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Nach blutiger Repression greift Chamenei Trump frontal an und spricht von amerikanischer Verschwörung

Nach blutiger Repression greift Chamenei Trump frontal an und spricht von amerikanischer Verschwörung


Während Tausende Tote gezählt werden und Hinrichtungen weitergehen, erklärt Irans oberster Führer die Proteste zur ausländischen Intrige. Donald Trump bleibt Zielscheibe, zugleich aber auch Bezugspunkt eines Regimes, das unter massivem Druck steht.

Nach blutiger Repression greift Chamenei Trump frontal an und spricht von amerikanischer Verschwörung

Nach Wochen brutaler Gewalt gegen die eigene Bevölkerung geht Irans oberster Führer Ali Chamenei in die politische Offensive. In einer ungewöhnlich scharfen Ansprache beschuldigte er die Vereinigten Staaten und Präsident Donald Trump, Drahtzieher der landesweiten Proteste zu sein. Ziel Washingtons sei es, Iran zu „verschlingen“, sagte Chamenei. Trump selbst sei persönlich Teil dieser angeblichen Verschwörung gewesen.

Die Wortwahl ist kein Zufall. Während international noch immer auf konkrete Schritte aus Washington gewartet wird, versucht das Regime in Teheran, die Verantwortung für das Blutvergießen nach außen zu verlagern. Chamenei erklärte, die USA hätten geplant, finanziert und gesteuert. Nicht nur Regierungen, sondern vor allem die iranische Jugend und das Volk hätten sich dieser angeblichen Fremdherrschaft widersetzt.

Tausende Tote und keine Entwarnung

Unabhängige Zahlen zeichnen ein düsteres Bild. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation HRANA wurden seit Beginn der Proteste mindestens 3.090 Menschen getötet. 2.885 von ihnen waren Demonstranten. Ein Drittel der Opfer soll allein in Teheran ums Leben gekommen sein. Die Zahlen lassen sich nicht vollständig verifizieren, doch sie decken sich mit Berichten aus Krankenhäusern, Leichenhallen und aus dem Exil.

Parallel dazu setzt das Regime seine Praxis der Todesstrafe fort. HRANA meldete, dass zwischen dem 5. und 14. Januar mindestens 52 Menschen hingerichtet wurden, offiziell wegen nicht politischer Delikte. Allein am Mittwoch wurden fünf Gefangene exekutiert. Das geschah ausgerechnet am selben Tag, an dem Trump erklärte, die Tötungen seien gestoppt worden.

Trumps Signale und Teherans Reaktion

Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrfach erklärt, er habe sich bewusst gegen einen sofortigen Militärschlag entschieden. Niemand habe ihn überzeugt, sagte er, er habe sich selbst überzeugt. Ausschlaggebend sei gewesen, dass Iran angeblich mehr als 800 geplante Hinrichtungen ausgesetzt habe. Diese Darstellung wird von Menschenrechtsorganisationen und iranischen Exilmedien deutlich infrage gestellt.

Chamenei nutzt Trumps Aussagen nun für seine eigene Erzählung. Der amerikanische Präsident habe die Proteste öffentlich ermutigt, gedroht und Unterstützung versprochen. Damit sei bewiesen, dass es sich um eine ausländische Operation gehandelt habe. Für das Regime ist diese Argumentation überlebenswichtig. Sie rechtfertigt Repression und delegitimiert die Protestierenden als angebliche Werkzeuge fremder Mächte.

Drohungen aus Washington bleiben bestehen

Gleichzeitig verschärft Washington den Ton. Auf dem offiziellen US Kanal in persischer Sprache wurde betont, man habe Hinweise auf mögliche iranische Angriffspläne gegen amerikanische Stützpunkte. Trump habe klar gemacht, dass alle Optionen auf dem Tisch blieben. Sollte Iran US Interessen angreifen, werde das Regime mit überwältigender Stärke konfrontiert.

Diese Warnung steht im scharfen Kontrast zu den Dankesworten des Präsidenten an Teheran. Sie unterstreicht die widersprüchliche Phase, in der sich die amerikanische Politik derzeit bewegt. Militärische Zurückhaltung einerseits, massive Drohkulisse andererseits.

Erste Rückkehr der Infrastruktur

Unterdessen zeigen sich erste Anzeichen einer teilweisen Normalisierung. Der SMS Dienst wurde in weiten Teilen des Landes wieder aktiviert. Auch der Internetzugang kehrt für einzelne Nutzer zurück. Nach Angaben des Netzüberwachungsdienstes NetBlocks liegt die Konnektivität jedoch weiterhin bei nur rund zwei Prozent des Normalniveaus. Von freier Kommunikation kann keine Rede sein.

Für viele Iraner ist diese partielle Wiederherstellung kein Zeichen von Entspannung, sondern ein taktischer Schritt des Regimes. Kontrolle statt Öffnung bleibt das Ziel.

Ein Regime unter Druck

Chameneis Angriff auf Trump ist Ausdruck von Schwäche, nicht von Stärke. Ein Regime, das sich sicher fühlt, muss keine globalen Verschwörungen beschwören. Die Proteste mögen vorübergehend abgeflaut sein, doch die Ursachen sind ungelöst. Wirtschaftlicher Niedergang, politische Unterdrückung und massenhafte Gewalt haben eine Bruchlinie geschaffen, die sich nicht mit Reden schließen lässt.

Während Teheran von amerikanischen Intrigen spricht, wächst international die Frage, wie lange diese Führung noch haltbar ist. Und ob Worte aus Washington ausreichen, während in Iran weiter Menschen sterben.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Khamenei.ir, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181156204


Samstag, 17 Januar 2026

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