Antiker griechischer Grabstein im Negev entdeckt

Antiker griechischer Grabstein im Negev entdeckt


Ein Stein mit einer griechischen Inschrift aus dem Ende der byzantinischen Zeit wurde am vergangenen Wochenende (02.01.) im Nitzana-Nationalpark im Negev entdeckt.

 Antiker griechischer Grabstein im Negev entdeckt

Der flache, runde Stein, c. 25 cm. im Durchmesser wurde als Grabstein auf einem der Friedhöfe rund um die alte Siedlung verwendet. Der Stein wurde von einem Mitarbeiter des Nationalparks gefunden, als er Naturpfade im Nitzana-Nationalpark säuberte.

Die Inschrift wurde von Dr. Leah Di Segni von der Hebräischen Universität in Jerusalem entziffert und bezieht sich auf „Die selige Maria, die ein makelloses Leben führte“ und am 9. Februar starb. Der Stein stammt aus dem späten sechsten bis frühen siebten Jahrhundert.

Laut Tali Erickson-Gini von der Israelischen Altertumsbehörde ist „Nitzana als zentraler Ort für die Erforschung des Übergangs zwischen byzantinischer und frühislamischer Zeit bekannt. Während des fünften und sechsten Jahrhunderts diente Nitzana als Zentrum für die umliegenden Dörfer und Siedlungen. Es gab unter anderem eine Militärfestung sowie Kirchen, ein Kloster und eine Straßenstation, die christlichen Pilgern diente, die nach Santa Katarina reisten, wo die Gläubigen den Ort des Berges Sinai betrachteten.“ Laut Dr. Erickson-Gini wurde Nitzana bereits im dritten Jahrhundert v.u.Z. als nabatäische Straßenstation an einer wichtigen Handelsroute gegründet. Der Ort war etwa 1300 Jahre lang zeitweise bewohnt, bis er im zehnten Jahrhundert aufgegeben und vergessen wurde.

Bei archäologischen Ausgrabungen in den 1930er Jahren wurde ein Papyrusarchiv entdeckt und der Name „Nessana“ wiederentdeckt. Der Grabsteinfund, der die Verstorbene als Maria bezeichnet, ist einer von mehreren, der an Christen erinnert, die in den Kirchen und Friedhöfen um Nitzana begraben wurden und unter anderem bei Ausgrabungen der Ben Gurion-Universität des Negev entdeckt wurden. 

Pablo Betzer, Archäologe der Israelischen Altertumsbehörde, sagt: „Im Gegensatz zu anderen antiken Städten im Negev ist über die Grabstätten rund um Nitzana nur sehr wenig bekannt. Der Fund einer solchen Inschrift kann unsere Definition der Friedhofsgrenzen verbessern und so dazu beitragen, die Grenzen der Siedlung selbst zu rekonstruieren, die noch nicht ermittelt wurden.“

 

Israelische Altertumsbehörde - Foto: Grabstein mit griechischer Inschrift aus der byzantinischen Zeit


Autor: Botschaft Israel
Bild Quelle: Emil Aladjem / Israelische Altertumsbehörde


Freitag, 08 Januar 2021

Wir bieten Nachrichten zu Themen aus aller Welt an – vollständig unabhängig von politischen Parteien, Institutionen und Interessengruppen. Nur so können wir Ihnen eine freie und unbeeinflusste Berichterstattung nach hohen journalistischen Standards garantieren. Unsere Unabhängigkeit bedeutet allerdings auch, dass wir nicht durch staatliche Mittel finanziert werden: Wir sind daher auf die private Unterstützung unserer Leser angewiesen. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen wollen, lassen Sie uns eine Spende über PayPal zukommen! 

Sie können wahlweise ein Förderabo abschließen oder den Spendenbetrag frei selbst bestimmen:

Betrag Unterstützung via Paypal
haOlam.de mit beliebigem Betrag unterstützen
 
Kleines Förderabo abschließen für 5 Euro monatlich
 
Normales Förderabo abschließen für 15 Euro monatlich
 
Jährliches Förderabo abschließen für 70 Euro im Jahr

empfohlene Artikel

Folgen Sie und auf:

Talk auf dem Klappstuhl als Podcast:

haOlam werbefrei
Nie vergessen, was unvergessen bleibt - Offenes Buch
Nie vergessen, was unvergessen bleibt - Offenes Buch
Antisemitismus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: Graubereich mdr

Download

als pdf     als epub


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage