Schüsse in den Kopf, Leichenhallen voller Studenten, Irans Regime führt Krieg gegen seine eigene JugendSchüsse in den Kopf, Leichenhallen voller Studenten, Irans Regime führt Krieg gegen seine eigene Jugend
Eine 23-jährige Studentin wird aus nächster Nähe erschossen, Familien müssen ihre Kinder zwischen Hunderten Leichen identifizieren, Beerdigungen werden verboten. Was sich derzeit in Iran abspielt, ist kein hartes Durchgreifen, sondern staatlich organisierter Mord. Wer jetzt noch von Stabilität spricht, macht sich mitschuldig.
Iran erlebt Tage, die sich unauslöschlich in das kollektive Gedächtnis einbrennen werden. Hinter der von den Machthabern errichteten Mauer aus Internetabschaltungen, Zensur und Propaganda dringen Berichte nach außen, die nur ein Wort zulassen: Massaker. Es sind nicht anonyme Zahlen, nicht abstrakte Lageberichte. Es sind Namen, Gesichter, Familien. Eine von ihnen ist Rubina, 23 Jahre alt, Studentin für Textil- und Modedesign in Teheran.
Rubina verließ ihre Hochschule und schloss sich Protesten an, wie es Zehntausende junger Iraner in diesen Tagen tun. Wenige Stunden später war sie tot. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurde sie von hinten aus nächster Nähe in den Kopf geschossen. Kein Querschläger, kein Chaos, kein Unfall. Ein gezielter Schuss. Exekution.
Ihre Familie reiste aus Kermanschah nach Teheran, um sie zu suchen. Was sie vorfanden, sprengt jede Vorstellungskraft. In der Nähe der Hochschule lagen Hunderte Leichen junger Menschen. Viele zwischen 18 und 22 Jahre alt. Kopfschüsse. Halsschüsse. Systematisch. Die Mutter berichtet, sie habe ihre Tochter nicht sofort identifizieren dürfen. Später wurde der Familie untersagt, den Leichnam mitzunehmen. Als sie ihn schließlich doch erhielten, wartete bereits der nächste Akt staatlicher Grausamkeit: Ein Begräbnis war verboten. Geheimdienstmitarbeiter umstellten das Haus. Rubina wurde schließlich am Straßenrand beerdigt. Ohne Trauerfeier. Ohne Abschied.
Das ist kein Einzelfall. Ärzte, Sanitäter und Augenzeugen berichten übereinstimmend von Schüssen auf Kopf und Nacken. Von Scharfschützen auf Dächern. Von Sicherheitskräften, die gezielt tödliche Zonen anvisieren. In Teheran, Schiras, Karadsch, Nischapur und kleineren Städten wiederholt sich dasselbe Muster. Kinder werden getroffen. Ein elfjähriger Junge verliert möglicherweise ein Körperteil. Familien schleppen ihre toten Kinder aus Krankenhäusern, um sie schnell und heimlich zu begraben, aus Angst vor Repressionen.
In manchen Kliniken liegen die Verletzten nicht mehr in Behandlungsräumen, sondern in Leichenhallen. Blutkonserven fehlen, Ärzte operieren in privaten Praxen, um Verhaftungen zu entgehen. Pflegepersonal filmt heimlich und flüstert in Kameras, dass sie so etwas noch nie erlebt haben. „Sie schießen uns nieder“, sagt eine Stimme. „Sie töten uns.“
Parallel dazu läuft die Propagandamaschine. Das Staatsfernsehen zeigt erzwungene Geständnisse. Demonstranten werden als ausländische Agenten diffamiert. Israel und die USA dienen einmal mehr als universelle Ausrede für das eigene Versagen. Doch diese Erzählung bricht zusammen angesichts der Bilder von Leichenreihen, von verzweifelten Eltern, von Studenten, die nichts fordern außer Würde, Zukunft und Freiheit.
Wer jetzt noch behauptet, das iranische Regime verteidige Ordnung, verkennt die Realität oder will sie verkennen. Ordnung wird nicht durch Kopfschüsse auf Studentinnen hergestellt. Sicherheit nicht durch Scharfschützen auf Wohnhausdächern. Was hier geschieht, ist die nackte Angst einer Herrschaft, die weiß, dass sie ihre Legitimität verloren hat.
Das Schweigen der internationalen Gemeinschaft ist beschämend. Erklärungen reichen nicht mehr. Appelle sind hohl, wenn gleichzeitig Diplomatie, Wirtschaft und politische Rücksichtnahmen weiterlaufen, als handle es sich um einen normalen Staat. Iran ist in diesen Tagen kein normaler Staat. Er ist ein Tatort.
Die jungen Menschen auf den Straßen Irans kämpfen nicht nur gegen ein Regime. Sie kämpfen gegen das Vergessen. Jede dokumentierte Leiche, jedes durchgesickerte Video ist ein Akt des Widerstands. Und sie stellen eine Frage an den Rest der Welt: Wie viele Rubinas müssen noch sterben, bis Konsequenzen folgen?
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X
Sonntag, 11 Januar 2026