Pallywood: Die Lügen-Industrie in Aktion

Pallywood:

Die Lügen-Industrie in Aktion


Die Lügen-Industrie in Aktion

Op-ed: Ein Videoausschnitt zeigt ein weinendes palästinensisches Kind und bringt damit „progressive“ Journalisten dazu zu schreiben dass Israelis Nazis sind; ein Freudenfeuer in einem Hain verwandelt sich in ein Pogrom an Palästinensern

von Ben-Dror Yemeni, YNetNews.com, 25. Mai 2014

Zwei junge Palästinenser wurden während der Nakba-Tag-Proteste getötet. Bilder von Sicherheitskameras werfen Fragen über die von der Sprechereinheit der IDF veröffentlichten Erklärung auf; darin hieß es, es wurde bei dem Vorfall keine scharfe Munition verwendet.

Wir müssen Vorsicht üben. Wir haben schon solches Bildmaterial gesehen und es stellte sich als „Pallywood“ heraus, wie Prof. Richard Landes es in der Vergangenheit definierte. Landes offenbarte gestellte Szenen palästinensischer Propaganda, die der Welt als Verbrechen „made in Israel“ präsentiert wurden.

Der kurze Videoausschnitt – weniger als eine Minute – zu Mohammed al-Durah verwandelte sich in einen der unverzichtbaren Aktivposten antiisraelischer Propaganda. Es dauerte Jahre, bevor der ganze Film offengelegt wurde und sich herausstellte, dass er eine Verleumdung war.

Dem Bildmaterial vom Nakba-Tag sollte mit Vorsicht und Misstrauen begegnet werden. Das Problem besteht darin, dass die Tage vergehen und die IDF alle Zeit der Welt hat. Journalisten haben das Material lange vor den Ermittlern erhalten. Bevor sich also die Tötungen vom Nakba-Tag in eine weitere Al-Durah-Affäre verwandeln muss eine ernste Untersuchung durchgeführt werden. Nicht innerhalb einer Woche. Sie hätte sofort erfolgen müssen.

Das US-Außenministerium hat sich bereits an Israel gewandt und eine Untersuchung gefordert. Die Gewissenhaftigkeit hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter ist bemerkenswert. Sie sind bereits in dieser Lage gewesen. Als Zivilisten bei einem ernsten Vorfall in Bagdad von US-Soldaten getötet wurden, sagte Oberstleutnant Scott Bleichwehl, es handle sich um einen Konflikt mit „feindlichen Kräften“. Der Soldat Bradley Manning, Teil eines riesigen Lecks an WikiLeaks, enthüllte u.a. ein Video dieses Vorfalls. Man sah Piloten von Apache-Helikoptern, die auf Zivilisten – darunter zwei Journalisten – schossen und sie töteten. Sie dürften sie fälschlich für Kämpfer gehalten haben, aber sie schossen weiter auch auf diejenigen, die kamen, um die Verletzten und die Leichen einzusammeln. Manning wurde für 35 Jahre ins Gefängnis geschickt. Die Schützen wurden nicht angeklagt.

Es hat zahllose Vorfälle, Fehler, Abweichungen dieser Art gegeben. Es werden auch Verbrechen begangen. In den USA und Großbritannien endet das irgendwie im Nichts oder fast im Nichts. Israel muss anders handeln. Prüfen. Ermitteln. Schlüsse ziehen. Nicht weil anderes fordern, dass wir das tun. Immerhin sind sie die letzten, die berechtigt sind uns zu predigen. Wir sind es uns selbst schuldig.

Das Lag Ba’Omer-Pogrom

Ein jüdischer Freund aus den USA rief mich letzte Woche an und wollte etwas über ein Pogrom wissen, das Juden an Palästinensern begangen hätten. Ein Pogrom? Er hatte unwiderlegbare Beweise. Peter Beinart, einer der Leiter der jüdischen Linken in den USA, schrieb die Worte „A Lag Ba’Omer porom“ (ein Pogrom an Lag Ba’Omer) auf seiner Twitter-Seite mit einem Link zu einem Bericht auf der englischsprachigen Nachrichtenseite der Zeitung Ha’aretz. Die Schlagzeile des Berichts lautete: „Siedler fackeln palästinensische Obstplantage ab.“

Eine Obstplantage abzufackeln ist eine ernste Sache, aber wie genau kam Beinart zu einem Pogrom? Die Internetseite Presspective, die sich die Sache näher ansah, stellte fest, dass der ursprüngliche Bericht auf der hebräischsprachigen Internetsite der Ha’aretz lautete „Siedler zündeten in Olivenhain Lagerfeuer an“.

Wir reden also hier von drei Phasen. Es begann mit einem Bericht in Ha’aretz über ein Lagerfeuer in einem Olivenhain. Kein einziger Baum wurde angezündet. Es gibt überall im Land solche Lagerfeuer. Es ging mit einer verfälschten Übersetzung ins Englische weiter: ein Hain sei abgefackelt worden. Und wurde nicht weniger als ein Pogrom – durch den Herrn und Lehrer der jüdischen Linken in den USA.

Nach einem Einspruch von Presspectiva veröffentlichte die Zeitung eine kleine Korrektur. Beinart hat seine Wortwahl bis heute nicht zurückgenommen.

Wollen wir wissen, wie die Lügen-Industrie funktioniert, dann gab es diese Woche ein weiteres kleines Beispiel.

Warum wird Israel mit einem anderen Maß gemessen?
Seit inzwischen mehr als einem Jahr weitet sich das von Aktivisten der Boko Haram an Einwohnern ihres Landes Nigeria verübte Massaker in furchtbarem Ausmaß aus. Die Welt schweigt in der Regel.

In den letzten zwei Wochen hat sich etwas geändert. Die Verschleppung Hunderter Mädchen, von denen 234 noch nicht wieder gefunden sind, entzündete eine weltweite Kampagne unter dem Banner „bring back our girls“ (bringt unsere Mädchen zurück). Selbst First Lady Michelle Obama postierte für ein Foto mit dem führenden Schild. Gleiches machten Hollywood-Stars – darunter Sylvester Stallone, Harrison Ford und Mel Gibson – die mit dem Schild beim Filmfestival in Cannes für ein feierliches Foto posierten. Es ist unklar, ob es eine Freilassung geben wird, aber wer weiß, vielleicht plant bereit jemand eine Rolle der Stars in dem Film über die mutige Befreiungsoperation.

Am Tag, als die Stars für Foto posierten, schlachteten die Jihadisten weitere 69 unschuldige Zivilisten in Nigeria ab.

Im Verhaltensindex des Westens stehen Afrikaner, die Afrikaner töten, Muslime, die Muslime töten oder Muslime, die Afrikaner töten ganz weit unten angesiedelt. Auch Syrien ist aus den Schlagzeilen gedrängt worden, außer wir reden von einem Massenabschlachten. Und Somalia – wie der Jemen – liegt außerhalb der Reichweiter der Kameras. Also schlachten sie weiter ab. Aber von Jihadisten verschleppt christliche Mädchen? Das reicht.

Wenn wir nicht von Hunderten Mädchen reden, dann sorgt ein Videoausschnitt mit einem weinenden Palästinenserkind dafür, dass Journalisten in Israel schreiben, die Israelis seien Nazis und ein Lagerfeure in einer Obstplantage verwandelt sich in ein Pogrom. Das schreiben „progressive“ Journalisten. Aber aus jedem, der es wagt den Einwand über islamisches Nazitum zu bringen, wird sofort ein verachtenswerter Faschist.

Beinart selbst behauptete einmal an Israel werde sei ein anderer Maßstab angelegt worden, weil es westlich ist und nicht weil es jüdisch ist. Nun, 2011 wurden z.B. 115 Palästinenser getötet, die meisten davon Terroristen; im Vergleich dazu gab es 7.000 zivile Tote in Afghanistan und dem Irak.

Im selben Jahr erlebten wir, dass 48 britische Soldaten getötet wurden, die am Tod von mehr als 400 Menschen beteiligt waren. Aber im selben Jahr beschäftigte sich z.B. der Guardian weit mehr mit Israel.

Die Frage bleibt: Warum? Der palästinensische Dichter Mahmud Darwisch sagte einmal: „Das Interesse der Welt liegt nicht bei uns, den Palästinensern, sondern bei euch, den Juden. Dank euch haben wir einen weltweiten Ruf.“ Beinart lag falsch, Darwisch lag richtig. Das passiert sogar ihm manchmal.

 

Übersetzung unseres Partnerblogs Heplev

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Mittwoch, 04 Juni 2014