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Iran rutscht immer weiter in Gewalt ab: Sicherheitskräfte schießen, weitere Städte im Aufruhr

Iran rutscht immer weiter in Gewalt ab: Sicherheitskräfte schießen, weitere Städte im Aufruhr


Am fünften Tag der Proteste weitet sich die Gewalt im Iran aus. Berichte über Tote und zahlreiche Verletzte häufen sich. In mehreren Städten kommt es zu offenen Konfrontationen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften. Die Kontrolle des Staates wirkt zunehmend brüchig.

Iran rutscht immer weiter in Gewalt ab: Sicherheitskräfte schießen, weitere Städte im Aufruhr

Die Proteste im Iran haben am Donnerstag eine neue Eskalationsstufe erreicht. Während sich die Demonstrationen zunächst auf wirtschaftliche Forderungen konzentrierten, prägen nun Gewalt, Schüsse und Berichte über Todesopfer das Bild. Staatliche wie oppositionelle Medien melden Tote und Verletzte aus mehreren Landesteilen. Besonders aus den Regionen Luristan, Isfahan und Kohdesht werden schwere Zwischenfälle gemeldet.

In der Stadt Nahavand in der Provinz Hamadan wurden Sicherheitskräfte dabei gefilmt, wie sie auf Demonstrierende schossen. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Menschen in Panik durch die Straßen rennen, während Schüsse zu hören sind. Offizielle Stellen äußerten sich bislang nicht zu möglichen Opfern, doch Augenzeugen berichten von Verletzten durch scharfe Munition.

Auch in der religiös geprägten Stadt Qom kam es zu Zusammenstößen. Dort versuchten Sicherheitskräfte, Versammlungen gewaltsam aufzulösen. In mehreren Städten entfernten Demonstrierende Porträts von Ajatollah Ali Khamenei und setzten sie in Brand. Solche Bilder gelten im Iran als besonders schwerer Tabubruch und verdeutlichen, wie tief der Zorn über das politische und wirtschaftliche System reicht.

Tote gemeldet in mehreren Provinzen

Nach übereinstimmenden Berichten aus staatlichen und oppositionellen Quellen sollen in Isfahan, Luristan und Kohdesht Demonstrierende ums Leben gekommen sein. Unabhängige Bestätigungen sind kaum möglich, da das Regime den Informationsfluss einschränkt und Journalisten behindert. Dennoch deutet die Vielzahl der Meldungen darauf hin, dass die Gewalt deutlich zugenommen hat.

Die Proteste breiten sich weiter aus. Was als Ausdruck wirtschaftlicher Verzweiflung begann, entwickelt sich zunehmend zu einer offenen Konfrontation mit dem Staat. Inflation, Währungsverfall und der Verlust der Kaufkraft haben breite Bevölkerungsschichten getroffen. Gleichzeitig wächst das Misstrauen gegenüber der politischen Führung, die bislang keine glaubwürdigen Lösungen präsentiert.

Regime reagiert mit Härte und Durchhalteparolen

Die Führung in Teheran setzt weiterhin auf Repression. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Mehr wurde ein Mitglied der Basidsch Miliz bei einem Angriff auf eine ihrer Einrichtungen in Hamadan getötet. Zudem sollen 13 Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt worden sein. Diese Berichte nutzt das Regime, um das Vorgehen der Demonstrierenden als gewalttätig zu diskreditieren und ein hartes Durchgreifen zu rechtfertigen.

Parallel dazu versucht die Staatsführung, die Proteste als von außen gesteuert darzustellen. Israel und die Vereinigten Staaten werden erneut beschuldigt, Unruhe zu schüren. Diese Rhetorik findet sich vor allem in regimetreuen Medien, die den sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund der Proteste weitgehend ausblenden.

International wächst die Aufmerksamkeit. In Israel wird die Entwicklung aufmerksam verfolgt. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu beriet sich am Donnerstag aus den Vereinigten Staaten heraus mit Sicherheitskreisen über die Lage im Iran. Offizielle Stellungnahmen blieben bislang zurückhaltend, doch die anhaltende Instabilität in einem der zentralen Staaten der Region hat erhebliche sicherheitspolitische Bedeutung.

Wie sich die Situation weiterentwickelt, ist offen. Klar ist jedoch, dass der Iran sich in einer Phase befindet, in der selbst traditionell regimefreundliche Städte von Unruhen erfasst werden. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob die Führung den Protest mit Gewalt eindämmen kann oder ob sich die Bewegung weiter ausdehnt.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert


Donnerstag, 01 Januar 2026

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