Warum brachten die Grenzen von 1967 keinen Frieden?

Warum brachten die Grenzen von 1967 keinen Frieden?


Warum brachten die Grenzen von 1967 keinen Frieden?

Jonathan S. Tobin Commentary Magazine, 8. Mai 2013

Der ständige Kehrreim der Kritiker Israels in den letzten Jahrzehnten war die Notwendigkeit, dass der jüdische Staat sich von jeden Zentimeter des im Sechstagekrieg gewonnen Territoriums zurückzieht und zu dem zurückkehrt, was fälschlicherweise als die „Grenzen von 1967“ bezeichnet wird. Doch während die Israelis heute den 46. Jahrestag der Wiedervereinigung ihrer Hauptstadt feiern, die durch diesen Krieg möglich gemacht wurde, ist die Frage angemessen, warum im nahen Osten am 4. Juni 1967, vor dem Beginn der „Besatzung“, der Friede nicht regierte.

Es mag vernünftige Argumente geben, die zur Notwendigkeit angeführt werden können, dass Israel und die Palästinenser in getrennter Souveränität leben, statt unter den unbefriedigenden Status quo. Doch das Problem der meisten Diskussionen zum Thema ist die Annahme, dass einfach die Lage wiederherzustellen, die vor diesem Krieg bestand, den Frieden herbeiführen wird. So hart es sein mag Nachrichtenkonsumenten aufzufordern, sich so weit in die Geschichte zurück zu denken, so notwendig ist es, diejenigen, die die alte Leier „1967“ als einzig möglicher Lösung anbringen, zu daran zu erinnern, dass es, als nicht ein einziger Juden in der Westbank oder Ostjerusalem lebte, es keinen Frieden gab. Nicht nur das: Vor diesem Krieg, als die heute „besetzte Gebiete“ genannten Gegend im Besitz von Jordanien und Ägypten war, konzentrierte sich die arabische und muslimische Welt auf nicht auf die Gründung eines Palästinenserstaats, sondern auf die Beendigung der jüdischen Souveränität über das Territorium des Israel vor 1967.

Die Grenzen von 1967 wurden tatsächlich nie international anerkannt, sondern waren nur Waffenstillstandslinien, die festlegten, wo die Armee standen, als ein Waffenstillstand Israels Unabhängigkeitskrieg beendete. Insbesondere ließen die Linien die Stadt Jerusalem, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine jüdische Mehrheit hatte, geteilt zurück. Für die Altstadt Jerusalems, die während der Kämpfe bei der Belagerung der Stadt durch Jordaniens Arabische Legion fiel, war Juden von 1948 bis 1967 der Zutritt verboten. Die Westmauer hörte kein jüdisches Gebet mehr und wurde als Müllhalde genutzt. Die Jordanier bahnten eine Straße durch den uralten jüdischen Friedhof auf dem Ölberg und nutzten einige der Grabsteine als Baumaterial. Eine Mauer verlief durch die Stadt, ganz ähnlich der Barriere, die Berlin teilte.

Doch diese Teile Jerusalems, die illegal von den Jordaniern besetzt waren (nur Großbritannien und Pakistan erkannten die Annektierung dieses Teils der Stadt wie auch der Westbank an, die diesen unlogischen Namen bekam, weil sie sich von der Eastbank unterschied – die jetzt Jordanien ist) bildeten keine Palästinenserhauptstadt. Genauso wenig wurde der von Ägypten besetzte Gazastreifen als Teil eines Palästinenserstaats betrachtet.

Was diejenigen, die die Rückkehr zu den Linien von 1967 fordern, ebenfalls vergessen: Israels Befreiung der Stadt markierte den Beginn der ersten Zeitabschnitt in der modernen Geschichte Jerusalems, in dem die vollständige religiöse Freiheit und der offene Zugang zu allen heiligen Stätten geschützt ist.

Doch die Lage vor diesem Krieg hatte einige Ähnlichkeit mit dem, was heute geschieht. Die Gebiete unter jordanischer und ägyptischer Kontrolle wurden als Stützpunkt für Palästinenser genutzt, die versuchten das Israel von vor 1967 zu infiltrieren und Terroranschläge zu verüben. Und entlang dieser Grenzen konzentrierten sich im Mai 1967 die arabischen Armeen, während ihre Führer Drohungen wiederholten, sie würden die Juden ins Meer treiben.

