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Israel und USA zerstören Irans unterirdische Raketenbasen und brechen Teherans zentrale Militärstrategie

Israel und USA zerstören Irans unterirdische Raketenbasen und brechen Teherans zentrale Militärstrategie


Jahrelang präsentierte Iran seine sogenannten Raketenstädte als unzerstörbare Abschreckung gegen Israel. Nun zeigt der Krieg, dass genau dieses System zu einer strategischen Schwachstelle geworden ist.

Israel und USA zerstören Irans unterirdische Raketenbasen und brechen Teherans zentrale Militärstrategie

Iran hat über Jahrzehnte Milliarden investiert, um ein gewaltiges Netzwerk unterirdischer Raketenanlagen aufzubauen. Diese Anlagen wurden von Teheran selbst als „Raketenstädte“ bezeichnet. Tief in Berge und Felsformationen gegrabene Tunnel sollten Irans Arsenal an ballistischen Raketen vor Luftangriffen schützen und gleichzeitig sicherstellen, dass das Regime auch im Kriegsfall massive Raketenangriffe durchführen kann. Die iranischen Revolutionsgarden präsentierten diese Anlagen regelmäßig in Propagandavideos. Kilometerlange Tunnel mit dicht nebeneinander stehenden Raketen sollten der Welt demonstrieren, dass Irans militärische Schlagkraft unantastbar sei.

Nur wenige Tage nach Beginn des Krieges zeigt sich jedoch, dass genau diese Strategie gravierende Schwächen hat. Amerikanische und israelische Streitkräfte greifen systematisch jene Punkte an, an denen das unterirdische System verwundbar wird. Raketen können zwar in Tunneln gelagert werden, doch für einen Abschuss müssen sie an die Oberfläche gebracht werden. Genau in diesem Moment werden sie zu einem leichten Ziel für die Luftüberwachung.

Über vielen iranischen Militäranlagen operieren inzwischen amerikanische und israelische Aufklärungsflugzeuge sowie bewaffnete Drohnen nahezu ungehindert. Sie beobachten die Aktivitäten rund um die Tunnelanlagen und warten gezielt darauf, dass mobile Abschussrampen aus den unterirdischen Anlagen herausfahren. Sobald dies geschieht, werden die Fahrzeuge angegriffen. In vielen Fällen werden Raketenwerfer zerstört, bevor überhaupt ein Abschuss erfolgen kann.

Parallel dazu bombardieren amerikanische und israelische Kampfflugzeuge gezielt die Infrastruktur rund um die Anlagen. Tunnelöffnungen, Zufahrtsstraßen, Wartungsgebäude und technische Einrichtungen werden angegriffen. Selbst wenn sich weiterhin Raketen tief unter der Erde befinden, verlieren die Basen dadurch ihre operative Funktion. Ohne funktionierende Zufahrten, Startplätze und Abschussfahrzeuge kann das Arsenal nicht effektiv eingesetzt werden.

Satellitenbilder aus den vergangenen Tagen zeigen deutlich, wie diese Strategie wirkt. In mehreren Regionen Irans sind ausgebrannte Raketenwerfer und zerstörte Fahrzeuge nahe den Eingängen zu unterirdischen Anlagen zu sehen. Besonders im Süden des Landes wurden mehrere große Komplexe angegriffen. In der Region um die Stadt Schiras wurden mobile Raketenwerfer zerstört, kurz nachdem sie aus einem Tunnelkomplex herausgefahren waren. Auf Satellitenbildern ist eine rötliche Wolke zu erkennen, die vermutlich von austretender Salpetersäure aus Raketenbrennstoff stammt.

Auch nahe Isfahan wurden schwere Angriffe registriert. Dort bewegte sich ein Raketenwerfer auf einer Straße nahe einer militärischen Anlage, als ein Luftangriff versuchte, das Ziel zu treffen. Am folgenden Tag wurden mehrere Eingänge der Anlage mit schweren bunkerbrechenden Bomben angegriffen. In der Region Kermanschah wurden ebenfalls Tunnelzugänge beschädigt, während weitere Angriffe militärische Einrichtungen im Süden des Landes trafen. Auch im Norden nahe Täbris wurden Schäden an Raketenanlagen gemeldet.

Diese Angriffe zeigen, dass Israel und die Vereinigten Staaten über detaillierte Kenntnisse der iranischen Raketeninfrastruktur verfügen. Geheimdienste hatten offenbar über Jahre hinweg Informationen über Standorte, Bauweise und Logistik dieser Anlagen gesammelt. Diese Daten ermöglichen nun gezielte Angriffe auf kritische Punkte des Systems.

Die Auswirkungen sind bereits sichtbar. Zu Beginn des Krieges feuerte Iran noch große Salven von Raketen auf Israel, amerikanische Militärbasen und weitere Ziele in der Region ab. Insgesamt wurden über fünfhundert Raketen gestartet. Doch inzwischen hat sich die Intensität der Angriffe deutlich reduziert. Militärische Beobachter führen diesen Rückgang vor allem auf die systematischen Angriffe gegen die Raketeninfrastruktur zurück. Wenn Abschussrampen zerstört oder Tunnelzugänge blockiert werden, sinkt zwangsläufig die Fähigkeit, Raketen schnell und in großer Zahl einzusetzen.

Trotz dieser Erfolge bleibt die Lage komplex. Experten gehen davon aus, dass Iran weiterhin über ein großes Raketenarsenal verfügt. Vor Beginn des Krieges schätzten westliche Geheimdienste, dass Teheran etwa zweitausend Raketen verschiedener Reichweiten besitzt. Ein Teil dieser Waffen könnte weiterhin in unterirdischen Anlagen gelagert sein, die bisher nicht getroffen wurden.

Hinzu kommt, dass Iran seine militärische Kommandostruktur bewusst dezentral organisiert hat. Mehrere Kommandeure besitzen die Befugnis, Raketenstarts anzuordnen. Damit will das Regime verhindern, dass gezielte Angriffe auf einzelne Führungsstrukturen seine militärische Reaktionsfähigkeit vollständig lähmen.

Ein weiteres Problem für die angreifenden Streitkräfte liegt in der großen Zahl iranischer Anlagen. Gleichzeitig sind bunkerbrechende Bomben, die tief unterirdische Ziele zerstören können, nur begrenzt verfügbar. Deshalb konzentrieren sich viele Angriffe nicht auf die tiefen Tunnel selbst, sondern auf die Infrastruktur darüber. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit der Basen zu blockieren, selbst wenn sich weiterhin Raketen unter der Erde befinden.

Ironischerweise zeigt sich nun, dass genau die Struktur, die Iran als Stärke präsentierte, eine entscheidende Schwäche darstellt. Ein System, das Raketen schützen sollte, hat sie gleichzeitig an feste Standorte gebunden. Diese Orte lassen sich aus der Luft beobachten, überwachen und angreifen.

Die sogenannten Raketenstädte sollten Irans wichtigste militärische Abschreckung sichern. Doch im aktuellen Krieg zeigt sich, dass diese gigantischen Bunkersysteme nicht nur Schutz bieten, sondern auch eine klare Zielstruktur schaffen. Was über Jahre als Symbol iranischer Stärke präsentiert wurde, könnte sich damit als einer der größten strategischen Fehler der militärischen Planung in Teheran erweisen.

Thematische Einordnung



Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X
Donnerstag, 05 März 2026

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