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Spaniens Kurs gegen Israel treibt das Land immer tiefer in die Isolation

Spaniens Kurs gegen Israel treibt das Land immer tiefer in die Isolation


Pedro Sánchez präsentiert sich international als moralische Stimme gegen Israel. Doch in Spanien selbst wächst die Kritik massiv. Jüdische Organisationen warnen vor dem schwersten Bruch zwischen Spanien und dem jüdischen Volk seit Jahrhunderten, während der spanische Premierminister immer offener von Hamas, Iran und radikalen antiisraelischen Gruppen gefeiert wird.

Spaniens Kurs gegen Israel treibt das Land immer tiefer in die Isolation
Bildnachweis: Vlada Republike Slovenije from Ljubljana, Slovenia / Quelle

Die Beziehungen zwischen Israel und Spanien befinden sich auf einem historischen Tiefpunkt. Was früher als diplomatische Spannung galt, entwickelt sich inzwischen zu einer offenen politischen Konfrontation. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez positioniert sich seit Monaten als einer der aggressivsten antiisraelischen Regierungschefs Europas. In Jerusalem wächst deshalb die Überzeugung, dass Madrid längst nicht mehr nur Kritik an israelischer Politik äußert, sondern aktiv versucht, Israel international zu isolieren.

Besonders deutlich wurde dies zuletzt bei Sánchez’ Reaktion auf die Festnahme zweier Aktivisten der sogenannten „Global Sumud Flotilla“. Der spanische Regierungschef sprach öffentlich von einer „Entführung“ durch Israel und forderte die Freilassung eines spanischen Staatsbürgers, der laut israelischen Behörden unter anderem wegen Unterstützung feindlicher Strukturen während des Krieges und Kontakten zu Terrororganisationen festgehalten wird.

Die Wortwahl war kein diplomatischer Zufall. Sánchez nutzt den Konflikt mit Israel zunehmend als zentrales politisches Profilierungsthema. Bereits im März zog Spanien dauerhaft seinen Botschafter aus Israel ab. Zudem versuchte Madrid zuletzt innerhalb der Europäischen Union, Sanktionen gegen Israel durchzusetzen und das EU-Israel-Abkommen auszusetzen. Nur der Widerstand aus Deutschland und Italien verhinderte eine weitere Eskalation auf europäischer Ebene.

Auch kulturell verschärft sich der Konflikt. Spanien blockierte zuletzt sogar die Teilnahme am Eurovision Song Contest und untersagte die Ausstrahlung der Veranstaltung im eigenen Land. Für viele Israelis ist das längst mehr als bloße Außenpolitik. Sie sehen darin den Versuch, Israel Schritt für Schritt aus internationalen Räumen zu verdrängen.

Besonders alarmiert zeigt sich die jüdische Gemeinschaft Spaniens. Der bekannte Unternehmer und frühere Präsident der jüdischen Gemeinde Madrids, David Hatchwell, sprach von der schwersten Krise zwischen Spanien und dem jüdischen Volk seit 500 Jahren.

Diese Aussage ist historisch enorm aufgeladen. Sie verweist indirekt auf die Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492 und macht deutlich, wie tief das Misstrauen inzwischen geworden ist.

Hatchwell wirft der aktuellen spanischen Regierung offen vor, die antisemitischste Regierung des Westens zu sein. Besonders besorgniserregend sei dabei die massive Zunahme antisemitischer Vorfälle seit dem Machtantritt von Sánchez. Der offiziell angekündigte nationale Kampf gegen Antisemitismus existiere laut Kritikern praktisch nur auf dem Papier.

Gleichzeitig verändert sich die mediale und gesellschaftliche Atmosphäre im Land massiv. Nach Einschätzung vieler jüdischer Organisationen wird Israel in Spanien inzwischen oft ausschließlich als Aggressor dargestellt. Der Gaza-Krieg hat diese Entwicklung noch weiter verschärft. Gerade jüngere Generationen würden zunehmend mit dem Narrativ aufwachsen, Israel begehe einen „Genozid“.

Besonders problematisch ist dabei die politische Umgebung von Sánchez. Um an der Macht zu bleiben, stützt sich seine Regierung auf ein Bündnis aus linken Radikalen, katalanischen Separatisten und Kräften aus dem baskischen Umfeld. Teile dieser Gruppen pflegen seit Jahrzehnten enge ideologische Beziehungen zu antiisraelischen Bewegungen und palästinensischen Organisationen.