Israel überlebte diesen bedrohlichen Monat des Wartens, während die Welt sich fragte, ob sich aus diesen arabischen Drohungen ein zweiter Holocaust ergeben würde, indem es zuerst zuschlug und seine Feinde besiegte. In diesem Moment hörte der jüdische Staat auf als neuzeitlicher David gesehen zu werden, der sich gegen den Goliath einer arabischen Welt stellte, die seinen Kräften zahlenmäßig überlegen war und wurde zum Buhmann der internationalen Presse.

So sehr diese trostlose Ära von vor 1967 wie uralte Geschichte erscheint: Was die, die die alte Leier von 1967 spielen, ignorieren, ist, das es seit damals keine grundlegende Veränderung in der arabischen Meinung zu Israel gegeben hat. Selbst in Ländern wir Ägypten und Jordanien, die Friedensverträge mit Israel unterzeichnet haben, bleibt die vorherrschende Stimmung der Bevölkerung eine der Unterstützung der Vernichtung ihres Nachbarn.

Bis das geschieht und die Palästinenser sich mit damit abfinden, dass die Juden auf Dauer in das Land zurückgekehrt sind, ist die Argumentation, man müsse nur Israel dazu zwingen das von ihm in einem Verteidigungskrieg gewonnene Territorium aufzugeben, um den Konflikt zu lösen, nicht nur unlogisch; es ist eine Forderung nach nationalem Selbstmord.

Bei allen gegenwärtigen Problemen Jerusalems würde seine erneute Teilung die Lebensqualität dort unermesslich verschlechtern sowie den offenen Zugang zu heiligen Stätten beeinträchtigen (die einzige Ausnahme dazu ist der Tempelberg, wo Juden und Christen immer noch das Gebet verboten ist, um die muslimischen religiösen Behörden zu beschwichtigen).

Ruthie Blum schrieb in Israel HaYom, dass Israels Präsenz in der Westbank und Jerusalem keinen Konflikt begann, der bereits seit Jahrzehnten bestand; „es war genau dieser pan-arabische Versuch das ‚zionistische Gebilde‘ zu eliminieren, der den Dreifronten-Krieg überhaupt auslöste. Und es war Israel, das Jerusalem von jordanischer Besatzung befreite.“

Wie sie vermerkt, gab der damalige israelische Verteidigungsminister Moshe Dayan am Tag der Wiedervereinigung Jerusalems folgende Erklärung aus:

Heute Morgen befreiten die israelischen Verteidigungskräfte Jerusalem. Wir haben Jerusalem, die geteilte Hauptstadt Israels, geeint. Wir sind zum heiligsten unserer heiligen Orte zurückgekehrt, um ihn nie wieder zu verlassen. Unseren arabischen Nachbarn reichen wir in dieser Stunde auch – mit besonderer Betonung auf dieser Stunde – unsere Hand in Frieden entgegen. Und unseren christlichen und muslimischen Mitbürgern versprechen wir feierlich volle Religionsfreiheit und -rechte. Wir kamen nicht wegen der heiligen Stätten anderer Völker nach Jerusalem und nicht, um die Anhänger anderer Religionen zu stören, sondern um seine Gesamtheit zu gewährleisten und dort mit anderen, in Einheit, zusammen zu leben.

Israel hat sein Versprechen gehalten, doch die Palästinenser und die meisten ihrer Unterstützer sind nie mit der Wirklichkeit oder der Legitimität eines jüdischen Staates klar gekommen, egal, wo seine Grenzen gezogen würden. Frieden kann möglich sein, wenn die Palästinenser sich ändern. Wir wollen hoffen, dass Jerusalem nie wieder auseinandergerissen wird wie 1948, als arabische Armeen einfielen; und das die Sicherheit Israels nie wieder gefährdet wird oder Rechte an der angestammten Heimat des jüdischen Volkes nur deshalb aufgekündigt werden, um die gefährliche Lage vom 4. Juni 1967 wieder herzustellen.

 

Übersetzung unseres Partnerblogs Heplev - Foto: Antisemiten unterwandern mit ihrer Hasspropaganda auch christliche Kirchen - und vereinzelt auch die LGBT-Community

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Sonntag, 19 Mai 2013