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Erste Risse im iranischen Machtapparat sichtbar

Erste Risse im iranischen Machtapparat sichtbar


Berichte aus Washington zeichnen ein ungewohntes Bild aus Teheran. Einflussreiche Stimmen sprechen von wachsender Verweigerung in den eigenen Reihen des Regimes.

Erste Risse im iranischen Machtapparat sichtbar

Innerhalb der iranischen Machtstrukturen zeigen sich erste sichtbare Spannungen. Nach Angaben des israelischen Botschafters in den Vereinigten Staaten, Yechiel Leiter, bleiben kleinere Einheiten der Revolutionsgarden und der Basij-Miliz zunehmend dem Dienst fern. Es geht dabei nicht um offene Aufstände, sondern um etwas, das langfristig gefährlicher sein kann: schleichende Verweigerung.

Leiter beschrieb diese Entwicklung als einen Prozess, der gerade erst beginnt. Die Betroffenen greifen noch nicht zu den Waffen gegen ihre Vorgesetzten, aber sie erscheinen schlicht nicht mehr zum Dienst. Für ein System wie das iranische, das auf Kontrolle, Disziplin und Angst basiert, ist bereits das ein bemerkenswertes Signal.

Die Islamische Revolutionsgarden gelten als tragende Säule des Regimes. Ergänzt werden sie durch die Basij, eine ideologisch geprägte Miliz, die seit Jahren zur Unterdrückung von Protesten eingesetzt wird. Wenn ausgerechnet in diesen Strukturen erste Risse sichtbar werden, betrifft das den innersten Kern der Macht.

Leiter sprach von einem System, das nicht plötzlich zusammenbricht, sondern langsam an Stabilität verliert. Historische Beispiele wie die Sowjetunion oder Rumänien zeigen, dass solche Prozesse oft lange unsichtbar bleiben, bevor sie sich abrupt beschleunigen. Auch im Iran sei noch keine offene Spaltung erkennbar, doch die Richtung sei klar.

Gleichzeitig verwies der Botschafter auf die Stimmung in der Bevölkerung. Er zeichnete das Bild eines Landes mit rund 92 Millionen Menschen, in dem viele sich nach einem anderen politischen System sehnen. Der Druck komme nicht nur von außen durch militärische Angriffe, sondern zunehmend auch von innen durch schwindende Loyalität.

Im selben Zusammenhang äußerte sich Leiter auch zu den jüngsten Angriffen auf Israel. Die Raketen, die auf den Süden des Landes abgefeuert wurden, hätten nach seiner Einschätzung vermutlich auf die Nuklearforschungseinrichtung bei Dimona gezielt. Getroffen wurde sie nicht, dennoch gab es zahlreiche Verletzte.

Die militärische Auseinandersetzung ist damit nur ein Teil der Entwicklung. Parallel dazu steht die Frage im Raum, wie stabil das Regime in Teheran tatsächlich noch ist. Für Israel ist diese Frage von strategischer Bedeutung. Ziel bleibt aus israelischer Sicht nicht nur die Schwächung militärischer Fähigkeiten, sondern auch die Verhinderung einer Situation, in der das Regime weiterhin Raketen, ein mögliches Atomprogramm und regionale Stellvertreterorganisationen kombiniert einsetzen kann.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Reichweite iranischer Raketen. Nach dem jüngsten Abschuss einer Rakete mit einer Distanz von rund 4.000 Kilometern warnte Leiter, dass sich diese Fähigkeiten weiterentwickeln könnten. Systeme, die heute regionale Ziele erreichen, könnten in Zukunft auch deutlich weiter entfernte Städte bedrohen.

Die aktuelle Entwicklung zeigt damit zwei parallele Linien. Nach außen versucht das Regime weiterhin Stärke zu demonstrieren. Nach innen entstehen erste sichtbare Ermüdungserscheinungen. Noch ist offen, ob daraus ein tatsächlicher Machtverlust entsteht. Doch allein die Tatsache, dass Teile der Sicherheitsapparate beginnen, sich zu entziehen, verändert die Ausgangslage spürbar.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Pawel Ryszawa - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=109254931
Montag, 23 März 2026

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