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Muslimbruderschaft baut Einfluss in Europa aus und alarmiert Sicherheitsbehörden

Muslimbruderschaft baut Einfluss in Europa aus und alarmiert Sicherheitsbehörden


Netzwerke der Muslimbruderschaft arbeiten längst nicht mehr nur im Nahen Osten. Auch in Europa wächst ihr Einfluss, oft verborgen hinter Vereinen, Bildungsprojekten und politischen Initiativen.

Muslimbruderschaft baut Einfluss in Europa aus und alarmiert Sicherheitsbehörden

Die Muslimbruderschaft, gegründet 1928 in Ägypten, gilt heute als eine der einflussreichsten islamistischen Bewegungen der Welt. Während sie in vielen arabischen Staaten offen als politische oder religiöse Kraft auftritt, verfolgt sie in Europa eine andere Strategie. Hier präsentiert sie sich meist als zivilgesellschaftlicher Akteur, als religiöse Interessenvertretung oder als Partner im Dialog über Integration. Genau diese Anpassungsfähigkeit macht sie für Sicherheitsbehörden und politische Entscheidungsträger zu einer besonderen Herausforderung.

Ihr langfristiges Ziel bleibt ideologisch klar definiert. Die Bewegung strebt eine Gesellschaft an, in der religiöses Recht die politische Ordnung bestimmt. Demokratische Systeme werden dabei nicht zwingend sofort bekämpft, sondern oft genutzt, um schrittweise Einfluss zu gewinnen. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einem Vorgehen, das auf institutionelle Verankerung abzielt. Vereine, Bildungsinitiativen und Interessenorganisationen dienen als Plattform, um politische und gesellschaftliche Positionen zu verbreiten und Anhänger zu mobilisieren.

In mehreren europäischen Ländern beobachten Sicherheitsdienste seit Jahren entsprechende Aktivitäten. Dabei geht es nicht nur um religiöse Fragen, sondern auch um politische Einflussnahme. Organisationen mit ideologischer Nähe zur Muslimbruderschaft treten beispielsweise als Vertreter muslimischer Gemeinschaften auf und versuchen, politischen Druck aufzubauen oder Fördergelder zu erhalten. Kritiker warnen, dass auf diese Weise Strukturen entstehen können, die langfristig gesellschaftliche Parallelräume fördern.

Ein entscheidender Punkt ist die Abgrenzung zur offenen Gewalt. Anders als terroristische Gruppen operiert die Muslimbruderschaft in Europa überwiegend legal. Ihre Strategie besteht darin, bestehende Freiheiten zu nutzen, um ihre Position zu stärken. Genau das macht eine klare politische Reaktion schwierig. Während einige Staaten wie Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate die Organisation als terroristisch eingestuft haben, gibt es in Europa bislang keine einheitliche Linie.

Für Israel ist die ideologische Bedeutung der Muslimbruderschaft seit Jahrzehnten offensichtlich. Die Terrororganisation Hamas entstand aus ihrem Umfeld und teilt zentrale Grundüberzeugungen. Diese Verbindung zeigt, dass die Muslimbruderschaft nicht nur eine religiöse Bewegung ist, sondern auch eine politische Kraft, deren Einfluss direkte sicherheitspolitische Folgen haben kann.

Auch in Europa wächst deshalb die Aufmerksamkeit. Regierungen prüfen zunehmend, wie weit Netzwerke der Bewegung reichen und welche Rolle sie in politischen und gesellschaftlichen Debatten spielen. Dabei geht es nicht nur um Sicherheit, sondern auch um die Zukunft demokratischer Gesellschaften. Die zentrale Frage lautet, wie offen eine Gesellschaft bleiben kann, ohne von Kräften unterwandert zu werden, die ihre grundlegenden Prinzipien ablehnen.

Die Diskussion darüber ist längst nicht abgeschlossen. Sie berührt Grundfragen der Religionsfreiheit, der politischen Teilhabe und der inneren Sicherheit. Klar ist jedoch, dass die Muslimbruderschaft ein Akteur bleibt, dessen Einfluss weit über seine Ursprungsregion hinausreicht. Europa steht damit vor einer strategischen Herausforderung, die nicht militärisch, sondern politisch und gesellschaftlich entschieden wird.




Autor: Samuel Benning
Bild Quelle:
Dienstag, 24 Februar 2026

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