Israelischer ESC-Moderator spendet sein Gehalt für Israel Gay Youth

Israelischer ESC-Moderator spendet sein Gehalt für Israel Gay Youth

Israelischer ESC-Moderator spendet sein Gehalt für Israel Gay Youth


Vier Menschen werden den Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv moderieren: Supermodel Bar Refaeli, Moderator Erez Tal, Slam-Poetin Lucy Ayoub und Assi Azar.

Israelischer ESC-Moderator spendet sein Gehalt für Israel Gay Youth

Von Gerd Buurmann

Azar ist seit 2016 verheiratet und wurde von der amerikanischen Zeitschrift Out in die Top 100 der einflussreichsten Schwulen aufgenommen. Im selben Jahr feierte seine Dokumentation „Mom, Dad, I have something to tell you“ über seine Homosexualität im israelischen Fernsehen Premiere.

Aus seiner Instagram-Seite hat Assi Azar nun bekannt gegeben, dass er sein gesamtes Gehalt vom Eurovision Song Contest an die Israel Gay Youth (IGY) spenden wird. Laut Azar beläuft sich das Gehalt auf 105.000 Schekel, was rund 25.000 Euro sind.

IGY ist eine Organisation für junge lesbische, schwule, bisexuelle und transsexuelle Menschen, sowie für Jugendliche, die sich nicht in vorgegebenen Geschlechterrollen wiederfinden. Die Organisation wurde von Yaniv Waizmann gegründet und ist heute in 22 Städten und Gemeinden in Israel tätig. Jährlich nehmen über 1.500 Jugendliche die Unterstützung der Organisation an.

Die Programme von IGY umfassen unter anderem einen Jugendclub in Tel Aviv, Gruppen für HIV-positive Jugendliche und das Nir-Programm. Das Nir-Programm wurde nach Nir Katz benannt. Im Jahr 2009 wurde Katz im Alter von 26 Jahren bei einem Anschlag am 1. August 2009 auf den LGBT-Jugendclub Bar Noar ermordet. Ein maskierter und schwarz gekleideter Mensch stürmte damals den Club und schoss mit einer Pistole um sich. Bei dem Anschlag wurde neben Nir Katz auch die 17-jährige Liz Troubishi ermordet.

Die meisten Verletzten des Anschlags waren Minderjährige. Sechs von ihnen befanden sich teilweise in sehr kritischem Zustand. Neben den körperlichen Schäden provozierte der Anschlag auch seelische Schmerzen. Für einige Opfer des Anschlags zum Beispiel stellte die Gewalttat ein ungewolltes Outing dar, da manche Eltern erst durch die Tat herausfanden, dass ihre Kinder schwul sind. Der damalige Präsident Shimon Peres erklärte damals:

„Die schreckliche Tat, die gestern in Tel Aviv gegen Jugendliche und junge Menschen durchgeführt wurde, kann von zivilisierten und aufgeklärten Menschen nicht akzeptieren werden. Mord und Hass sind die beiden schwerwiegendsten Verbrechen in der Gesellschaft. Die Polizei muss große Anstrengungen unternehmen, um den abscheulichen Mörder zu fangen, und die gesamte Nation muss sich zusammenschließen, um diese abscheuliche Tat zu verurteilen.“

Peres bezeichnete den Täter als „niederträchtigen Kriminellen“ und forderte die Polizei auf, ihn schnell zu verhaften. Er konnte jedoch nie gefasst werden. Am 8. August 2009 kam Peres persönlich zum Tatort Bar-Noar, um die schwul-lesbische Gemeinschaft zu unterstützen.

