Iran betreibt erneut sein altbekanntes Spiel der VerzögerungIran betreibt erneut sein altbekanntes Spiel der Verzögerung
Teheran fordert Änderungen, droht mit Abbruch und verschiebt Bedingungen. Das Ziel bleibt dasselbe: Zeit gewinnen und die Welt hinhalten.
Kaum waren die geplanten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran öffentlich angekündigt, begann in Teheran wieder das gewohnte politische Theater. Statt konstruktiv an den Verhandlungstisch zu kommen, stellt die iranische Führung neue Forderungen, droht mit Rückzug und versucht, den gesamten diplomatischen Prozess nach ihren Vorstellungen umzubauen. Es ist ein Muster, das seit Jahren wiederkehrt. Der Iran spielt auf Zeit und führt die internationale Gemeinschaft an der Nase herum.
Nach Berichten mehrerer internationaler Medien hat Teheran überraschend verlangt, den vorgesehenen Verhandlungsort zu ändern. Die Gespräche sollten ursprünglich in Istanbul stattfinden. Nun fordert der Iran, sie nach Oman zu verlegen. Offiziell wird diese Forderung mit organisatorischen Gründen erklärt. In Wahrheit handelt es sich um eine klassische Hinhaltetaktik. Wer ständig neue Bedingungen stellt, zwingt die Gegenseite in endlose Diskussionen und verhindert echte Fortschritte.
Noch vor wenigen Tagen war vereinbart worden, dass der amerikanische Sondergesandte Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araghchi am Freitag in der Türkei zusammentreffen. Neben den beiden Hauptakteuren sollten auch Vertreter aus Katar, Ägypten, Saudi-Arabien, Oman und der Türkei anwesend sein. Sogar Jared Kushner, enger Berater von Präsident Donald Trump, war für die Gespräche vorgesehen. All diese Vorbereitungen geraten nun ins Wanken, weil Teheran im letzten Moment neue Regeln aufstellt.
Genau so funktioniert die iranische Verhandlungsstrategie seit Jahrzehnten. Sobald ein Termin feststeht, wird er in Frage gestellt. Sobald ein Format vereinbart ist, verlangt der Iran ein anderes. Sobald der Westen auf Zugeständnisse hofft, zieht Teheran die Notbremse. Das Ziel ist nicht eine Lösung, sondern die Verlängerung des Prozesses. Jede Verschiebung, jede Unklarheit, jede Diskussion bedeutet zusätzliche Zeit. Und Zeit ist für das Regime in Teheran die wichtigste Ressource.
Besonders deutlich wird diese Taktik in den aktuellen Drohungen, die Gespräche ganz platzen zu lassen. Nach Informationen des Wall Street Journal signalisierten iranische Vertreter, man könne sich vollständig aus den Verhandlungen zurückziehen. Ein Grund für diese Drohungen wurde nicht genannt. Doch auch das gehört zum bekannten Repertoire. Mit der Androhung eines Abbruchs versucht Teheran, maximalen Druck aufzubauen und die Gegenseite gefügig zu machen.
Für Israel und für viele westliche Staaten ist dieses Verhalten längst durchschaubar. Der Iran hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass er diplomatische Prozesse nicht als ernsthafte Chance begreift, sondern als Werkzeug zur Täuschung. Während auf internationaler Bühne verhandelt wird, arbeitet das Regime im Hintergrund ungestört an seinem Atomprogramm weiter. Jede Woche, die durch Verhandlungen verloren geht, bringt Teheran seinem Ziel ein Stück näher.
Die Forderung, den Ort der Gespräche nach Oman zu verlegen, ist daher alles andere als eine harmlose technische Frage. Oman gilt traditionell als besonders wohlwollend gegenüber dem Iran. Teheran erhofft sich dort ein Umfeld, das ihm mehr Kontrolle und weniger kritische Öffentlichkeit bietet. In Istanbul hingegen wäre der internationale Druck größer. Der Iran will sich den bequemsten Rahmen aussuchen, um seine Verzögerungstaktik möglichst effektiv fortzusetzen.
Die Vereinigten Staaten stehen damit erneut vor demselben Dilemma wie in früheren Jahren. Einerseits besteht der Wunsch nach einer diplomatischen Lösung. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass der Iran Verhandlungen vor allem benutzt, um die Welt zu täuschen. Präsident Trump und sein Team müssen nun entscheiden, ob sie sich auf dieses Spiel erneut einlassen oder klare Grenzen setzen.
Für Israel ist die Lage eindeutig. Ein Iran, der sich atomar bewaffnet, stellt eine existenzielle Bedrohung dar. Deshalb blickt Jerusalem mit großer Skepsis auf jeden diplomatischen Versuch, der dem Regime in Teheran neue Spielräume verschafft. Die ständigen iranischen Manöver bestätigen die israelische Position, dass man es mit einem unzuverlässigen und manipulativen Gegner zu tun hat.
Die internationale Gemeinschaft darf sich von diesen Tricks nicht länger täuschen lassen. Wer ständig Bedingungen ändert und mit Abbruch droht, hat kein Interesse an ernsthaften Gesprächen. Der Iran benutzt Diplomatie wie ein Schachbrett, auf dem er die Figuren nach Belieben verschiebt. Die Leidtragenden sind jene Länder, die ehrlich nach Stabilität in der Region suchen.
Ob die Verhandlungen tatsächlich stattfinden werden, ist derzeit völlig offen. Sicher ist nur eines: Teheran spielt wieder sein altes Spiel. Verzögern, verschieben, drohen, verwirren. Genau so hat der Iran in der Vergangenheit jede echte Lösung verhindert. Solange dieses Verhalten belohnt wird, wird sich daran nichts ändern.
Die Welt sollte aus den Erfahrungen der letzten Jahre lernen. Geduld gegenüber dem Iran bedeutet am Ende nur eines: mehr Zeit für ein Regime, das keinerlei Interesse an Frieden hat.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Mehr News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=182714913
Dienstag, 03 Februar 2026