EU prüft Unterstützung für neue Gaza Verwaltung ohne Hamas KontrolleEU prüft Unterstützung für neue Gaza Verwaltung ohne Hamas Kontrolle
Europa sucht nach einem Partner für die Zukunft des Gazastreifens. Hinter den diplomatischen Formulierungen steht eine strategische Frage, die für Israel von existenzieller Bedeutung ist.
Die Europäische Union erwägt, eine neu geschaffene Verwaltung für den Gazastreifen politisch und möglicherweise auch praktisch zu unterstützen. Das geht aus internen diplomatischen Unterlagen hervor, die unter den Mitgliedstaaten zirkulieren. Brüssel bestätigt damit indirekt, dass sich hinter den Kulissen eine neue Machtstruktur formiert, die die zivile Kontrolle über Gaza übernehmen soll. Für Israel ist diese Entwicklung nicht nur eine bürokratische Angelegenheit, sondern ein entscheidender Teil der Frage, wer künftig an seiner südlichen Grenze steht.
Nach Angaben aus dem europäischen Auswärtigen Dienst führt die EU bereits Gespräche mit den neuen Übergangsstrukturen. Dabei geht es konkret um ein Gremium, das als nationale Verwaltungskommission für Gaza bezeichnet wird. Diese Struktur soll die zivile Organisation des Alltags übernehmen, also Infrastruktur, öffentliche Dienste und Verwaltungsaufgaben koordinieren. Genau diese Bereiche waren bisher eng mit der Hamas verknüpft, die über Jahre hinweg ihre politische und militärische Macht miteinander verschmolzen hatte.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit dem Massaker vom 7. Oktober und dem darauffolgenden Krieg steht fest, dass die Zukunft Gazas nicht in den Händen der Hamas bleiben kann, wenn Stabilität entstehen soll. Israel hat wiederholt klargestellt, dass jede zukünftige Verwaltung frei von terroristischem Einfluss sein muss. Die Diskussion in Europa zeigt nun, dass auch internationale Akteure beginnen, sich auf eine Realität vorzubereiten, in der neue lokale Kräfte Verantwortung übernehmen.
Entscheidend ist dabei die Rolle Europas selbst. Wenn die EU Unterstützung anbietet, geht es nicht nur um technische Hilfe oder finanzielle Mittel. Es geht um politische Anerkennung. Eine solche Anerkennung kann einer neuen Führung Legitimität verschaffen und ihr helfen, sich gegen extremistische Gruppen durchzusetzen. Gleichzeitig birgt sie Risiken. Sollte eine solche Struktur indirekt unter dem Einfluss alter Netzwerke stehen oder von ihnen unterwandert werden, würde internationale Unterstützung unbeabsichtigt genau jene Kräfte stabilisieren, die Israel bedrohen.
Für Israel ist die Lehre aus der Vergangenheit eindeutig. Nach früheren Konflikten wurde Gaza mehrfach mit internationaler Hilfe wieder aufgebaut, ohne dass die Hamas ihre militärische Infrastruktur aufgab. Stattdessen nutzte sie Ressourcen, um ihre Macht zu festigen und neue Angriffe vorzubereiten. Deshalb wird Jerusalem jede neue Initiative daran messen, ob sie tatsächlich zu einer Entmilitarisierung führt oder nur eine neue Fassade schafft.
Die europäische Diskussion zeigt zugleich, wie groß die Unsicherheit über die Zukunft Gazas ist. Außenminister der EU werden sich in den kommenden Tagen in Brüssel mit dem Thema befassen. Dabei wird es nicht nur um humanitäre Fragen gehen, sondern um die strategische Architektur der gesamten Region. Wer Gaza verwaltet, entscheidet indirekt darüber, ob die Grenze zu Israel ein Ort der Stabilität oder erneut ein Ausgangspunkt für Gewalt wird.
Israel hat in diesem Prozess ein zentrales Interesse. Eine zivile Verwaltung, die sich auf den Wiederaufbau konzentriert und nicht auf Ideologie und Terror, könnte langfristig zu einer ruhigeren Realität beitragen. Doch Vertrauen wird nicht durch Ankündigungen entstehen, sondern nur durch Taten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die internationale Gemeinschaft bereit ist, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen oder sie zu wiederholen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild
Mittwoch, 18 Februar 2026