Hamas- und PLO-Reporter bei Razzia: Ein Spiegelbild des medialen Konflikts im Gazastreifen

Hamas- und PLO-Reporter bei Razzia: Ein Spiegelbild des medialen Konflikts im Gazastreifen


Der Einsatz von Hamas- und PLO-Reportern bei einer Razzia in der Nähe des Gazastreifens wirft ein bezeichnendes Licht auf die langjährige Problematik der Informationskontrolle im israelisch-palästinensischen Konflikt.

Hamas- und PLO-Reporter bei Razzia: Ein Spiegelbild des medialen Konflikts im Gazastreifen

Der jüngste Vorfall, bei dem Reporter von Hamas- und PLO-Nachrichtenagenturen an einer Razzia in der Nähe des Gazastreifens teilnahmen, hebt ein anhaltendes Problem in der israelisch-palästinensischen Berichterstattung hervor: die Kontrolle über Informationen und deren Darstellung in den Medien. Dieses Szenario, das für internationale und israelische Medien keine Überraschung darstellt, unterstreicht eine anhaltende Schwäche in der israelischen Politik, die bis in die Tage der Rabin-Regierung zurückreicht.

Die palästinensischen Araber haben seit Langem die Macht der Medien als Werkzeug im psychologischen Krieg gegen Israel erkannt. Sie nutzen effektiv die Medien, insbesondere ausländische, um ihre Botschaften zu verbreiten, und verstehen es, alle Zielgruppen anzusprechen, insbesondere in der westlichen Welt. Ihre Taktik basiert darauf, dass Nachrichten aus traditionell glaubwürdigen Quellen wie Zeitungen, Fernsehen und Radio ein großes Gewicht haben.

Schon in den späten 1970er Jahren baute die PLO eine Infrastruktur auf, um ausländische Journalisten zu unterstützen. Das in Ostjerusalem etablierte Medienzentrum übersetzte Artikel aus arabischen Zeitungen ins Englische, organisierte Touren durch Judäa, Samaria und Gaza und förderte Treffen mit palästinensisch-arabischen politischen Führern. Dieses Vorgehen verstärkte sich während der ersten Intifada im Jahr 1987.

Im Gegensatz dazu hat das israelische politische System die Bedeutung der Hunderte von Auslandskorrespondenten, die durch Israel reisen, traditionell vernachlässigt. Die israelische Politik konzentrierte sich hauptsächlich auf die prominenten Medienvertreter, während die palästinensischen Araber die Lücke nutzten, um Beziehungen zu Journalisten aufzubauen und zu pflegen, die nicht zu den größten Rundfunkanstalten der Welt gehörten.

Während der ersten Intifada wurden die palästinensischen Medienzentren, insbesondere das im American Colony Hotel in Ostjerusalem, zu wichtigen Anlaufstellen für ausländische Reporter. Sie boten kostenloses Briefing, Transport und Geschichten aus palästinensisch-arabischer Perspektive an, oft im Gegensatz zu den israelischen Darstellungen. Diese Vorgehensweise wurde weiter verstärkt, als lokale Reporter und Helfer, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas gesponsert wurden, die Berichterstattung übernahmen.

Dieser Trend setzte sich in der zweiten Intifada fort, als die Berichterstattung zunehmend in die Hände lokaler palästinensischer Reporter überging, was eine einseitige Sichtweise des Konflikts förderte. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Berichterstattung über die Ermordung von Mohammed al-Dura, die als manipulatives Beispiel für psychologische Kriegsführung dient.

Die Rolle der Hamas- und PLO-Reporter bei der Razzia am 7. Oktober spiegelt die fortgesetzte Herausforderung wider, der sich Israel gegenübersieht: eine ausgewogene Berichterstattung in einem Umfeld zu gewährleisten, in dem die Kontrolle von Informationen und die mediale Darstellung des Konflikts zentral sind. Es verdeutlicht die Notwendigkeit für Israel, eine stärkere und effektivere Medienstrategie zu entwickeln, um die öffentliche Meinung sowohl im Inland als auch international zu beeinflussen.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild


Donnerstag, 30 November 2023

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