Jerusalem Tag - Yom Yerushalayim

Jerusalem Tag - Yom Yerushalayim


Wir feiern - mal wieder. Da unsere Feste so wechselhaft sind wie das Leben, wird es auch nie auf dem Jahrmarkt der Feiern richtig langweilig. Mal etwas bizarrer, bis zur tiefen Trauer oder zur siegesgewissen Zuversicht, halten uns unsere Feste gut in Trab.

Jerusalem Tag - Yom Yerushalayim

Von Torsten Kurschus

Der Jerusalem Tag ist so eines, das von allem etwas hat und uns ziemlich gut im Griff. Das werden wir in wenigen Stunden bestimmt sehen.

Gefeiert wird nicht nur in der Hauptstadt Medinat Israels. Gefeiert wird überall, wo wir an Jerusalem denken.

Wir begehen die Wiedervereinigung Jerusalems. Nach der Teilung Jerusalem durch die Besetzung Ostjerusalems durch Jordanien 1948 im Paläestinakrieg wurde der Ostteil unserer Stadt von den Arabern okkupiert. Ohne Kriegserklärung griffen die arabischen Länder Ägypten, Syrien, Libanon, Jordanien und Irak die junge Nation an. Ziel war es, den Staat Israel auf seinem ihm durch Völkerbund und UN zugesprochenen Territorium nicht zu akzeptieren. Trotz des Sieges Israels, wurde 1949 die ursprüngliche Teilung der Region politisch beschlossen. Dabei entstand das Westjordanland als Einflusszone Jordaniens mit der Teilung Jerusalems und der Abtrennung Ostjerusalems an Jordanien. Das war und ist der Zankapfel des Nahen Ostens bis heute.

Während des Sechstagekrieges vom 05.-10. Juni 1967 griffen wiederum die Altbekannten Israel an und wurden vernichtend geschlagen. Jordanien musste herbe Verluste am Menschen, Material und Gebieten hinnehmen. Seit dem gerieten das Westjordanland und Ostjerusalem unter israelische Kontrolle. Aus strategisch nachvollziehbaren Gründen weigert sich Israel diese Territorien an eine palästinensische Selbstkontrolle, die mit Hamas und Hisbollah unter ausländischer israel-feindlicher Kontrolle stehen anerkennend, abzugeben zudem a) die Staatsgründung einer staatsrechtlichen Prüfung nicht standhält und b) die Palästinenser des Roadmap-Prozess der Osloer Verträge nicht ratifiziert haben und c) die gewaltpolitische Praxis der Palästinenser jahrzentelang deutlich erklärt, dass kein Frieden mit Israel gewollt und nicht beabsichtigt ist.

Wir feiern diese Wiedervereinigung von Jerusalem am Jerusalem-tag von heute Abend bis morgen am 28. Ijjar nach unserem alten Mondkalender von heute Abend an. Überall sind blauweiße Fahnen und Flaggen zu sehen, auch in den Gesichtern der Kinder- und Jugendlichen. Es macht Spaß.

Das alles lastet schwer auf der Seele des Landes, das seit seiner Gründung im chronischen Kriegsstress steht. Es zeigt aber auch, das viele Araber, die sich heute Palästinenser nennen und nicht weniger Iraner und andere Staaten von der Levante bis zum südwestlichen Mittelmeer Israel den Teufel, arab. شيطان, Shaytan uns an den Hals wünschen und nichts weniger als Israels Untergang. Das ist auch an diesem Tage wichtig, da die Liebeserklärungen und Lösungen des damaligen Großmuftis von Jerusalem, شيطان mit Herrn Hitler sehr gern bis heute von den freiheitskämpfenden Palästinensern und Ihren Verbündeten geteilt werden. Es wird diese wieder zur Weißglut bringen, wenn sie uns feiern sehen und dabei mal wieder so manch bösen Plan schmieden. Von arabischer Seite werden ständig neue Hassparolen über den Äther gehen und Al-Quds-Demonstrationen am nächsten Ramadan die Medien verseuchen. Das werden wir auch in Berlin und anderen größeren Städten Deutschlands und der Welt erleben.

In unserem ewigen Land, dass sich so schwer mit der Corona-Epidemie tat, ist der Feiertag wie ein frühlingshafter Neubeginn. Die Menschen wollen feiern und sie wollen es zusammen.

Der Sonntagmorgen beginnt traditionell mit einem Dankdienst an der Klagemauer. Es gibt Fahnenumzüge, Kleinfeste, Jugendveranstaltungen verschiedenster Gruppen, Talkshows und natürlich Clessmer. Wissenschaftler werden nicht müde all das so Komplexe zu erklären und zu begründen. Die meisten Israelis vergessen gern einmal ihre ewigen Meinungsverschiedenheiten und ein Abschlussfeuerwerk am Sonntagabend beschließ um 23:00 unserer Zeit den Tag.

Dennoch finden sich am nächsten Morgen viele Menschen an der Klagemauer betend ein. Sie beten, bitten und sind zusammen um dafür zu stehen, dass es nie wieder eine Teilung Jerusalems geben wird.

Sicher, auch nach jüdischer Theologie ist der wirkliche Tempel, der in unseren Herzen im himmlischen Yerushalayim. Der steht immer und ewig, solange es der Einzige gewährt.

Aber deshalb sehnen wir uns alle nach Jerusalem, das uns so nervt und immer wieder so ärgert, mit allem was darin ist… das uns aber bei aller Ferne so unendlich nah ist.

Deshalb steht an jeder Synagogue

L`Shanah Haba´ ah B´Yerushalayim

Nächsten Jahr in Jerusalem - so wollen wir es halten. Shalom


Autor: Redaktion
Bild Quelle: tk


Sonntag, 29 Mai 2022

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