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Irans Präsident verkauft Gespräche als Erfolg und droht zugleich dem Westen

Irans Präsident verkauft Gespräche als Erfolg und droht zugleich dem Westen


Während Teheran von Respekt spricht, macht die Führung erneut klar, dass sie keinerlei Druck akzeptieren will. Die Atomgespräche wirken wie ein diplomatisches Theaterstück mit bekanntem Ausgang.

Irans Präsident verkauft Gespräche als Erfolg und droht zugleich dem Westen

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hat die jüngsten indirekten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in Oman als einen Schritt nach vorne bezeichnet. In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung auf der Plattform X lobte er den Dialog und bedankte sich bei den regionalen Regierungen, die das Treffen ermöglicht hatten. Zugleich ließ er keinen Zweifel daran, dass Teheran weiterhin jede Form internationalen Drucks kategorisch ablehnt.

Unsere Logik in der Atomfrage basiert auf den ausdrücklichen Rechten, die uns der Atomwaffensperrvertrag garantiert, erklärte Pezeshkian. Das iranische Volk habe immer Respekt mit Respekt beantwortet, werde jedoch niemals die Sprache der Gewalt tolerieren. Diese Formulierungen klingen moderat und versöhnlich. Doch sie verbergen eine altbekannte Haltung. Der Iran ist nur dann zu Gesprächen bereit, wenn diese seine eigenen Bedingungen akzeptieren.

Die Treffen in der omanischen Hauptstadt Maskat waren Teil eines neuen diplomatischen Anlaufs, um den seit Jahren schwelenden Konflikt um das iranische Atomprogramm zu entschärfen. Präsident Donald Trump hatte nach den Gesprächen von positiven Signalen gesprochen und betont, der Iran wolle einen Deal. Aus iranischer Sicht sieht die Sache jedoch deutlich anders aus. Teheran versteht Diplomatie vor allem als Mittel, Zeit zu gewinnen und internationale Sanktionen zu lockern, ohne dabei echte Zugeständnisse zu machen.

Diese Haltung wurde noch deutlicher durch die Worte des iranischen Außenministers Abbas Araghchi, der ebenfalls an den Gesprächen teilgenommen hatte. Vor dem Nationalen Kongress für Außenpolitik in Teheran erklärte er unmissverständlich, niemand habe das Recht, dem Iran vorzuschreiben, was er besitzen oder nicht besitzen dürfe. Diplomatie sei der einzige Weg nach vorne, aber nur dann erfolgreich, wenn die Rechte Irans vollständig anerkannt würden.

Araghchi wiederholte damit die seit Jahren unveränderte Position des Regimes. Das iranische Atomprogramm, einschließlich der Urananreicherung, sei ein souveränes Recht. Jede Einschränkung werde als Einmischung in innere Angelegenheiten betrachtet. Besonders bezeichnend war seine provokante Aussage, die eigentliche Atombombe des Iran sei die Fähigkeit, den Großmächten Nein zu sagen. Mit dieser Formulierung machte er klar, dass Teheran den Konflikt nicht nur technisch, sondern auch ideologisch führt.

Gleichzeitig verband Araghchi seine Worte mit unverhohlenen Drohungen. Militärisches Säbelrasseln der Gegner in der Region schrecke den Iran nicht ab, sagte er. Man glaube an Diplomatie und Logik, sei aber auch auf Krieg vorbereitet. Diese Mischung aus scheinbarer Gesprächsbereitschaft und aggressiver Rhetorik ist typisch für die iranische Verhandlungsstrategie. Sie soll Stärke demonstrieren und gleichzeitig den Eindruck erwecken, der Westen sei der eigentliche Aggressor.

Für Israel klingen solche Aussagen wie ein Alarmsignal. Während Washington über mögliche Kompromisse nachdenkt, spricht Teheran offen davon, weder sein Raketenprogramm noch seine regionale Einflussnahme aufgeben zu wollen. Die iranische Führung präsentiert sich als Opfer von Druck und Sanktionen, während sie gleichzeitig Milizen im gesamten Nahen Osten bewaffnet und finanziert.

Die Danksagungen Pezeshkians an sogenannte befreundete Regierungen in der Region zeigen zudem, wie sehr der Iran auf ein Netzwerk aus Unterstützern setzt, um internationale Isolierung zu durchbrechen. Länder wie Katar, Oman und die Türkei fungieren als diplomatische Brückenbauer, doch sie verfolgen dabei vor allem eigene Interessen. Für Israel und viele westliche Staaten bleibt die Frage, ob diese Vermittlungsbemühungen wirklich zu mehr Sicherheit führen oder lediglich den Handlungsspielraum Teherans erweitern.

Hinter den freundlichen Worten des iranischen Präsidenten verbirgt sich letztlich eine unveränderte Realität. Der Iran sieht sich selbst als Regionalmacht, die sich keinem internationalen Diktat beugen will. Solange diese Grundhaltung bestehen bleibt, sind auch die optimistischsten Gesprächsrunden kaum mehr als ein diplomatisches Zwischenspiel.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Vereinigten Staaten bereit sind, diese Realität anzuerkennen. Sollte Washington erneut auf Zugeständnisse hoffen, ohne klare rote Linien zu ziehen, könnte das Ergebnis am Ende ein weiteres Abkommen sein, das dem Iran Zeit und Legitimität verschafft, ohne seine gefährlichen Ambitionen wirklich zu bremsen.

Für Israel und die gemäßigten Staaten der Region bleibt deshalb Skepsis geboten. Die Erfahrung der letzten Jahre lehrt, dass schöne Worte aus Teheran selten zu konkreten Veränderungen führen. Respekt ist in der Sprache des iranischen Regimes meist nur ein anderes Wort für Nachgeben. Und dazu wird Israel niemals bereit sein.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Khamenei.ir, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=150832367
Montag, 09 Februar 2026

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