Ein ehemaliger hochrangiger EU-Funktionär als Fluglehrer der Hamas?

Ein ehemaliger hochrangiger EU-Funktionär als Fluglehrer der Hamas?


Wollte der Top-Vertreter der EU bei der PA am Strand von Gaza vorführen, wie es weiter gehen kann mit der „Befreiung“ Palästinas? Oder ist es tatsächlich nur ein Zufall, dass die Hamas ein Vierteljahr nach Sven Kühn von Burgsdorffs Polit-Stunt plötzlich fliegen konnte? Egal, was es war: Ohne eine Armee von Paraglidern hätten am 7. Oktober 2023 niemals über 1.300 Einwohner des Jüdischen Staats in kürzester Zeit ermordet werden können.

Ein ehemaliger hochrangiger EU-Funktionär als Fluglehrer der Hamas?

Von Ramiro Fulano

Meine Damen und Herren, die Geschichte ereignet sich bekanntlich als Cinemascope-Film und wiederholt sich als Tik-Tok-Video – und manchmal nicht einmal als das.

Lawrence von Arabien (auch bekannt als Florence von Arabien, *hüstel), der sich während des Ersten Weltkriegs die Langeweile im Dienst des britischen Arab Bureau im damals noch eher provinziellen Kairo mit dem Kolorieren von Landkarten vertrieb, während er von höheren Aufgaben träumte, wurde nach seinem vorzeitigen Ableben infolge eines Verkehrsunfalls mit seinem Motorrad immerhin mit einem Gedenkgottesdienst in der Londoner St. Pauls Kathedrale geehrt.

Schließlich hatte der Mann, der mit bürgerlichem Namen Thomas Edward Lawrence hieß und aus einem eher unwichtigen Dorf in Wales stammte, einer damals international ebenfalls recht irrelevanten arabischen Nation im Handstreich zum militärischen Durchbruch gegen ihre türkischen Besatzer verholfen, ganz nebenbei eine saudische Herrscherdynastie in Amt und Würden gebracht und somit nolens-volens die politische Weltkarte auf absehbare Zeit verändert. Dafür wurde Mr. Lawrence zwischen Aden und Aqaba als Freiheitskämpfer jederlei Geschlechts gefeiert.

Es scheint momentan unwahrscheinlich, dass Sven Kühn von Burgsdorff zur Zeit seines Ablebens vergleichbare historische Errungenschaften vorzuweisen haben wird.

Dabei steckt der ehemalige Top-Diplomat der EU am Hofe der PA vielleicht hinter jener Taktik, mit der den Hamas-Terroristen die Infiltration des israelischen Grenzgebietes entlang des Gaza-Streifens gelang: Das mit den Paraglidern könnte zumindest bei v. Burgsdorff abgekupfert, wenn nicht sogar seine Idee gewesen sein. Inwieweit seine diplomatischen Dienste über die eines öffentlichen Vorbildes hinausgingen und er tatsächlich eine wie auch immer gelagerte Rolle bei der Planung und Durchführung des schlimmsten antisemitischen Massakers seit dem Zweiten Weltkrieg übernommen hatte, wäre deshalb vielleicht auch strafrechtlich interessant, doch dazu später.

Sven Kühn v. Burgsdorff hat von seinen vermeintlich propalästinensischen Sympathien, die sich aus seiner Sicht anscheinend nahtlos mit den Interessen der Hamas decken, keinen besonderen Hehl gemacht – im Gegenteil. Als er im Juli 2023 seinen öffentlichkeitswirksamen Flug mit einem Gleitschirm im Gaza-Streifen unternahm und hinterher vor der versammelten Weltpresse stand, gab er seine Unterstützung für ein angeblich „freies“ Palästina zum Besten – worunter er anscheinend nicht unbedingt ein Palästina ohne Hamas verstand.

»Zum ersten Mal im Himmel über Gaza: der EU-Vertreter paraglidet am Strand für Gaza und Palästina«, verkündete die Vertretung der EU in Israel damals in grenzdebiler Rechtschreibung und hoffnungsloser Überheblichkeit in einem Facebook-Post, das Bilder von v. Burgsdorffs Flug über dem Mittelmeer enthielt. Es war nicht die erste antiisraelische Posse, mit der der deutsche EU-Diplomat beim jüdischen Staat angeeckt war. Und natürlich identifizierte der selbsternannte Freund der palästinensischen Sache – die in v. Burgsdorffs Welt wie gesagt auffallend deckungsgleich mit der Sache der Hamas zu sein scheint – zielstrebig Israel als den Hauptgrund für die jüngste Eskalation der Gewalt; und zwar genau einen Monat nach seiner Gleitschirm-Demo und im Freitag, Deutschlands führendem Katalog des modernen „Antizionismus“.