Im Zentrum vieler Vorwürfe steht dabei die Partei Podemos und ihr Mitgründer Pablo Iglesias. Iglesias arbeitete jahrelang für den iranischen Staatssender HispanTV, der von Teheran aufgebaut wurde, um iranische Narrative im spanischsprachigen Raum zu verbreiten. Sicherheitsanalysten betrachten diesen Sender inzwischen als Teil der iranischen Soft-Power-Strategie in Europa und Lateinamerika.

Die ideologische Nähe zwischen Teilen der spanischen Linken und iranischen oder antiwestlichen Netzwerken beschäftigt deshalb inzwischen auch internationale Beobachter. Experten verweisen auf eine politische Allianz, die weniger auf gemeinsamen gesellschaftlichen Werten basiert als auf gemeinsamer Gegnerschaft zu den USA, Israel und westlichen Machtstrukturen.

Besonders brisant wird diese Entwicklung vor dem Hintergrund wachsender iranischer Einflussnetzwerke in Lateinamerika und Europa. Iran versucht seit Jahren, durch Medienplattformen, politische Kontakte und ideologische Partnerschaften seinen Einfluss im spanischsprachigen Raum auszubauen. Spanien spielt dabei eine strategisch wichtige Rolle.

Hinzu kommt die innenpolitische Krise des Landes. Sánchez regiert trotz schwacher parlamentarischer Basis weiter mit fragilen Bündnissen. Gleichzeitig wird sein Umfeld immer stärker von Korruptionsvorwürfen erschüttert. Ermittlungen gegen Familienmitglieder, enge Vertraute und politische Verbündete belasten die Regierung massiv.

In Spanien selbst wächst deshalb der Widerstand gegen Sánchez deutlich. Selbst aus dem linken politischen Lager kommen zunehmend Warnungen, dass die aktuelle Regierung das Land gesellschaftlich und wirtschaftlich destabilisiere. Oppositionelle Stimmen werfen Sánchez vor, internationale Konflikte gezielt zu nutzen, um sich als moralische Führungsfigur zu inszenieren und gleichzeitig innenpolitische Probleme zu überdecken.

Für Israel ist besonders problematisch, dass Sánchez international zunehmend als Symbolfigur der antiisraelischen Bewegung in Europa wahrgenommen wird. Hamas, Iran und andere radikale Akteure loben seine Positionen offen. Genau das verstärkt in Jerusalem den Eindruck, dass Spanien nicht mehr als neutraler europäischer Akteur auftritt.

Dabei war das Verhältnis zwischen Spanien und Israel nicht immer so belastet. Erst 1986 wurden offizielle diplomatische Beziehungen aufgenommen. Später galt die Vergabe der spanischen Staatsbürgerschaft an Nachfahren sephardischer Juden als historischer Versöhnungsschritt. Viele jüdische Organisationen hofften damals auf ein dauerhaft neues Verhältnis zwischen Spanien und dem jüdischen Volk.

Heute wirkt diese Phase weit entfernt.

Besonders bemerkenswert ist die gesellschaftliche Dynamik hinter Sánchez’ Kurs. Spanien gilt traditionell als stark antiamerikanisch und skeptisch gegenüber militärischen Interventionen. Genau dieses Klima nutzt der Premierminister politisch aus. Er präsentiert sich als moralischer Gegenpol zu Israel und den USA, während viele Medien im Land diese Linie weitgehend unterstützen.

Kritiker warnen jedoch davor, dass Spanien dadurch außenpolitisch zunehmend isoliert wird. Während Länder wie Argentinien, El Salvador oder Paraguay ihre Beziehungen zu Israel ausbauen, entfernt sich Madrid immer weiter von Jerusalem und gerät zugleich stärker in ideologische Nähe zu antiwestlichen Kräften.

Für viele spanische Juden ist deshalb längst nicht mehr nur Israels internationale Stellung das Problem. Sie fürchten zunehmend um die gesellschaftliche Atmosphäre im eigenen Land.

Denn wenn eine Regierung Israel systematisch delegitimiert, hat das auch direkte Folgen für jüdisches Leben in Europa.




Autor: Redaktion
Samstag, 09 Mai 2026

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