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Säureanschlag auf koscheres Restaurant in Paris erschüttert jüdisches Leben

Säureanschlag auf koscheres Restaurant in Paris erschüttert jüdisches Leben


Mitten in Paris wird ein koscheres Restaurant erneut Ziel eines Angriffs. Die Botschaft ist eindeutig: Selbst Orte des Alltags sind für Juden in Europa nicht mehr selbstverständlich sicher.

Säureanschlag auf koscheres Restaurant in Paris erschüttert jüdisches Leben

Als Mitarbeiter am frühen Freitagmorgen die Türen des koscheren Restaurants Kokoriko im Zentrum von Paris öffneten, traf sie ein Anblick, der weit über Sachbeschädigung hinausgeht. Säure hatte sich über Tische, Wände und Böden gefressen. Teller, Besteck und Gläser waren zerstört, Oberflächen zerfressen, ein weißer, ätzender Staub lag wie ein stiller Zeuge der Nacht über dem Raum.

Es war kein Zufall. Es war kein Unfall. Es war ein gezielter Angriff auf einen jüdischen Ort.

Die Feuerwehr rückte mit einer Spezialeinheit für gefährliche Stoffe an. Experten untersuchten die Substanz, während die Staatsanwaltschaft ein Verfahren einleitete. Der Vorwurf wiegt schwer. Es geht um die Zerstörung von Eigentum mit gefährlichen Mitteln aus rassistischen oder religiösen Motiven. In Frankreich drohen dafür bis zu 15 Jahre Haft.

Doch das eigentlich Erschütternde ist nicht nur die Tat selbst, sondern ihre Wiederholung. Das Restaurant war bereits zweimal zuvor Ziel von Säureattacken geworden. Im Oktober 2025 traf es die Fassade. Die Täter wurden nie gefunden.

Diese Straflosigkeit sendet eine Botschaft. Sie lautet, dass jüdische Einrichtungen verwundbar sind. Dass jemand bereit ist, gezielt Orte anzugreifen, die Teil jüdischen Lebens sind.

Ein Restaurant ist mehr als ein Geschäft. Es ist ein Ort der Begegnung. Familien feiern dort. Freunde treffen sich. Menschen leben ihren Alltag. Wenn genau solche Orte angegriffen werden, geht es nicht nur um Wände oder Möbel. Es geht um das Gefühl von Sicherheit.

Frankreich beherbergt die größte jüdische Gemeinde Europas. Gleichzeitig erleben viele Juden dort seit Jahren eine Realität, die von wachsender Feindseligkeit geprägt ist. Synagogen werden bewacht. Schulen gesichert. Und nun werden selbst Restaurants zu Tatorten.

Die Täter greifen nicht zufällig an. Sie greifen gezielt jüdische Identität an. Sie wollen sichtbar machen, dass Juden selbst in den Straßen von Paris nicht einfach in Ruhe leben können.

Für Israel ist das mehr als eine Nachricht aus der Diaspora. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass Antisemitismus kein Relikt der Vergangenheit ist. Er ist Gegenwart. Er ist real. Und er trifft Menschen dort, wo sie am verletzlichsten sind im Alltag.

Das Restaurant bleibt vorerst geschlossen. Spezialfirmen müssen die Schäden beseitigen. Doch die eigentlichen Spuren lassen sich nicht so leicht entfernen. Denn sie bestehen nicht nur aus Säure, sondern aus Angst.

Und diese Angst ist genau das Ziel solcher Taten.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X
Dienstag, 24 Februar 2026

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