Ganz nebenbei: Welche Eskalation meinte er damals bloß? Im August war es noch vergleichsweise ruhig…

Nun ist Herr v. Burgsdorff nicht irgendwer von irgendwo, sondern hat in Freiburg/Breisgau Völkerrecht studiert und dort in den 80er Jahren eine akademisch offenbar satisfaktionsfähige Promotions- und später eine Habilitationsschrift abgeliefert, worauf eine Karriere im Auswärtigen Dienst der EU folgte, mit Station in Maputo, Bratislava, Havanna, Port au-Prince, Noumea, Miami, Juba und Brüssel. Er könnte also mit einigem Fug und Recht behaupten, etwas von der Welt gesehen zu haben. Allein, all die Erlebnisse, die v. Burgsdorff in all den Jahren und Jahrzehnten gemacht haben muss, all die Begegnungen, die er mit Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen gehabt haben sollte, scheinen recht spurlos an ihm vorbeigezogen zu sein. Anders wären seine etwaigen Dienste als Fluglehrer der Hamas kaum zu erklären.

Ohne Paraglider-Armee hätte es am 7. Oktober 2023, ein Vierteljahr nach v. Burgsdorffs Einsatz am Strand von Gaza, bestimmt nicht gelingen können, innerhalb kürzester Zeit tausende bis zu den Zähnen bewaffneter Terroristen über die Grenzschutzanlagen rings um die Terrorenklave auf israelisches Staatsgebiet zu fliegen, wo sie – kaum dass sie gelandet waren und sich von ihren Gleitschirmen getrennt hatten – zu einem antisemitischen Massaker ohne gleichen aufbrachen und innerhalb kürzester Zeit an die tausend unschuldige Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern (und beileibe nicht alle jüdischen Glaubens) heimtückisch und bestialisch ermordeten; zudem wurden nach neuen Informationen knapp zweihundert Personen in den Gaza-Streifen verschleppt, offensichtlich in der festen Absicht, den jüdischen und andere Staaten auf Jahre hinaus politisch zu erpressen.

Sind das die politischen Ziele und Methoden, denen Herr v. Burgsdorff mit seinen Flugdarbietungen am Strand von Gaza – übrigens einer der besten Strände der Welt – eventuell im wahrsten Sinne des Wortes Flügel verliehen hat? Menschen mit funktionierendem Gewissen würden sich in einer ähnlichen Lage die selbstkritische Frage stellen, was sie zu den Konsequenzen beigetragen haben, die ihr billiger Polit-Stunt anscheinend hatte: Immerhin steht die Welt jetzt aufgrund des heimtückischen Massakers der Hamas am Rand eines fulminanten Regionalkonflikts.

Und wenn Herr v. Burgsdorff sich für seine Handlungen nicht selbst zur Rechenschaft ziehen kann oder möchte, sollte man ihm diese Arbeit vielleicht etwas erleichtern, in einem öffentlichen Verfahren gegen ihn? Doch weil eine Anklage in Deutschland aus den bekannten politischen Gründen unwahrscheinlich scheint – trotz Anhaltspunkten, die womöglich einen Anfangsverdacht begründen und offizielle Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur Folge haben könnten – wäre da nicht vielleicht sinnvoll, eine etwaige „Causa v. Burgsdorff“ eines Tages in Jerusalem zu verhandeln; selbstverständlich nach israelischem Recht?

Sven Kühn v. Burgsdorffs politische Kontakte in Gaza-City bewegen sich wahrscheinlich nur ganz zufällig in Kreisen, die möglichst viele Jüdinnen und Juden ums Leben zu bringen. Und dass die Hamas nach seinen Flugdarbietungen am Strand von Gaza plötzlich eine veritable Paraglider-Luftwaffe besaß, war bestimmt ebenfalls ein Zufall. Schließlich gilt auch für die EU Diplomatie die Unschuldsvermutung bis zum gerichtlichen Beweis des Gegenteils.

Oder könnten seine diesbezüglichen Erklärungen bei einem eventuellen Gerichtsverfahren eines Tages doch darauf hinauslaufen, er habe mit all dem nichts zu tun haben wollen - aber irgendjemand hätte schließlich dafür sorgen müssen, dass die Paraglider pünktlich landen? Dies zu klären, wäre womöglich Sache der Rechtsprechung


Autor: Ramiro Fulano
Bild Quelle: Rundlingg, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Montag, 16 Oktober 2023

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