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Arabischer Antisemitismus: Der Hass, der nicht genannt werden darf

Arabischer Antisemitismus: Der Hass, der nicht genannt werden darf


Ich stolperte über eine Ausgabe von Arab-Israel Conflict: The Essential Reference Guide [Der Arabisch-israelische Konflikt: Der unerlässliche Referenzführer], eine Ausgabe von 2014, die versucht den Konflikt auf weniger als 400 Seiten zusammenzufassen, einschließlich Quellenmaterial.

Arabischer Antisemitismus: Der Hass, der nicht genannt werden darf

Von Elder of Ziyon

Von einer Akademikerin namens Priscilla Roberts mit Sitz in Südostasien geschrieben und herausgegeben, versucht es ausgewogen zu sein und es gibt wenig, das anstößig oder zu ungenau ist (natürlich hat es seine Fehler).

Aber als ich in dem Buch nach „Antisemitismus“ suchte, führte es nur die europäische Variante an. Es gab nichts zu arabischem Antisemitismus. Es hat keinen eigenen Eintrag zum Mufti von Jerusalem und seinen bösartigen Hass, noch etwas zu seiner Nazi-Kollaboration. Es erwähnt das Pogrom von Hebron 1929 nur nebenher in dem  Artikel über die britische Nahost-Politik: „Sporadischer bewaffneter Konflikt zwischen den Gemeinschaften köchelte, bis im August 1929 67 Juden von Randalierern in Hebron ermordet wurden. Dieses schockierende Ereignis erodierte das wenige Vertrauen, das die jüdischen Führer in eine binationale Kompromiss-Zukunft für die Region noch hatten und führte zum schnellen Ausbau der paramilitärischen jüdischen Selbstverteidigungskräfte, bekannt als Haganah.“

Das ganze Buch hindurch wird arabische Antipathie gegenüber Juden als logische Reaktion auf den Zionismus formuliert und die Geschichte des islamischen und arabischen Antisemitismus ist schlicht nicht vorhanden.

Genau das sehen wir auch in den Medien wie auch in der akademischen Welt. Judenhass ist fundamental irrational und niemand will den Arabern oder Muslimen vorwerfen irrational zu sein, denn das klingt nach Orientalismus. Die sehr reale Geschichte der Antipathie gegenüber Juden in der arabischen Welt zu ignorieren tut aber nicht nur niemandem einen Gefallen – wenn man einen fundamentalen Grund für den Konflikt ignoriert, kann man unmöglich vorgeben ihn zu erklären.

Seit den Anfängen des Islam wurden Juden in mehrheitlich muslimischen (zumeist arabischen) Ländern als Dhimmis betrachtet. Sie waren Bürger zweiter Klasse mit eingeschränkten Rechten. Sie  wurden geduldet, jedenfalls meistens, solange sie ihren Platz einhielten. Wenn sie als eine imaginäre Linie überschreitend verfolgt wurden, dann wurden sie Pogromen unterzogen, die nicht weniger gewalttätig waren als die in Osteuropa. Und schon die Existenz eines jüdischen Staates inmitten arabischer Länder wird gehasst, nicht wegen pro-palästinensischer Empfindungen, sondern aufgrund der Scham, dass die schwachen, verhassten Dhimmi-Juden die vereinigten arabischen Armeen besiegten.

Diese Geschichte bei der Beschreibung des arabisch-israelischen Konflikts zu ignorieren, heißt effektiv eine wichtige Geschichte zu zensieren. Noch schlimmer ist: Damit wird der Antisemitismus ignoriert, der heute immer noch in arabischen Medien zu sehen ist.

Roberts arbeitete in einem Vierer-Team an der Ausgabe von „The Encyclopedia of The Arab-Israeli Conflict: A Political, Social, and Military History“ [Die Enzyklopädie des arabisch-israelischen Konflikts: Eine politische, soziale und militärische Geschichte] von 2008, die ebenfalls online steht. In dieser Arbeit wird arabischer Antisemitismus nicht ignoriert, aber er wird bagatellisiert.

Der Eintrag zu Antisemitismus konzentriert sich darauf, wie der historische europäische Antisemitismus den modernen Zionismus befördert hat, während arabischer und muslimischer Antisemitismus nur als logisches Ergebnis jüdischer Ambitionen erwähnt wird. Selbst der Antisemitismus des Muftis, der in seinen Schriften und Radiosendungen durchaus gut dokumentiert ist, wird als Reaktion auf jüdische Macht oder Realpolitik heruntergespielt:

"Die Figur des Haddsch Amin la-Husseini, Großmufti von Jerusalem, dient als exzellenter Hinweis auf eine in diesem Zeitraum zunehmend judenfeindliche Stimmung. Als bedeutender Führer der palästinensischen Araber bewegte sich al-Husseini zunehmend hin zum Antisemitismus, weil er gegen die jüdischen Ambitionen in der Region war. Er hatte zwar wirtschaftlichen Umgang mit der jüdischen Bevölkerung, inspirierte und organisierte aber auch das Wachstum der arabischen paramilitärischen Gruppen, die die Absicht hatten die Zunahme jüdischer Macht zu vereiteln. Als Streitigkeiten über den Zugang zu den heiligen Orten in Jerusalem 1929 zu offenem Konflikt führten, erwies er sich als nicht in der Lage seine Anhänger zu kontrollieren und gab schließlich seine Zustimmung zu ihrem Tun.

… Der Großmufti von Jerusalem erlangte traurige Berühmtheit, weil er aktiv die Achsenmächte hofierte. Seine Motivation dafür involvierten jedoch maßgeblich antibritische Gefühle, denn er betrachtete die Deutschen als wahrscheinliche Sieger im Krieg und strebte an bei ihnen an Einfluss zu gewinnen."

Das ist ahistorisch, aber es spiegelt die allgemeine Einstellung von Gelehrten gegenüber dem arabischen Antisemitismus: Wird er überhaupt erwähnt, dann betrachtet man ihn als unglückliche Folge jüdischer Gier und Macht oder ein ungewolltes Resultat anderer historischer Ereignisse. Er wird nie für sich genommen betrachtet und er wird nicht als Fortsetzung von Jahrhunderten jüdischer Einstellungen gegenüber den Juden angeführt, auch nicht als Einfluss des aggressiven christlich-arabischen Antisemitismus auf den arabischen Nationalismus des frühen 20. Jahrhunderts, der die arabischen Einstellungen gegenüber den Juden in voll entfalteten Hass veränderte.

Die Einseitigkeit ist klar, wenn wir uns den ganzseitigen Eintrag zu „Anti-arabischen Einstellungen und Diskriminierung“ ansehen:

"Antiarabische Einstellungen, besonders gegenüber muslimischen Arabern, sowie formelle und informelle Politik und Verhaltensnormen, die Araber auf unfaire Weise ins Ziel nehmen und manchmal als Antiarabismus bekannt sind, sind in Israel seit 1948 besonders bösartig gewesen."

Liest man diese Enzyklopädie, könnte man glauben, dass der einzige irrationale Hass in dem Konflikt der der Juden gegenüber den Arabern ist.

Zum Nahen Osten klafft in der Forschung eine große Lücke und es gibt keine Anzeichen, dass irgendjemand Interesse hätte sie zu füllen.

Übersetzt von Heplev


Autor: Heplev
Bild Quelle:


Dienstag, 02 August 2022

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