Mörderinnen“ beschimpft


Drei ältere Frauen aus Israel werden in Madrid öffentlich beleidigt und aus einem Museum gedrängt. Der Vorfall zeigt, wie offen sich Hass gegen Israelis inzwischen auch im Herzen Europas entlädt.

Madrid: Israelische Touristinnen aus Museum geworfen und als „Mörderinnen“ beschimpft

Es sind Szenen, die viele Israelis nicht mehr überraschen, aber jedes Mal neu erschüttern. Drei israelische Touristinnen, darunter die Tochter von Holocaustüberlebenden, besuchten am Samstag das weltberühmte Reina Sofia Museum in Madrid. Sie wollten Kunst sehen, Geschichte erleben, einen normalen Tag in Europa verbringen. Doch stattdessen wurden sie Zielscheibe von Beschimpfungen, Demütigungen und schließlich aus dem Gebäude gedrängt.

Die Frauen trugen kleine israelische Flaggen und einen Davidstern bei sich. Symbole ihrer Identität, nichts weiter. Doch genau das genügte, um aggressive Reaktionen auszulösen. Besucher beschimpften sie laut Berichten als „Mörderinnen“ und „Völkermörder“. Worte, die nicht spontan entstehen, sondern Ausdruck eines tief verwurzelten Hasses sind.

Begleitet wurden die Frauen von einer lokalen Reiseführerin, die den Vorfall dokumentierte. In den Aufnahmen ist zu sehen und zu hören, wie bewaffnete Sicherheitskräfte auf die Frauen zugehen und sie auffordern, das Museum zu verlassen. Die Reiseführerin widerspricht und stellt klar, dass die Frauen nichts Illegales tun. Nach spanischem Recht ist das Tragen religiöser oder nationaler Symbole nicht verboten.

Dennoch bestand der Sicherheitsbeamte darauf, dass sie gehen. Seine Begründung offenbart das eigentliche Problem. Es gebe „eine Seite, die sich gestört fühlt“. Mit anderen Worten: Nicht die Aggressoren mussten gehen, sondern die Opfer. Nicht diejenigen, die beleidigten, wurden entfernt, sondern jene, die beleidigt wurden.

Das Museum selbst untersteht dem spanischen Kulturministerium. In der Vergangenheit war das Gebäude wiederholt Schauplatz pro palästinensischer Demonstrationen. Der Vorfall fügt sich damit in ein größeres Bild ein. Israelische Staatsbürger erleben in vielen Teilen Europas eine neue Realität. Ihre bloße Identität genügt, um Anfeindungen auszulösen.

Besonders schmerzhaft ist der Hintergrund einer der Frauen. Sie ist die Tochter von Menschen, die den Holocaust überlebt haben. Ihre Familie wurde einst in Europa verfolgt, entrechtet und bedroht. Jahrzehnte später steht ihre Tochter wieder in Europa und wird aufgrund ihrer jüdischen Identität aus einem öffentlichen Gebäude gedrängt.

Europa betont gern seine historische Verantwortung. Es spricht von Erinnerung, von Lehren aus der Vergangenheit, von moralischer Verpflichtung. Doch Erinnerung verliert ihren Wert, wenn sie nicht im Alltag verteidigt wird. Wenn jüdische Symbole aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden, entsteht eine gefährliche Kontinuität.

Für Israel ist dieser Vorfall kein isoliertes Ereignis. Seit dem Krieg gegen die Hamas hat sich die Stimmung in vielen Ländern verschärft. Israelische Flaggen werden nicht mehr nur als politische Symbole betrachtet, sondern zunehmend als Provokation. Der Unterschied zwischen politischer Kritik und persönlicher Feindseligkeit verschwimmt.

Der Vorfall in Madrid zeigt, wie schnell diese Entwicklung konkrete Menschen trifft. Drei ältere Frauen, keine Politikerinnen, keine Soldatinnen, sondern Touristinnen, wurden zur Projektionsfläche eines Konflikts gemacht, der tausende Kilometer entfernt stattfindet.

Die zentrale Frage ist nicht, was diese Frauen getan haben. Sie haben nichts getan. Die Frage ist, warum ihre bloße Existenz für manche Menschen ein Problem darstellt.

Israel wurde gegründet, damit Juden nie wieder schutzlos sind. Doch selbst heute zeigt sich, dass jüdische Identität außerhalb Israels weiterhin Mut erfordert. Die Bilder aus Madrid sind ein Warnsignal. Nicht nur für Israel, sondern für Europa selbst.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Javier Perez Montes - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=158463609
Montag, 16 Februar 2026

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