Spanien storniert israelischen Raketenauftrag und kauft dieselben Waffen über EuropaSpanien storniert israelischen Raketenauftrag und kauft dieselben Waffen über Europa
Madrid erklärte öffentlich den Boykott Israels und wandte sich demonstrativ von Rafael ab. Jetzt bestellt dieselbe Regierung die gleichen Spike Raketen über eine europäische Firma mit israelischer Beteiligung.
Spanien hat im vergangenen Jahr ein politisches Signal gesetzt, das in Jerusalem aufmerksam registriert wurde. Mitten im Krieg gegen die Hamas kündigte die Regierung von Pedro Sánchez an, einen großen Rüstungsauftrag mit dem israelischen Unternehmen Rafael auszusetzen. Die Begründung war politisch. Man wollte angesichts der Kämpfe in Gaza keine Waffen aus Israel kaufen. Doch nur wenige Monate später zeigt sich, wie begrenzt solche politischen Gesten sind, wenn sie auf militärische Realität treffen. Denn nun plant Spanien, genau dieselben Raketen zu beschaffen, nur über den Umweg einer europäischen Firma, an der Rafael selbst beteiligt ist.
Im Zentrum steht das Panzerabwehrsystem Spike LR2, eines der erfolgreichsten und präzisesten Systeme seiner Art weltweit. Spanien hatte ursprünglich einen Vertrag im Wert von rund 285 Millionen Euro abgeschlossen, der die Lieferung von 168 Startsystemen, über 1600 Raketen und umfassende logistische Unterstützung umfasste. Diese Waffen sollten sowohl vom spanischen Heer als auch von der Marine eingesetzt werden. Die Entscheidung zur Aussetzung wurde damals als politisches Zeichen gegen Israel dargestellt. Doch das militärische Bedürfnis verschwand nicht. Die spanischen Streitkräfte benötigen moderne Systeme, die mit ihren bestehenden Plattformen kompatibel sind. Genau diese Fähigkeit bietet Spike.
Nun richtet sich der Blick nach Deutschland. Die Firma EuroSpike produziert die europäische Version des Systems unter dem Namen MELLS. Offiziell betont die spanische Regierung, dass diese Raketen in Europa gefertigt werden. Was dabei verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass Rafael weiterhin beteiligt ist und die Technologie aus Israel stammt. Die deutsche Firma Rheinmetall und der Konzern Diehl halten jeweils größere Anteile, doch ohne die israelische Entwicklung würde dieses System nicht existieren.
Diese Entscheidung offenbart die Widersprüche europäischer Politik gegenüber Israel. Öffentlich wird Distanz demonstriert, doch hinter den Kulissen bleibt die Abhängigkeit von israelischer Technologie bestehen. Israel hat sich über Jahrzehnte einen Ruf als führende Nation im Bereich moderner Verteidigungssysteme erarbeitet. Die Spike Familie gehört zu den erfolgreichsten Exportprodukten der israelischen Sicherheitsindustrie und wird von zahlreichen Armeen weltweit eingesetzt. Ihr Vorteil liegt in der Kombination aus Präzision, Reichweite und Flexibilität. Verschiedene Varianten ermöglichen Einsätze über kurze und lange Distanzen sowie von Land, Luft und See aus.
Für Israel ist diese Entwicklung ein bekanntes Muster. Politische Kritik führt nicht automatisch zu militärischer Abkehr. Staaten handeln letztlich nach ihren Sicherheitsinteressen. Spanien steht vor denselben Herausforderungen wie andere europäische Länder. Die Sicherheitslage in Europa hat sich verändert, und moderne Panzerabwehrsysteme sind gefragter denn je. In diesem Kontext überwiegt die militärische Notwendigkeit die politische Symbolik.
Gleichzeitig zeigt der Vorgang, dass Versuche, Israel wirtschaftlich oder militärisch zu isolieren, oft an der Realität scheitern. Die israelische Verteidigungsindustrie ist nicht nur ein nationaler Faktor, sondern Teil internationaler Netzwerke. Selbst wenn politische Entscheidungsträger versuchen, direkte Kooperationen zu vermeiden, bleibt die israelische Technologie präsent.
Für Jerusalem ist dies eine stille Bestätigung seiner strategischen Bedeutung. Israels militärische Innovationen sind nicht ersetzbar, selbst für Staaten, die öffentlich Distanz suchen. Hinter politischen Erklärungen steht eine andere Wahrheit. Wenn es um Sicherheit geht, vertrauen selbst kritische Regierungen auf israelische Fähigkeiten.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Ministry of the Presidency. Government of Spain, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70958822
Montag, 16 Februar 2026