Der Illusion von Ruhe verfallen

Der Illusion von Ruhe verfallen


Eine ängstliche Regierung, die zu unwillig ist Gewalt entgegenzutreten – ob aus Gaza oder in der israelischen Gesellschaft selbst – ist faktisch für ihre Verbreitung verantwortlich.

Der Illusion von Ruhe verfallen

Von Dan Schueftan, Israel haYom

Die Hamas will die Lage im Gazastreifen vorübergehend ruhig halten, damit sie sich für die nächste Runde der Feindseligkeiten stärken kann. Gleichzeitig steckt sie auch hinter Terrorismus in der Westbank und in Jerusalem, wo sie versucht für sich als Mäzen der Palästinenser in der Westbank und in Israel zu werben; und sie baut eine militärische Infrastruktur im Libanon auf, um weitere Konfliktschauplätze zu schaffen, möglicherweise gemeinsam mit der Hisbollah. Israel spielt ihr in die Hände, wenn es um Strategien geht, weil es einer operativen Ebene der schwachen „Ruhe“ an der Grenze zum Gazastreifen verfallen ist.

Unter den Umständen, die geschaffen wurden, nachdem Israel den militärischen Aktivposten der Hamas während der Operation Hüter der Mauern im Mai eine schweren Schlag verpasste, nach Fertigstellung der Untergrund-Sicherheitsbarriere, die die Möglichkeiten der Hamas einschränkt Terroranschläge auszuführen und nachdem sich herausstellte, dass die Isolation der Muslimbruderschaft in der arabischen Welt Israel die regionale Handlungsfreiheit gibt, hat Israel eine günstige Gelegenheit die Wiederbewaffnung der Hamas zu vernichten und ihre Führer auszuschalten.

Da es keine Chance gibt auf Dauer einen militärischen Konflikt zu vermeiden wäre es besser die Chance zu ergreifen und eine relativ geschwächte Hamas zu bekämpfen, wenn es für Israel günstig ist, statt zu warten, bis eine stärkere Hamas sich mit dem Iran und der Hisbollah zu einer Zeit zusammenschließt, die es für Israel schwierig machen wird die nötigen Ressourcen zu seiner Verteidigung abzustellen. Wichtig ist auch die Tatsache zu beweisen, dass eine Partei der islamischen Bewegung Teil der Koalition ist, nicht dafür sorgt, dass der palästinensische Terrorismus unbeachtet bleibt.

Der Gazastreifen ist der einzige de facto-Staat der arabischen Welt, der durch breiten Konsens von den antisemitischen Barbaren der Muslimbruderschaft kontrolliert wird, die dem Töten von Juden ergeben und dabei dem Schicksal ihrer eigenen Kinder gegenüber gleichgültig ist. Israel und seine arabischen Partner (in erster Linie Ägypten und Jordanien) haben ein strategisches Interesse daran das Versagen dieses leidigen und gefährlichen Modells vorzuführen, um andere Araber davon abzuhalten es zu übernehmen. Die Politik der Stärkung des „zivilen“ Sektors des Gazastreifens ist kurzsichtig und schädlich. Anders als bei anderen Feindeinheiten – der palästinensischen Autonomiebehörde oder sogar Syrien – spielt Israel ein Nullsummenspiel, wenn es um die Hamas geht. Was für die Hamas gut ist, ist schlecht für Israel, denn es ist gut für die Muslimbruderschaft im Gazastreifen. Die sprachlos machende Illusion von einer „langfristigen Vereinbarung“ (wozu manchmal sogar Trugbilder von einer künstlichen Insel und einem Seehafen für den Gazastreifen gehören) erinnert an die Annahme des späten Shimon Peres in den 1990-er Jahren, wenn Israel den Gazastreifen in Ruhe ließe, würde er sich in ein „Singapur“ verwandeln. Alles, was fehlte, war die Gazaner durch fleißige Singapurer zu ersetzen.

Jeder, der auf eine solche „Vereinbarung“ auf Grundlage zivilen Wiederaufbaus hofft, ohne die Hamas davon abzuhalten stärker zu werden, fördert deren Aggression und schwächt Israels Verhandlungsposition. Obwohl die Hamas ihre Aktivitäten in der Westbank, Jerusalem, unter arabischen Israelis und im Libanon hochfährt, macht seine Politik lohnenswert. Sie erlaubt es der Hamas Milliarden Dollar zum Zweck des Aufbaus ihrer militärischen Fähigkeiten von zivilem und von qatarischem Geld abzuzweigen, erlaubt 10.000 Gazanern in Israel zu arbeiten, nie da gewesene Erleichterungen für Importe und Exporte aus und in den Gazastreifen und die Einfuhr von Infrastruktur für Festungswerke, Krieg und Terrorismus, die als „Dual-Use“-Material getarnt sind, dazu dass die der Ägypter ermutigt werden ihre Einschränkungen am Grenzübergang Rafah zu lockern.

Mit der Zusage „die Jungs nach Hause zu holen“ stärkt Israel außerdem die Verhandlungsposition der Hamas, was strategisch schädlich und moralisch inakzeptabel ist. Im Gazastreifen gibt es zwei Leichen gefallener Soldaten und zwei bedauernswerte Gefangene. Ein Deal, der sie nach Israel bringt, wird dazu führen, dass Soldaten und Zivilisten von den freigelassenen Terroristen getötet werden und das wird zu Terrorismus anspornen wie bei der unverantwortlichen Vereinbarung, mit der der Soldat Gilad Schalit befreit wurde. Auf diese Weise freigelassene Terroristen haben Dutzende, wenn nicht hunderte Israelis ermordet und sie töten weiter.

Der unerträgliche Preis der Sucht Israels nach der Illusion von „Ruhe“ geht immer wieder ins Auge – die randalierenden Beduinen, die das Leben der Einwohner des Südens Israels stören, die Hilflosigkeit der Polizei angesichts arabischer Schutzgelderpressungen im Norden, die gerechtfertigte Angst, dass Krawalle in gemischten Städten weitergehen, die Kontrolle der Gefängnisse durch Terroristen angesichts der Schwäche der israelischen Gefängnisdienste, Vergebung der von der israelischen „Hilltop-Jugend“ begangenen Terrorakte, das Ausweichen bei Gewalt im arabischen Sektor, Akzeptanz organisierter Massengewalt in der hareidischen Gesellschaft und die lachhaften Strafen, die von „gnädigen“ Richtern verhängt werden, was alles zusammen Verbrechen in der israelischen Gesellschaft und allgemein fördert. Eine verängstigte Führung, die Angst hat der Gewalt entgegenzutreten, ist faktisch für ihre Verbreitung verantwortlich, bis zu dem Punkt, an dem härtere Maßnahmen erforderlich sind sie zu bekämpfen, als nötig sind, hätte man reagiert, als sie erstmals ihren Kopf erhob.

 

Übersetzt von Heplev


Autor: Heplev
Bild Quelle:


Montag, 27 Dezember 2021

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