UN Bericht: Iran intensiviert Hinrichtungen massiv und nutzt Todesstrafe gezielt zur EinschüchterungUN Bericht: Iran intensiviert Hinrichtungen massiv und nutzt Todesstrafe gezielt zur Einschüchterung
Mindestens 1.500 Menschen wurden 2025 im Iran hingerichtet. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen handelt es sich nicht um Strafverfolgung, sondern um ein bewusst eingesetztes Instrument staatlicher Kontrolle.
Die Zahl der Hinrichtungen im Iran hat im Jahr 2025 ein neues Ausmaß erreicht. Nach Angaben des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte wurden mindestens 1.500 Menschen vom Regime getötet. Die UN sprechen offen von einem System staatlicher Einschüchterung, das gezielt gegen Teile der eigenen Bevölkerung eingesetzt wird.
Fast die Hälfte der Exekutionen, rund 47 Prozent, erfolgte wegen angeblicher Drogendelikte. Damit steht der Iran im klaren Gegensatz zu globalen Entwicklungen. Während viele Staaten die Todesstrafe weiter einschränken oder ganz abschaffen, weitet Teheran ihren Einsatz aus und senkt zugleich die Schwelle für ihre Anwendung.
Der Hohe Kommissar für Menschenrechte Volker Türk erklärte, sein Büro habe eine alarmierende Zunahme von Todesurteilen festgestellt, darunter auch für Straftaten, die nach internationalem Recht nicht als schwerste Verbrechen gelten. Besonders problematisch sei die fortgesetzte Hinrichtung von Menschen, die zur Tatzeit minderjährig waren, sowie die systematische Geheimhaltung vieler Exekutionen.
Nach UN Angaben trifft die Praxis ethnische Minderheiten und Migranten überproportional stark. Menschenrechtsorganisationen sehen darin ein bewusstes Signal an besonders verletzliche Gruppen innerhalb der Gesellschaft. Die Todesstrafe werde nicht nur zur Bestrafung genutzt, sondern zur Abschreckung und Disziplinierung.
Organisationen wie Amnesty International weisen seit Jahren darauf hin, dass das iranische Justizsystem vage und politisch aufgeladene Straftatbestände verwendet. Begriffe wie Feindschaft gegen Gott, Verderbnis auf Erden oder bewaffneter Aufstand ermöglichen es den Behörden, Todesurteile ohne rechtsstaatliche Verfahren zu verhängen. Die Betroffenen erscheinen häufig vor Revolutionsgerichten, die hinter verschlossenen Türen tagen und elementare Verfahrensrechte missachten.
Der starke Anstieg der Hinrichtungen wird von Beobachtern in einen klaren politischen Kontext gestellt. Nach den landesweiten Protesten der Bewegung Frauen Leben Freiheit im Jahr 2022, ausgelöst durch den Tod von Mahsa Amini in Polizeigewahrsam, reagierte das Regime mit zunehmender Repression. Auch der militärische Konflikt mit Israel im vergangenen Jahr gilt als Faktor für eine weitere Verschärfung der inneren Kontrolle.
Der UN Bericht verweist darauf, dass die tatsächliche Zahl der Hinrichtungen weltweit schwer zu beziffern sei, da Staaten wie China und Nordkorea keine Daten veröffentlichen. Dennoch hebt sich der Iran deutlich ab, sowohl durch die absolute Zahl als auch durch die Bandbreite der Delikte, für die die Todesstrafe angewandt wird.
In demselben Bericht äußerte sich das UN Büro auch kritisch zu anderen Ländern. So wurden die Hinrichtungen in Saudi Arabien erwähnt, wo 2025 mehr als 350 Menschen getötet wurden, überwiegend wegen Drogendelikten. Gleichzeitig kritisierte das Büro auch Überlegungen in Israel, die Todesstrafe für verurteilte Terroristen einzuführen, ohne dabei auf die rechtlichen Unterschiede oder den spezifischen Kontext einzugehen.
Diese Gleichsetzung stößt in Israel auf scharfe Kritik. Während das iranische Regime die Todesstrafe systematisch gegen die eigene Bevölkerung einsetzt, richtet sich die israelische Debatte ausschließlich auf rechtskräftig verurteilte Täter schwerster Terrorverbrechen. Der UN Bericht differenziert an dieser Stelle nicht, was Fragen zur politischen Ausgewogenheit der Bewertung aufwirft.
Unabhängig davon bleibt die Lage im Iran eindeutig. Die Todesstrafe ist dort kein Randphänomen, sondern Teil staatlicher Machtausübung. Sie dient nicht der Gerechtigkeit, sondern der Angst. Die Zahlen des Jahres 2025 machen deutlich, wie weit sich das Regime von internationalen Menschenrechtsstandards entfernt hat.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild
Dienstag, 20 Januar 2026