Palästinenser empört über Sperma-Schmuggel-Film

Palästinenser empört über Sperma-Schmuggel-Film


Palästinensische Organisationen bezeichnen den jordanischen Film als „Beleidigung der Würde der Gefangenen“ und als einen „Verrat am Kampf unseres Volkes“.

 Palästinenser empört über Sperma-Schmuggel-Film

Von Khaled Abu Toameh, Jerusalem Post

Palästinenser äußerten am Mittwoch ihre Empörung über den Film „Amira“, in dem es um ein 17-jähriges palästinensisches Mädchen geht, das glaubt, mit dem geschmuggelten Sperma ihres Vaters gezeugt worden zu sein, der in einem Sicherheitsgefängnis in Israel einsitzt.

Amira – der titelgebende Name des Mädchens – wurde in dem Glauben erzogen, dass sie auf diese unkonventionelle Weise gezeugt wurde. Im Verlauf des Films muss sie aber entdecken, dass das Sperma ihres Vaters durch das eines israelischen Gefängniswärters ersetzt worden war.

Palästinensischen Quellen zufolge wurden in den letzten zehn Jahren mehr als 100 Kinder mit geschmuggeltem Sperma aus Sicherheitsgefängnissen gezeugt.

Werbung

Der in Jordanien gedrehte Film ist eine Koproduktion von Jordanien, Ägypten und den Palästinensern. Jordanien hat den Film als offiziellen Beitrag für die 94. Oscar-Verleihung in der Kategorie „Internationaler Spielfilm“ nominiert, berichtet die Jordan Times [und mittlerweile zurückgezogen; Anm. Mena-Watch]. Seine Weltpremiere fand bei den 78. Internationalen Filmfestspielen von Venedig statt, wo der Film zwei wichtige Preise gewann.

Die Palästinensische Autonomiebehörde und mehrere palästinensische Gruppen, einschließlich derjenigen, die Sicherheitsgefangene in israelischen Gefängnissen vertreten, verurteilten das Filmdrama als eine „Beleidigung der Würde“ der Gefangenen.

Das Kulturministerium der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und eine Reihe palästinensischer Organisationen erklärten am Mittwoch, der Film sei „eine klare Verletzung und Beleidigung der Würde der Gefangenen, ihres Heldentums und der großen Geschichte ihres Kampfes.“ In einer Erklärung sagte der Kulturminister der PA, Atef Abu Saif:

Der Film schadet eindeutig diesem für unser Volk so wichtigen Thema. Er torpediert unser nationales und kämpferisches Narrativ und beleidigt ohne jede Frage die Geschichte und die Kämpfe der palästinensischen Gefangenen.“

Abu Saif wies darauf hin, dass die PA und Gruppen, die die Gefangenen und ihre Familien vertreten, vor kurzem ein Treffen abgehalten haben, um die Schritte zu erörtern, die unternommen werden müssen, „um gegen die negativen Auswirkungen des Films anzugehen.“

Der Minister der Palästinensischen Autonomiebehörde warnte davor, den umstrittenen Film in Umlauf zu bringen, da dies schwerwiegende Folgen für die Gefangenen hätte, „insbesondere, da es ihren Familien schadet, nachdem sie Kinder aus dem Samenschmuggel bekommen haben.“ Er forderte die jordanischen Behörden auf, sich ernsthaft mit den Folgen des „beleidigenden“ Films auseinanderzusetzen.

Drei Gruppen, die die Gefangenen vertreten – Commission For Prisoners Affairs, High Commission For Follow-Up of Prisoners‘ Affairs und Palestinian Prisoners Club – behaupteten, der Film gebe die israelische Perspektive wieder.

Die Organisationen sagten, die Frage des Samenschmuggels aus israelischen Gefängnissen „war eine der herausragendsten Errungenschaften, durch die Gefangene in der Lage waren, die Gefängnismauer zu durchbrechen und Hoffnung zu schaffen.“ Das Thema sei in den Mittelpunkt der weltweiten Aufmerksamkeit gerückt, fügten sie hinzu.

Die Gruppen erklärten auch, dass Bemühungen im Gange seien, „gegen all jene zu vorzugehen, die zur Produktion des Films beigetragen haben, und all jenen einen Riegel vorzuschieben, die versuchen, den Kampf der palästinensischen Gefangenen und ihrer Familien zu entstellen.“

Die Gefangenenorganisationen forderten Araber und Palästinenser auf, den Film zu boykottieren, und warnten davor, dass die Beschäftigung mit dem Film oder seine Förderung als „Verrat am Kampf unseres Volkes“ betrachtet werde.

 

Übersetzt von Alexander Gruber für MENA Watch


Autor: MENA Watch
Bild Quelle: No specific author, Public domain, via Wikimedia Commons


Mittwoch, 15 Dezember 2021

Wir benötigen Ihre Spende
für den Betrieb von haOlam.de

für 2022 fallen kosten von 10.900€ an, davon haben wir bereits von Ihnen als Spende 26% erhalten.

26%

Stärken Sie eine Stimme der Wahrheit – Unterstützen Sie die Journalistische Arbeit von haOlam.de!

**********

Spenden an den gemeinnützigen Trägerverein von haOlam.de können von der Steuer abgesetzt werden.

Wir bedanken uns bei allen Spendern für die Unterstützung!

Spenden via PayPal

Für Fragen und Spendenquittungen: spenden@haolam.de


Betrag Unterstützung via Paypal
haOlam.de mit beliebigem Betrag unterstützen
 
Kleines Förderabo für 5 Euro monatlich
 
Normales Förderabo für 15 Euro monatlich
 
Jährliches Förderabo für 70 Euro im Jahr

empfohlene Artikel
weitere Artikel von: MENA Watch

Folgen Sie und auf:

Talk auf dem Klappstuhl als Podcast:

Mit Generalvollmacht zum Generalverdacht
Mit Generalvollmacht zum Generalverdacht
Ließ Juristin ,mdr Intendantin Karola Wille, Personal bespitzeln?

Downloadals pdf 


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage