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Gabriel im Iran: »Affront«? Rückgrat!

Gabriel im Iran:

»Affront«? Rückgrat!


Während sich eine von Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel geleitete Delegation auf ihrer Rückreise aus der Islamischen Republik Iran befindet, eilt ihr die Nachricht über einen Zwischenfall voraus, den die Reisenden »als Affront« werteten: Ein Treffen Sigmar Gabriels mit dem iranischen »Parlamentspräsidenten« Ali Larijani fiel auf Wunsch der Gastgeber aus.

Kurzfristig hätten die Gastgeber die für den Vormittag geplante Zusammenkunft abgesagt, ohne dafür offiziell Gründe anzugeben. Inoffiziell reagierte das Mullah-Regime damit auf Versuche des SPD-Vorsitzenden, sich in dessen »innere Angelegenheiten« einzumischen. Noch vor dem Abflug nach Teheran hatte Sigmar Gabriel großspurig angekündigt, in Teheran über Israel reden zu wollen.

 

Das lehnte ein Sprecher des iranischen »Außenministeriums« zwar prompt ab, konnte damit aber die Deutschen nicht mehr aufhalten. Die beschwören nämlich zwar gern etwas, das sie »unsere Werte« nennen, doch so wichtig, für sie auch einzustehen, sind sie eben nicht. Man könne, so der Minister, »wirtschaftliche Interessen Deutschlands« doch »nicht schamhaft verschweigen«.

 

Um so verwunderlicher ist freilich die Naivität, mit der die Deutschen auf die Reaktion in Teheran reagieren. Selbstverständlich werden die Mullahs eines ihrer wichtigsten Ziele nicht für ein paar Millionen oder Milliarden aufgeben. Die Vernichtung Israels ist für die Islamischen Republik Iran von konstitutiver Bedeutung. Für keinen Repräsentanten des Regimes ist dieses Ziel verhandelbar.

 

Was aus Kreisen der deutschen Delegation als »Affront« bezeichnet wird, kann daher nicht wirklich überraschen, schon gar nicht, nachdem Teheran Sigmar Gabriel vorgewarnt hatte. Mit der Absage des geplanten Treffens zeigen die Mullahs etwas, was dem Sozialdemokraten leider gänzlich fremd ist: Prinzipientreue. Wüßte er, was Haltung ist, hätte er den Mullahs seinen »Dialog« nie angeboten.

 

 

tw_24


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Mittwoch, 05 Oktober 2016