Gibt es Araber, die Israel mögen? Die Antwort ist ein dröhnendes Ja

Gibt es Araber, die Israel mögen? Die Antwort ist ein dröhnendes Ja


Manche sind bereit in der Öffentlichkeit zu reden, die meisten haben Angst erkannt zu werden, aber eine zunehmende Zahl Araber und Muslime betrachten Israel als ein Land, das bewundert werden muss.

Von Mordechai Kedar, Arutz Sheva - Israel NationalNews

 

In der Regel zeige ich meinen Lesern ein höchst deprimierendes Bild der arabischen und muslimischen Welt. Ich finde das unvermeidbar, denn die Probleme, die diese zwei Welten auseinanderreißen, können nicht beschrieben werden – allein die letzten sieben Jahre haben erlebt, dass Hunderttausende Menschen getötet und Millionen Frauen, Kinder und Alte zu obdachlosen, mittellosen und leidenden Flüchtlingen gemacht wurden. Trotz des enormen Potenzials des Nahen Ostens, seiner gewaltigen Ressourcen, Panorama-Ansichten und unbegrenzten Möglichkeiten befindet sich die gesamte Region in einem Zustand kläglichen Zusammenbruchs.

 

Im vorherrschenden Diskurs des Nahen Ostens wird die Schuld für all dieses Chaos direkt auf den Schultern einer Partei abgeladen – Israel, zusammen mit den kolonialistischen Regimen, hauptsächlich Großbritannien und Frankreich, die den jüdischen Staat erschufen.

 

Die Schuld einzig Israel zuzuschreiben ist aus mehreren Gründen einfach:

 

a. Es ist für unsere Nachbarn leichter jemand anderes für ihre furchbare Notlage verantwortlich zu machen, statt einen genauen Blick auf sich selbst zu werfen, um die Gründe für ihr Leiden zu finden;

 

b. Israel, das weder arabisch noch islamisch ist, wird vor allem als Außenseiter in der Region betrachtet;

c. Israel ist das Werk Satans, weil Juden kein Recht auf Souveränität haben und unterworfen (mit Dhimmi-Status) werden müssen;

 

d. Israel gewinnt am meisten von dem es umgebenden Chaos, also muss es dieses überhaupt erst verursacht haben; und

 

e. Israel ist erfolgreich, während seine Nachbarn jämmerliche Versager und deshalb von Neid zerfressen sind.

Diese antiisraelische Haltung ist in vielen der Bevölkerungen, die den Nahen Osten ausmachen, die Regel; dazu gehören auch Staatsoberhäupter, Untertanen, die Intelligenzija und die Ignoranten, die Religiösen und die Säkularen, die Eliten und marginale Personen, Muslime und Mitglieder anderer Religionen, Beduinen, Dorfbewohner, Landbevölkerung und Stadtbewohner.

 

Es ist zum „guten Ton“ geworden, überall im Nahen Osten negativ über Israel zu reden, bis zu dem Punkt, an dem das arabische Wort für Normalisierung der Beziehungen zu Israel im Diskurs des Nahen Ostens ein vulgäres und negatives Wort geworden ist.

 

Im Verlauf der letzten Jahre ist allerdings ein paralleles Gespräch aufgekommen, eine, die frei ist von der konventionellen Art über Israel zu reden und oft dramatisch anders. Es ist schwierig diejenigen festzunageln, die daran teilnehmen; einige sind gebildet und säkular, manche gewöhnliche Bürger, andere Mitglieder der herrschenden Klasse oder der Opposition; zu ihnen gehören Religiöse und Nichtreligiöse, Muslime und Mitglieder anderer Religionen. Was sie hauptsächlich gemeinsam haben, ist die Fähigkeit sie von den akzeptierten Konventionen zu befreien und gegen den Strom zu schwimmen, bereit zu sein sich Kritik zu stellen und damit klarzukommen.

 

Es ist wichtig festzustellen, dass die so gut wie jedem an den Fingerspitzen verfügbaren sozialen Medien die Hauptkraft sind, die proisraelische Gesprächen erlauben die Augen und Ohren eines breiteren Publikums zu erreichen. Mittel zur Massenkommunikation können von Regierungen oder anderen Einheiten nicht komplett kontrolliert werden, also bieten sie eine öffentliche Plattform für Menschen, die unabhängig denken wollen und nicht an die sie umgebenden Konventionen gebunden sein wollen.

 

Was genau sagen sie? (Anmerkung: Meine Kommentare stehen in Klammern – M.K.)

 

Die erste hier zitierte Person ist ein kuwaitischer Journalist namens Abdallah Alhadlek. In einem Interview sagte er: „Ob wir es mögen oder nicht: Israel ist ein souveräner und unabhängiger Staat. Es existiert in der Realität, hat einen Sitz in der UNO und die meisten friedliebenden Staaten haben es anerkannt. Es gibt natürlich eine Gruppe Staaten, die mit Israels Existenz nicht klargekommen, aber das sind allesamt despotische Diktaturen.“

„Vers 21 im Koran-Kapitel „Der Tisch“ beweist das Recht der Juden auf das Heilige Land: „O mein Volk, tretet in das geheiligte Land ein, das Allah für euch bestimmt hat, und kehrt nicht den Rücken, denn dann werdet ihr als Verlierer zurückkehren.“ Demnach ist es Allah, der ihnen das Land gab und sie stahlen es niemandem. Vielmehr wurde ihnen das Land von denen gestohlen, die dort lebten, bevor die Juden es betraten. Das ist der Grund, dass ich überholte Bezeichnungen wie „stehlendes Gebilde“ oder „zionistisches Gebilde“ nicht akzeptiere.

 

„Es gibt keine Besatzung, es gibt nur eine Nation, die in ihr gelobtes Land zurückkehrte. Die Geschichte der Juden geht der des Islam voraus. Es ist unsere Pflicht als Muslime das Recht des jüdischen Volks an diesem Land anzuerkennen. Als Israel 1948 gegründet wurde, gab es keinen Staat namens Palästina. Es gab Menschen, die in verschiedene arabische Länder verstreut waren; man bezeichnete sie als Kanaaniter, Amalekiter und mit vielen anderen Namen.

 

Ein weiteres Beispiel ist eine sehr interessante Frau namens Nonie Darwish. Sie stammt aus Ägypten, wo ihr Vater ein in Gaza stationierter Geheimdienstoffizier war. Während der 1950-er Jahre schickte er Fedajjin – heutige Terroristen – um Israel anzugreifen und zu morden, zu rauben und zu zerstören, was immer sie in die Hände bekommen konnten. Eines Tages schickten Israel ihm ein Geschenk, ein Buch, das, als er es öffnete, ins Gesicht explodierte und ihn an den Ort schickte, der in der Hölle für Terroristen reserviert ist.

 

Nonie begriff, das ihr Vater die Strafe verdiente, die er für seine Grausamkeit gegenüber Israel erhielt und entschied sich Ägypten zu verlassen, den Islam aufzugeben und zum christlichen Glauben zu konvertieren. Heute liebt sie irgendwo im Westen und managt die Internetseite ArabsForIsrael. Dort bekämpft sie islamische Aktivitäten, die Annahme des Scharia-Rechts in westlichen Ländern, die Kultur des Jihad und dort spricht sie positiv über Israel, sein Existenzrecht, sein Recht auf Selbstverteidigung und in Frieden in seinem historischen Land zu leben.

 

Und trotz dem, was viele israelische Juden glauben, gibt es unter den israelischen Araber solche, die die Dinge anders sehen und es wagen ihre Gedanken laut zu äußern. Einer davon ist eine junge muslimische Frau namens Daima Taya, die in einem arabischen Lokalsender erschien und einem feindseligen Interviewer sagte: „Israel ist kein Apartheidstaat und jeder der so etwas sagt, sollte sich schämen. Ihr lebt in diesem Land und habt einen blauen Personalausweis (wie jeder andere Israeli). Ihr arbeitet, redet (wie ihr wollt), studiert (was immer ihr wollt), werdet Forscher, Lehrer; Rechtsanwälte, Führungskräfte und lebt in einem Land, das euch Respekt gibt.“

„Syrien, Irak, Äypten und all die anderen arabischen Länder – was habt ihr für eure Völker getan? Israel ist eine Demokratie und seine Unabhängigkeitserklärung erklären, dass es drusische, muslimisch-arabische und andere Minderheitsgruppen hat. Was ist ein demokratischer Staat? Einer, der sein Volk respektiert, die in ihr lebenden Menschen, ihr Recht ihr eigenes religiöses Leben zu leben, zu studieren, zu arbeiten, gewählt zu werden, Richter, Anwälte und Parlamentsabgeordnete zu werden, frei in der Knesset zu jedem von ihnen gewünschten Thema zu reden. (Israel) igbt ihnen das Recht auf Freiheit und Freizügigkeit. Wo sonst findet ihr das (in der arabischen Welt)? … Ich wünsche allen arabischen Staaten, arabischen Gesellschaften und Bürgern arabischer Staaten das Privileg in einem demokratischen Staat wie dem Staat Israel zu leben. Ich bezeichne mich als Araberin, eine Muslima, ich habe die israelische Staatsbürgerschaft, bin stolz auf mich und auf meine Religion, stolz, dass ich in einem Staat lebe, der mich respektiert und mir meine Recht zugesteht…“

 

Später fügte sie hinzu: „Nichts ist perfekt, nicht ist 100%, sehen Sie sich an, was in der arabischen Welt los ist. Im Vergleich damit ist Israel einfach gut! Und zeigen Sie mir nur einen arabischen Staat, in dem man die Regierung kritisieren darf!“

 

Das sind nur Beispiele für proisraelische Meinungen in der arabischen Welt. Namen wie Wafa Sultan, Bridget Gabriel, Sacar Alnablasi, Camal Govriel, Walid Shoebat und der saudi-arabische Louis Alsherif sind weitere, die Dinge gesagt haben wie: „Gäbe es Israel nicht, dann müssten die Araber es erfinden“, oder „Israel passt nicht in den Nahen Osten, weil es keine Diktatur ist, kein Stammesstaat, kein Staat auf Clan-Basis und nicht von einer Militärjunta geführt“, und „Die arabische Welt ist nicht bereit Israel zu akzeptieren, weil Israel Staatsoberhaupt seine Schmiergelder in Briefumschlägen bekommt und unserer Herrscher Kisten brauchen, um ihre Schmiergelder zu transportieren“, und „Arabische und israelische Journalisten haben etwas gemeinsam: Ihre Regierungen erlauben ihnen Israel schlecht zu machen“, und: „Israel spiegelt die Araber wider – wenn sie sich sie ansehen, sehen sie das Gegenteil von sich selbst.“

 

Es wäre so viel über die Wenigen zu sagen, die in arabischen Medien erschienen und Israel verteidigen. Es gibt so viel mehr über die zu sagen, die so heimlich die Reaktion fürchten, die aus ihrer Umgebung kommen würde. Ich selbst stehe in Kontakt mit einer ganzen Reihe dieser Menschen, denjenigen, die ganz offen sind und denjenigen, die Angst haben Identität zu offenbaren.

 

Ich werde Ihnen nur eine einzelne Geschichte erzählen. Alle paar Wochen ruft mich eine Gruppe aus 3 bis 4 Leuten von irgendwo im Gazastreifen an und bettelt darum, ich möchte Israel sagen das Gebiet zurückzuerobern, weil ihr Leben seit dem Tag 2007, als die Hamas die PA aus der Kontrolle des Gazastreifens drängte, die Hölle ist. In der Vergangenheit hatten sie in Israel gearbeitet, anständige Löhne verdient und ihre Familien versorgt. Israel als Staat und das israelische Volk behandelten sie gut, zollten ihnen Respekt und zahlen ihnen gewöhnlich faire Löhne für ihre Arbeit.

 

Als die Hamas die Macht übernahm, verloren sie ihre Jobs in Israel. Heute schaffen es nur die, die der Hamas schmeicheln irgendeine Arbeit zu bekommen und jeder, der nicht bereit ist ein Loblied auf die Hamas zu singen, findet sich in der Arbeitslosigkeit wieder. Arbeit ist jedoch ein unbedeutendes Thema, denn es gibt etwas viel Schlimmeres – den Unterschied dazwischen, wie die Hamas mit Frauen und Mädchen behandelt und wie Israel das tut. Die Freunde, die mich anrufen, erinnern sich gut, dass es notwendig war eine Frau an einem Checkpoint oder einem anderen Ort einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen, während Israel den Gazastreifen kontrollierte; die IDF stellte sicher, dass eine Polizistin oder eine Soldatin gerufen wurde, um die Durchsuchung durchzuführen. Nicht ein einziges Mal berührte ein Soldat eine arabische Frau. Heute ist die Lage diesbezüglich einfach schrecklich – wenn jemand in den Augen der Hamas die Gunst verloren hat, kommen Hamas-Männer spät abends in sein Haus, in Autos ohne Kennzeichen; sie brechen mit maskierten Gesichtern ein, entfernen die Männer aus dem Haus und und missbrauchen die Frauen und Mädchen, die ungeschützt zurückgeblieben sind.

 

Das macht den ganzen Unterschied aus. Die Araber selbst kennen die Wahrheit über Israel, wie es mit seinen Bürgern umgeht. Sie wissen, dass diejenigen, die Israel schlecht machen und verleumden, ob sie nun Grund dafür haben oder nicht, die Wahrheit nicht auf ihrer Seite haben. Selbst die, die Israel unterstützen, erkennen, dass es nicht perfekt ist, dass es in der gesamten Welt keinen perfekten Staat gibt. Was Israel aber hat und was keiner seiner Nachbarn besitzt, ist das israelische Verlangen und die Absicht anständig zu sein, gesetzestreu und moralisch, die Menschenrechte zu respektieren und Männer wie Frauen zu respektieren. Israel wünscht sich nicht tote und verletzte Araber zu sehen. Wenn seine Nachbarn Israel nur erlauben würden in Frieden und Ruhe zu leben, dann würden sie sich nie in der Situation wiederfinden angegriffen zu werden.

 

Was aber wirklich wichtig ist: Wie, die Israelis, müssen uns daran erinnern, dass nicht jeder Arabisch Sprechende per Definition ein Israelhasser ist. Man kann in der arabischen und islamischen Welt viele Menschen finden, die Israels Existenz von Anfang an akzeptieren und nicht erst nach Vollendung der Tatsache; sie glauben an das Recht der Juden in Sicherheit und Ruhe im Land ihrer Vorväter zu leben. Sie glauben ebenfalls an Israels Recht sich und das Leben seiner Bürger, ihr Wohlergehen und ihre Gesundheit zu verteidigen.

 

Das ist die arabische Tragödie: Der moderne arabische Staat scheint an mehreren Orten als der schlimmste Feind ihrer Nation, gehasst von seinen Bürgern, ermordet seine Einwohner, verweigert ihnen ihre Rechte und stehlen ihr Eigentum – während der Staatschef, sein Herrscher, kann günstigstenfalls als „der Verbindungsoffizier zwischen seinen Bürgern und dem Jenseits“ beschrieben werden kann.

 

Wenn der Unterschied zwischen Israel und seinen Nachbarn so aussieht, wundert es dann, dass es keine unbeträchtliche Zahl an Arabern gibt, die bereit sind Israels Existenzrecht ebenso zu akzeptieren wie das Recht seine Bürger wie jeder andere Staat der Welt zu verteidigen? Wahrscheinlich nicht; und das wissen sie durchaus.

Wir können ihnen nur ein langes, gesundes und erfolgreiches Leben wünschen, so wie wir es allen Menschen in Israel wünschen.

 

 

Übersetzt von Heplev


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Freitag, 06 April 2018