Auch der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu verurteilte den Mord bei der Eröffnung seiner Kabinettssitzung und drückte seinen „Schock und seine Bestürzung“ aus. Er verurteilte den „schockierenden Mord“ und betonte: „Wir sind ein demokratisches und tolerantes Land. Wir müssen jeden Menschen, wie er ist, respektieren.“

Die damalige Oppositionsführerin Tzipi Livni sagte:

„Selbst wenn alle Details, die das Ereignis betreffen, noch nicht klar sind, besteht der Hass und muss behandelt werden. Dieser schwere Vorfall muss die Gesellschaft und alle ihr innewohnenden Kreise, einschließlich des politischen Establishments und des Bildungssystems, erschüttern. An diesem Tag müssen wie eine eindeutige Botschaft gegen Intoleranz, Aufstachelung und Gewalt vermitteln und deutlich gegen jede Manifestation dieser Gewalt handeln.“

Auf der Beerdigung von Nir Katz sagte seine Mutter Ayala:

„Irgendwie gehen uns die Worte aus. Ich stehe hier und denke, dass auch Nir niemals geglaubt hätte, dass dies passiert. Nir war beseelt von endloser Liebe für jedes Lebewesen, mit großem Respekt für alle Lebensläufe und für alle um ihn herum. Wenn jede Person diese Beerdigung mit nur einem kleinen Teil der Liebe und der Fähigkeit verlässt, die ihr Sohn gab, bedeutet dies, dass die Botschaft von Nirs Leben angekommen ist.“

Israel sendet diese Botschaft in die Welt hinaus und Assi Azar hat sich mit seiner Spende dazu entscheiden, diese Botschaft auch ganz persönlich zu unterstützen.

 

Tapfer im Nirgendwo


Autor: Gerd Buurmann
Bild Quelle:


Freitag, 08 Februar 2019







  Alle Felder müssen ausgefüllt werden
Name:
E-Mail:
Text:
Sicherheitsabfrage 13+ 5=
Ich versichere, nichts rechtlich und/oder moralisch Verwerfliches geäußert zu haben! Ich bin mir bewusst, das meine IP Adresse gespeichert wird!
 

 



Interview zu Antisemitismus in Deutschland:

`Ich bin eine Art Trüffelschwein´

`Ich bin eine Art Trüffelschwein´

Ein Interview mit Malca Goldstein-Wolf. Erstmals erschienen auf Englisch in The Berlin Spectator. Übersetzt von Gerd Buurmann.

[weiterlesen >>]

Das offiziöse Deutschland und das Holocaust-Gedenken:

Lieber tot als lebendig?

Lieber tot als lebendig?

Sobald sich in Deutschland der Holocaust-Gedenktag nähert, fühlt sich alles, was Rang und Namen hat, berufen, in ein rührenden Trauergesang einzustimmen. Auch wenn sich der Bundespräsident zuvor mit einem Kranz posthum vor dem Grab des Judenmörders Arafat verneigt hat, lässt er es sich nicht nehmen, staatstragend den toten Juden im Bundestag zu gedenken.

[weiterlesen >>]

Kein deutsches Geld für sogenannte `Märtyrer´

Kein deutsches Geld für sogenannte `Märtyrer´

In der Nacht des 7. Februar 2019 wurde die 19-jährige Jüdin Ori Ansbacher bestialisch geschunden und ermordet. Ihre unbekleidete Leiche wurde in einem Waldstück bei Jerusalem gefunden.

[weiterlesen >>]

Israelischer ESC-Moderator spendet sein Gehalt für Israel Gay Youth

Israelischer ESC-Moderator spendet sein Gehalt für Israel Gay Youth

Vier Menschen werden den Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv moderieren: Supermodel Bar Refaeli, Moderator Erez Tal, Slam-Poetin Lucy Ayoub und Assi Azar.

[weiterlesen >>]

Zeit für Tacheles

Zeit für Tacheles

Ein kurzer Aufruf von Malca Goldstein-Wolf.

[weiterlesen >>]

Aus einer marokkanischen Familie für Frankreich in Israel:

Ich kann es kaum erwarten, die Sonne zu sehen!

Ich kann es kaum erwarten, die Sonne zu sehen!

Bilal Hassani ist ein französischer Liedermacher und Produzent. Er wurde im Jahr 1999 in Paris in eine muslimische Familie marokkanischer Herkunft hineingeboren. Schon früh bekannte er sich offen zu seiner Homosexualität. Mit dem Lied `Roi´ wird er Frankreich beim Eurovision Song Contest 2019 in Israel vertreten.

[weiterlesen >>]