Frieden mit Israel: Sudan tritt offiziell dem Abraham-Abkommen bei

Frieden mit Israel: Sudan tritt offiziell dem Abraham-Abkommen bei


Damit ist der Sudan das dritte Land nach den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain das im Zuge seiner Normalisierungsbestrebungen mit Israel dieses Abkommen offiziell unterzeichnet hat.

Frieden mit Israel: Sudan tritt offiziell dem Abraham-Abkommen bei

Der Sudan trat am Mittwoch offiziell dem Abraham-Abkommen bei und ebnete damit den Weg für die Normalisierung der Beziehungen zwischen Khartum und Israel. Der Sudan ist damit das dritte von vier Ländern, die der Ankündigung einer Normalisierung ihrer Beziehungen zum jüdischen Staat eine Vertragsunterzeichnung folgen ließen – nach den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain. Marokko hat das Abkommen noch nicht unterzeichnet.

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain unterzeichneten das Abraham-Abkommen mit Israel am 15. September im Weißen Haus. Die beiden Golfstaaten waren die ersten in einer Serie von Staaten, die ihre Beziehungen mit dem jüdischen Staat normalisierten. Jordanien und Ägypten schlossen bereits 1994 bzw. 1979 Frieden mit Israel.

Der Sudan unterzeichnete das Abkommen am Mittwoch in einer Zeremonie in seiner Hauptstadt Khartoum. US-Außenminister Steven Mnuchin, der die Vereinigten Staaten bei dem Ereignis vertrat, flog danach weiter zu Gesprächen nach Israel sein, wie er auf Twitter verkündete.

Der Sudan, wo 2019 Diktator Omar al-Bashir gestürzt wurde, gab im Oktober sein Einverständnis, dem Normalisierungsabkommen beizutreten, wenn er im Gegenzug von der US-Liste der staatlichen Terrorsponsorengestrichen wird. Eine Bedingung der USA lautete, dass der Sudan zustimmte, 335 Millionen Dollar Entschädigung an amerikanische Terrorismusopfer zu zahlen. Letzten Monat wurde schließlich ein Passus zum Schutz von Terroropfern und zur Immunität des Sudans gegen Klagen im Zusammenhang mit Terrorismus in das von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Gesetz über die Gesamtausgaben der Regierung aufgenommen.

Der Sudan, ein Land mit arabisch-muslimischer Mehrheit, das im Norden an Ägypten grenzt, war dem jüdischen Staat gegenüber lange feindlich eingestellt. Besonders bekannt in diesem Zusammenhang ist die Khartum-Resolution von 1967, die zum Abschluss des Gipfeltreffens der Arabischen Liga nach dem Sechs-Tage-Krieg verabschiedet wurde und die „Drei Neins“ verkündete: Nein zum Frieden mit Israel, Nein zur Anerkennung Israels, Nein zu Verhandlungen mit Israel.

Die derzeitige Regierung, die sich auf Wirtschaftsreformen und die Ausweitung internationaler Investitionen konzentriert, hat sich jedoch um freundlichere Beziehungen zu Israel bemüht, um so auch die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu verbessern. Sudans westlicher Nachbar, der Tschad, nahm 2019 Beziehungen zu Israel auf, und der Südsudan, der 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangte, unterhält ebenfalls diplomatische Beziehungen zum jüdischen Staat.

Der Artikel „At ceremony in Khartoum, Sudan officially signs on to Abraham Accords“ ist zuerst beim Jewish News Syndicate erschienen. Übersetzung von Alexander Gruber.


Autor: Mena-Watch
Bild Quelle: Pixabay


Samstag, 09 Januar 2021

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