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Proteste im Iran eskalieren: Gewalt gegen Sicherheitskräfte und Massenkundgebungen in dutzenden Städten

Proteste im Iran eskalieren: Gewalt gegen Sicherheitskräfte und Massenkundgebungen in dutzenden Städten


Die Protestbewegung im Iran erreicht eine neue Stufe. In Maschhad wurde ein Angriff auf Sicherheitskräfte verübt, während in mindestens fünfzig Städten Demonstrationen stattfinden – erstmals auch in größerem Umfang in Teheran.

Proteste im Iran eskalieren: Gewalt gegen Sicherheitskräfte und Massenkundgebungen in dutzenden Städten

Die Proteste gegen das iranische Regime haben am Donnerstag deutlich an Intensität gewonnen. In der nordöstlichen Stadt Maschhad fuhr ein Zivilist mit seinem Fahrzeug gezielt in Angehörige der Sicherheitskräfte. Videoaufnahmen des Vorfalls verbreiteten sich rasch in sozialen Netzwerken. Zu hören sind darin jubelnde Rufe, ein Hinweis auf die zunehmende Radikalisierung einzelner Protestteilnehmer und den massiven Autoritätsverlust des Staates.

Parallel dazu hatten oppositionelle Netzwerke für den Abend eine koordinierte Eskalation angekündigt. Um 20 Uhr Ortszeit begannen Demonstrationen in zahlreichen Teilen des Landes. Nach vorliegenden Berichten kam es in mindestens fünfzig Städten zu Kundgebungen, darunter auch in Teheran, wo die Bevölkerung bislang vergleichsweise zurückhaltend geblieben war.

Offene Herausforderung an die Führung in Teheran

Der bekannte Regimegegner Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, rief die Bevölkerung öffentlich dazu auf, den Protest fortzusetzen. Er erklärte, die internationale Gemeinschaft beobachte das Vorgehen der Islamischen Republik genau. Zugleich warnte er die Führung in Teheran, dass gewaltsame Unterdrückung Konsequenzen haben könne, und verwies ausdrücklich darauf, dass auch US-Präsident Donald Trump die Entwicklungen aufmerksam verfolge.

Diese Wortmeldung ist mehr als symbolisch. Sie zielt darauf ab, die Proteste aus dem rein inneriranischen Kontext herauszulösen und internationalen Druck aufzubauen. Für das Regime stellt dies eine zusätzliche Belastung dar.

Symbolischer Bruch mit der Angst

In sozialen Netzwerken kursieren zudem Bilder, auf denen Frauen angeblich Zigaretten an verbrannten Porträts des Obersten Führers Ali Khamenei anzünden. Auch wenn einzelne Aufnahmen nicht unabhängig überprüft werden können, zeigen sie doch einen bemerkenswerten Stimmungswandel. Symbole der Macht, die lange als unantastbar galten, werden offen verhöhnt.

Menschenrechtsorganisationen sprechen von mindestens 45 Toten seit Beginn der Proteste. Offizielle Bestätigungen fehlen, doch die Berichte decken sich mit früheren Mustern staatlicher Gewalt gegen Demonstranten.

Einschätzung aus Israel: keine unmittelbare Regimekrise

In Israel beobachten politische und militärische Stellen die Lage mit großer Aufmerksamkeit. Nach aktuellen Einschätzungen steht das iranische Regime trotz der Dramatik nicht unmittelbar vor dem Zusammenbruch. Es gebe bislang keine Anzeichen für einen massenhaften Abfall staatlicher Institutionen oder der Revolutionsgarden.

Gleichzeitig wird betont, dass sich im Iran ein außergewöhnlicher und schwer kalkulierbarer Prozess vollzieht. Die zunehmende Ausbreitung der Proteste, die wachsende Bereitschaft zu direkter Konfrontation und die öffentliche Infragestellung der Führung könnten langfristige Folgen haben. Welche Richtung die Bewegung einschlägt, wird auch Auswirkungen auf Israels sicherheitspolitische Lage und das Verhalten iranischer Stellvertreter in der Region haben.

Der Iran bleibt damit ein Staat unter Druck. Noch hält das System, doch jede weitere Eskalation erhöht die Kosten für das Regime - innenpolitisch wie international.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X


Freitag, 09 Januar 2026

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